Deutsches Kinofestival vom 15. bis 21. September

Das 16. “Festival de Cine Alemán” bietet eine spannende Auswahl der besten deutschen Filme des letzten Jahres

Von Susanne Franz

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Sweet Sixteen: Bereits zum 16. Mal erfreut das beliebte “Festival de Cine Alemán” die Filmliebhaber in Buenos Aires. Vom 15. bis zum 21. September wird in den Kinosälen des Village Recoleta und Village Caballito eine vielfältige und mitreißende Auswahl der besten deutschen Filme des vergangenen Jahres zu sehen sein. Den Eröffnungsfilm “Ich und Kaminski” stellt Regisseur Wolfgang Becker (“Good-Bye Lenin”) persönlich vor. Der diesjährige Festival-Stargast wählte auch für seinen neuesten Streifen Daniel Brühl als Hauptdarsteller. Die vergnügliche Komödie mit Tiefgang nimmt den Kunstbetrieb aufs Korn.

Es stehen jede Menge weitere Leckerbissen auf dem Programm: So kann man sich auf den Film “Toni Erdmann” von Maren Ade freuen, der gerade von der internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten (FIPRESCI) als “Film des Jahres” ausgezeichnet wurde. Das komödiantische Familiendrama um den pensionierten Musiklehrer Winfried Conradi (Peter Simonischek) und dessen Tochter Ines (Sandra Hüller) geht für Deutschland ins Rennen um den Auslandsoscar, wie German Films – die Auslandsvertretung des Deutschen Films und in dieser Eigenschaft auch Organsiator des Deutschen Kinofestivals – am heutigen Donnerstag in München bekanntgab.

Doris Dörries neuer Film “Fukushima, mon amour”, in Schwarz-Weiß gedreht, beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe in Japan und erzählt von einer jungen Deutschen, die helfen will, aber eigentlich genügend Probleme mit sich selbst hat. “Miss Sixty” entführt in die Welt einer arbeitslos gewordenen Sechzigjährigen, die es sich in den Kopf setzt, Mutter zu werden.

Der diesjährige Dokumentarfilm “Fassbinder” von Annekatrin Hendel wird ebenso Aufsehen erregen wie die Hitler-Satire “Er ist wieder da” von David Wnendt. Und der Kinderfilm “Oscar, Rico und das Herzgebreche” wird sicher nicht nur die Kleinen erfreuen.

Das Goethe-Institut Buenos Aires organisiert im Rahmen dieser 16. Festivalausgabe den Stummfilm mit Live-Musik (“Der müde Tod” von Fritz Lang), und darüber hinaus die neue Festival-Sektion “La movida berlinesa” (Die Berliner Bewegung) mit zwei spannenden Beiträgen: “Lust & Sound in West Berlin 1979-1989” und “Tod den Hippies!! Es lebe der Punk”.

Begleitend zum Festival wird der Internet-Kanal Qubit.tv vom 9. September bis zum 20. Oktober gratis 28 deutsche Filme anbieten, viele davon Highlights der vergangenen Festivals.

Festivalbesucher können wieder ihren Lieblingsfilm wählen – es winken viele Preise und als Hauptpreis ein Flugticket nach Deutschland.

Das Programm und alle Informationen sind in Kürze auf der Webseite des Festivals zu finden.

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In Wolfgang Beckers “Ich und Kaminski” will Sebastian Zöllner (Daniel Brühl) die Lügen des Malers Manuel Kaminski (Jesper Christensen) entlarven und muss feststellen, dass er dem Alten in keiner Weise gewachsen ist.

Nostalgie und Gegenwart

Das Tango-Festival von Buenos Aires findet vom 18. bis 31. August statt

Von Michaela Ehammer

Gustavo Correa
Und wieder einmal ist Zeit für den Tango. Der Tanz wird schon lange nicht mehr nur im Ursprungsland Argentinien getanzt, sondern ist weit über die Grenzen hinaus bekannt und erfreut sich weltweiter Beliebtheit bei Jung und Alt. Das Tnternationale Tango-Festival, das am heutigen Donnerstag startete, vereint Musik- und Tanzliebhaber aus der ganzen Welt. Noch bis zum 31. August hüllt sich Buenos Aires in ein Meer aus Musik, Tanz und Folklore, vollgepackt mit Melancholie, Nostalgie und Dramatik – eben das, was den Tango ausmacht!

Das BA Tango-Festival verleiht der Stadt einen ganz besonderen Anstrich: pure Leidenschaft wird versprüht. Piazzollas Gänsehaut-Melodien erklingen auf den Bandoneonen in den schönsten Tönen an wohl jeder noch so kleinen Straßenecke. Das Tanzbein wird von professionellen Tänzern ebenso wie von Amateuren geschwungen. Seit drei Jahren können auch gleichgeschlechtliche Paare an der Tango-Tanzweltmeisterschaft teilnehmen.

Hunderte von begeisterten Tangotänzern sowie zahlreiche Zuschauer aus der ganzen Welt strömen Jahr für Jahr nach Buenos Aires, um bei diesem emotionalen Duell aus poetischen Umarmungen, hochkonzentrierten Schritten und sinnlichen Bewegungen im 2/4 Takt dabeizusein und die heitere Stimmung und das besonderen Ambiente zu genießen.

Mehr als 500 Paare verschiedener Nationalitäten messen ihr Talent und zeigen ihr Können vor einer renommierten Jury bei der Qualifikationsrunde der Tanzweltmeisterschaft in der Usina del Arte, und die Besten der Besten können danach um den begehrten WM-Titel in den Kategorien “Tango de Pista” und “Tango Escenario” im Luna Park kämpfen. Hinter ihnen liegen bereits Vorausscheidungen in 20 Ländern – darunter auch Russland oder Taiwan.

Für die Zuschauer werden im Rahmen des BA Tango-Festivals spektakuläre Shows, dramatische Rhythmen und zahlreiche Veranstaltungen geboten. Chico Novarro, Nestor Fabian, Carlos Paiva Hugo und Marcel waren die Stimmen am Eröffnungstag und leiteten die diesjährige Ausgabe gebührend ein.

Pianisten feiern zudem das hundertjährige Jubiläum von Horacio Salgán, und nach 70 Jahren kehrt auch das erste typische Orchester von Astor Piazzolla und Antonio Tarragó wieder zurück an seinen Ursprung. Und all dies so nah am Publikum wie möglich: in Clubs, Theatern, Bars und Kulturzentren. Zu den Veranstaltungsorten gehören unter anderem Teatro 25 de Mayo, Espacio Cultural Carlos Gardel, Café Vinilo, Teatro Colón, Museo del Cine, Espacio Cultural Adán Buenosayres, Espacio Cultural Julián Centeya, Teatro Gran Rivadavia sowie Polideportivo.

Tango ist nicht nur Nostalgie, sondern auch eine großartige Möglichkeit, Buenos Aires in der Gegenwart mit einer seiner schönsten Traditionen zu spüren und zu erleben.

Weitere Informationen und Termine des Festivals hier.

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Das Tangofestival verleiht der Stadt einen ganz besonderen Anstrich.
(Foto: Stadt Buenos Aires)

Feiern für Fidel Castro

Veranstaltungen in Buenos Aires zum 90. Geburtstag des Revolutionsführers

Von Marcus Christoph

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Fidel Castro ist jemand, der auch im hohen Alter weit über Kuba hinaus noch die Gemüter bewegt. Dies wurde deutlich bei einer Serie von Veranstaltungen, zu denen verschiedene Organisationen anlässlich des 90. Geburtstags des historischen Führers der kubanischen Revolution in Buenos Aires luden. Sie wurden zu Treffen derjenigen, die in dem Jubilar eine Lichtgestalt der Emanzipation Lateinamerikas sehen. Kritische Betrachtungen zu Castro, der am 13. August 1926 in Birán im Osten Kubas zur Welt kam, waren dementsprechend nicht zu erwarten.

Einen Mix aus Politik, Poesie und Musik zu Ehren des “Máximo Líder” gab es im prall gefüllten Auditorium der Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ATE). Deren Sekretär für Menschenrechtsfragen Héctor Carrica hob die solidarische Haltung Kubas hervor, das während der Militärdiktatur Verfolgte aus Argentinien aufgenommen habe. Carrica hob den Ausbau des Gesundheitssystems in Kuba als wichtige Errungenschaft von Castros Revolution hervor: Auf der Insel gebe es heute 24 medizinische Fakultäten sowie eine Lateinamerikanische Hochschule für Medizin, an der sich Studenten aus der gesamten Region ausbilden lassen können.

Nora Cortiñas, die Vorsitzende der Menschenrechtsgruppe “Mütter der Plaza de Mayo” (Gründerinnen), erinnerte an Fidels berühmte Rede aus dem Jahr 1985, als er vor einer weiteren Verschuldung der Staaten Lateinamerikas warnte und dies als untilgbare Hypothek auf die Zukunft bezeichnete. Diese Analyse habe angesichts der Verschuldungspolitik der aktuellen argentinischen Regierung nichts an ihrer Aktualität eingebüßt, so Cortiñas.

Auf das Engagement Kubas in Argentinien wies Claudia Camba von der Organisation “Un mundo mejor es posible” (Eine bessere Welt ist möglich) hin. Sie nannte in diesem Zusammenhang Unterstützung bei Alphabetisierungskampagnen und auf medizinischem Gebiet: Beispielsweise in der Einrichtung der Augenklinik “Dr. Ernesto Che Guevara” in Córdoba.

fidel IIIn die Aula “Leonardo Flavio” der Bibliothek des Kongresses hatten die kubanische Botschaft und die Vereinigung der Kubaner in Argentinien (URCA) geladen. Die Bibliotheksleiterin und Abgeordnete María Teresa García (FPV) sprach davon, dass Fidel Castro besonders für Lateinamerika eine tiefe Zäsur bedeutet habe: “Es gab eine Welt vor und eine Welt nach Fidel”, so García. Die Parlasur-Abgeordnete Julia Perié (FPV) meinte, Castro sei für alle sozial engagierten Menschen ein Beispiel, wie man Tag für Tag handeln müsse. Das kulturelle Programm beinhaltete unter anderem Darbietungen der Kindertheatergruppe “La Colmenita” sowie Stücke kubanischer Liedermacher wie Pablo Milanés und Silvio Rodríguez.

Bei einer weiteren Veranstaltung im Haus der “Guevara-Jugend” schilderte der in Kuba ausgebildete Arzt Pablo Bien von der Organisation “Propuesta Tatú” die medizinische Arbeit in den Armenviertel im Großraum Buenos Aires, die vom Beispiel Kubas inspiriert sei.

Besonderer Gast des Abends war der vietnamesische Konsul Nguyen Ha Linh, der die Solidarität Castros mit dem vietnamesischen Volk herausstrich. Kuba und Vietnam verbindet, dass sie im vergangenen Jahrhundert in besonderer Weise in Konfrontation mit den USA geraten waren.

Im Haus der argentinisch-kubanischen Freundschaft ließ der kubanische Botschaftsattaché Ramón Cantero die wichtigsten Lebensstationen Castros Revue passieren: Vom studentischen Anführer zum Guerrillakämpfer und schließlich zum Revolutions- und Staatsführer. Die Gruppe “Los Sábalos” sorgte mit ihren Klängen für kubanische Atmosphäre.

Castro selbst zeigte sich an seinem Geburtstag in Havanna erstmals seit vier Monaten wieder in der Öffentlichkeit.

Fotos von oben nach unten:

Das Auditorium der ATE war prall gefüllt.

Künstlerische Darbietungen in der Aula der Kongressbibliothek.
(Fotos: Marcus Christoph)

Die gelehrigen Schüler des Hieronymus Bosch

Ausstellung “Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch” im Bucerius Kunst Forum in Hamburg

Von Nicole Büsing und Heiko Klaas

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Eine Hieronymus Bosch-Ausstellung ohne ein einziges Original des Künstlers? Wir schreiben das 500. Todesjahr des Malers. Im Noordbrabants Museum in seiner niederländischen Heimatstadt ‘s-Hertogenbosch ist die große Bosch-Retrospektive “Jheronimus Bosch – Visionen eines Genies” gerade mit einem Rekord von 421.700 Besuchern zu Ende gegangen. Und im Madrider Prado wurde kurz danach die nächste Bosch-Schau der Superlative eröffnet. Jetzt also Hamburg. Kann das gut gehen? Und vor allem, macht es Sinn?

bosch1_2Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg wagt dieses Vorhaben – und gewinnt. Dem Haus glückt mit “Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch” eine Ausstellung, die sowohl für diejenigen, die die Originale kennen, als auch für gänzlich unvoreingenommene Besucher sehenswert ist. Im Zentrum der Schau steht, wie Nachahmer und Nachfolger die noch christlich unterfütterte Motivik Hieronymus Boschs (1450-1516) nach und nach in weltliche Schaulust und groteske Bildfindungen überführt haben. Aber auch, wie findige Geschäftemacher sich des guten Namens Boschs bedienten, um Kupferstiche in hohen Auflagen unters Volk zu bringen. “Wir erzählen eine andere Geschichte, die von der Rezeption ausgeht und zeigt, was andere Künstler mit dem Erbe von Bosch gemacht haben”, erläutert Michael Philipp, der Kurator der Schau, der sich mit diesem Projekt nach neunjähriger Tätigkeit aus dem Bucerius Kunst Forum verabschiedet.

80 Kupferstiche und Radierungen sowie rund 15 Gemälde von Künstlern des 16. bis 17. Jahrhunderts sind zu sehen. Geschnitzte Architekturelemente mit von Bosch inspirierten grotesken Darstellungen unter anderem aus Amsterdamer Bürgerhäusern runden das Spektrum der Schau ab.

Monster, Dämonen, Teufelchen und andere Höllengestalten bevölkern viele der nur rund 50 erhaltenen und eindeutig dem Meister selbst zugeschriebenen Werke. Die Bosch-Rezeption jedoch auf dieses phantastische, gleichsam populäre Personal zu reduzieren, wäre zu kurz gegriffen. Heute gilt Bosch ebenso als Pionier der Darstellung des Alltags im Mittelalter.

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Die Hamburger Ausstellung zeigt, wie im Laufe der Zeit ganz andere Bildthemen Eingang in die Bosch-Rezeption genommen haben. “In der Neuzeit”, so Philipp, “nahm die Jenseitsangst ab. Dafür traten die Schaulust und die Angstlust stärker in den Vordergrund.” Die phantastischen Darstellungen in der Bosch-Nachfolge wurden nicht mehr so sehr als Mahnungen oder moralisierende Visualisierungen der Höllenpein im Sinne christlicher Botschaften wahrgenommen. Was jetzt überwog, war die Freude am Unheimlichen, das Vergnügen an wohligen Schauermomenten. So zum Beispiel auf dem großartigen Gemälde “Die Verspottung des Hiob” (Ohne Datum) von Jan Mandyn (1502 – um 1560) aus einer niederländischen Privatsammlung. Während Hiob, der sich aus Gram seine Kleider zerrissen hat, im Zentrum des Bildes sitzt, werden ihm von allen Seiten her Schreckensbotschaften übermittelt. Mandyn befriedigt die Sensationslust des Betrachters, indem er die schweren Schicksalsschläge des Hiob als groteskes Spektakel voller Schauergestalten inszeniert. Die exakte biblische Überlieferung stand dabei weniger im Vordergrund.

bosch6_2Das sich langsam formierende Bürgertum im 16. und 17. Jahrhundert sah Bilder als Bilder an. Und es war hungrig darauf. Im Medium der Radierung und des Kupferstichs kamen die von Bosch inspirierten Sujets gleich massenhaft unters Volk. Das Zentrum der Kupferstichproduktion im 16. Jahrhundert war Antwerpen, das damals wichtigste Handelszentrum in Europa. Manche der Bosch-Nachfolger und Drucker erdreisteten sich sogar, ihre Produkte mit dem Hinweis “Bos. Inv.”, also “Bosch hat es erfunden”, zu versehen. Was schlicht unmöglich war, erschien der erste Kupferstich nach Bosch doch erst rund vierzig Jahre nach seinem Tod.

Tugenden und Laster, Heilige und Narren, Sprichwörter und Redewendungen, Phantasie und Ornament. In insgesamt acht Kapiteln mäandriert die klug zusammengestellte Hamburger Schau durch den visuellen Kosmos der sich an Skurrilitäten überbietenden Bosch-Nachfolger. Gerade für den, der die Originale gesehen hat, ist auch das ein besonderes Sehvergnügen.

  • Ausstellung: “Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch”
  • Ort: Bucerius Kunst Forum, Hamburg
  • Zeit: 4. Juni bis 11. September 2016. Täglich 11-19 Uhr. Do 11-21 Uhr
  • Katalog: Hirmer Verlag, 240 S., 184 Abb., 29 Euro (Museum), 39,90 Euro (Buchhandelsausgabe)
  • Internet

Fotos von oben nach unten:
Pieter van der Heyden (1530-1572), “Die großen Fische fressen die kleinen”, 1557.

Hendrik Hondius (1573-1650), “Hieronymus Bosch”, 1610.

Jan Mandyn (1502 – um 1560), “Die Verspottung des Hiob”, 16. Jh.

Philips Galle (1537-1612), “Kopf eines Narren”, um 1560.

Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender vom 07/08/2016

Von Susanne Franz

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Das internationale Fotografie-Festival Encuentros Abiertos – Festival de la Luz 2016, das alle zwei Jahre in Argentinien stattfindet, ist in vollem Gange. Nächste Woche sind wieder viele spannende Eröffnungen angesagt. Zu empfehlen sind u.a. morgen, Montag, 8.8., um 18.30 Uhr, ein Mega-Event mit vielen interessanten Ausstellungen im “El Cultural San Martín”, und am 11.8., um 19 Uhr, die Eröffnung der Ausstellung “Buenos Aires – Revelacriones” von Gerhard Korn im Centro Cultural Borges (Foto: “Plaza San Martín, 2012”).

Im Rahmen des Festivals werden in 62 Museen und Galerien in 25 argentinischen Städten bis Ende September Werke von mehr als 300 Fotografen aus 26 Ländern gezeigt. Alle Veranstaltungen sind gratis. Dazu gehören u.a. Projektionen, Vorträge, Kinozyklen – darunter ein deutscher -, Workshops, Buchvorstellungen und Wettbewerbe.

Veranstaltungen hier.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras del 07/08/2016

Por Susanne Franz

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Sigue de Festival de Fotografía Encuentros Abiertos – Festival de la Luz 2016. Mañana lunes, a las 18.30 hs, se inaugurará una gran cantidad de muestras interesantes en “El Cultural San Martín”. El 11 de agosto, a las 19 horas, se inaugurará en el Centro Cultural Borges la exposición “Buenos Aires – Revelaciones” de Gerardo Korn (foto: “Plaza San Martín, 2012”).

Los Encuentros Abiertos – Festival de la Luz se llevan a cabo cada dos años y son de acceso libre y gratuito. Se organizan proyecciones, conferencias, ciclos de cine, talleres, presentaciones de libros, convocatorias fotográficas y concursos, encuentros entre fotógrafos y curadores, críticos especializados, coleccionistas, editores y directores de instituciones interesadas en la imagen fotográfica como medio de relevancia artística, cultural y social.

En 62 espacios de 25 ciudades de todo el país, se presentarán 110 muestras de más de 300 autores provenientes de 26 países.

Agenda aquí.

Las muestras de la semana:

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Das Auto und die alte Dame

Die Berlinerin Heidi Hetzer umrundet mit ihrem Oldtimer die Welt

Von Marcus Christoph

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“Ich wollte etwas für mich nachholen.” So beschreibt Heidi Hetzer ihre Motivation, in einem Oldtimer um die Welt zu fahren. Vor fast zwei Jahren startete die heute 79-jährige Berlinerin in einem “Hudson Great Eight” (Baujahr 1930) ihre Mammut-Tour, die sie bereits durch 33 Länder geführt hat. Nach insgesamt 70.000 Reisekilometern hat sie vor wenigen Tagen Buenos Aires erreicht, wo sie ein paar Tage Pause macht, ehe es im südlichen Afrika weitergeht.

Als Vorbild diente Hetzer, die früher bei Rallyes um Bestzeiten und Pokale kämpfte, die deutsche Automobil-Pionierin Clärenore Stinnes. Diese unternahm von 1927 bis 1929 eine Weltrundfahrt in einem “Adler Standard 6”. “Ich will mich nicht mit Clärenore messen. Aber ich möchte zumindest das Gefühl haben, wie es ist, mit einem alten Auto um die Welt zu fahren”, erläutert Hetzer.

Dabei kam ihr Entschluss, am 27. Juli 2014 am Brandenburger Tor zu einer mehrjährigen Weltumrundung aufzubrechen, eher spontan. Es war jedenfalls kein langgehegter Sehnsuchtsplan, sondern resultierte aus der Situation, dass keines ihrer beiden Kinder Interesse hatte, das familieneigene Autohaus weiterzuführen. Dieses hatte Heidi Hetzer einst von ihrem Vater übernommen und über 40 Jahre lang erfolgreich geführt. So entschloss sich die Unternehmerin 2012, “Opel Hetzer” mit den Standorten in Charlottenburg und Steglitz zu verkaufen.

Zeit und finanzielle Mittel waren vorhanden, um sich auf die Spuren von Clärenore Stinnes begeben zu können. Heidi Hetzer erwarb einen Oldtimer, den sie auf den Namen “Hudo” taufte – ein Wortspiel aus dem Markennamen Hudson und Udo, dem Vornamen der Verkäufers.

Der Auftakt war indes ein wenig holprig. Da der Motor merkwürdige Geräusche machte, kehrte sie bei Dresden heimlich um und ließ sich in Berlin einen neuen Motor einsetzen. Dieser sollte tatsächlich bis Australien durchhalten. Auch mit dem als Beifahrer vorgesehenen Fotografen Jordane Schönfelder stimmte die Chemie nicht. Er blieb nur wenige Tage mit an Bord, so dass Hetzer große Teile ihrer Welttour alleine bestritt.

Zuerst ging es durch Tschechien, Österreich, Ungarn und den Balkan. Dann in die Türkei, den Kaukasus, den Iran und durch zentralasiatische Staaten wie Kasachstan, Usbekistan und Kirgistan nach China. Vor allem die Fahrt über den bis zu 3750 Meter hohen Torugart-Pass hatte es in sich. “Bei 21 Grad minus war alles eingefroren. Zudem habe ich kaum Luft bekommen. Es war furchtbar”, beschreibt Heidi Hetzer die Strapazen.

Im “Reich der Mitte” wählte sie eine Route durch das Landesinnere, die auch an der legendären Terrakotta-Armee bei Xi’an vorbeiführte. Nächstes Land der Reise war Laos, in dessen Hauptstadt Vientiane sie Weihnachten und Neujahr feierte. Im Getümmel der südostasiatischen Stadt musste sie sich auch eines Diebes erwehren, der vom Motorrad aus versuchte, der Berliner Seniorin die Handtasche zu entreißen.

Nach Thailand, Malaysia und Singapur stand die erste Passage mit einem Containerschiff an, das Heidi Hetzer und “Hudo” ins australische Perth transportierte. An der Südküste von “Down Under” entlang fuhr sie bis Melbourne, wo der Motor ausgewechselt werden musste. Hetzer ließ sich den am Anfang der Tour ersetzten Motor kommen. Dieser machte zwar immer noch bedenkliche Geräusche, leistete aber nichtsdestotrotz treue Dienste.
Den vielleicht schönsten Teil ihrer Reise erlebte die Berlinerin in Neuseeland. “Die Natur, die Berge, das Meer, die Tiere” – der Inselstaat am anderen Ende der Welt gefiel ihr in jeder Hinsicht. Auch das Zwischenmenschliche passte. Ein Hostelmanager verzichtete gar auf die Bezahlung, so begeistert sei dieser von der Idee der Weltreise im Oldtimer gewesen. Gegen mögliche Probleme des Linksfahrens wappnete sich Hetzer, indem sie sich jeden Abend einen entsprechenden Erinnerungszettel aufs Steuer legte. So fädelte sie sich an den folgenden Tagen morgens gleich richtig in den Verkehr ein.

Die Pazifiküberquerung meisterten Heidi und “Hudo” getrennt. Während das Auto wieder auf ein Containerschiff geladen wurde, nahm seine Fahrerin diesmal ein Flugzeug. In Los Angeles ging die Fahrt weiter. Zunächst in Begleitung eines Reporterteams des NDR nach Las Vegas, dann alleine die Westküste der USA hinauf bis nach Kanada. Von dort an zeigte die Kompassnadel immer Richtung Osten, bis Heidi Hetzer schließlich am US-Bundesstaat Maine den Atlantik erreichte. Nächster wichtiger Orientierungspunkt war Florida, wo die Berlinerin sich wieder einschiffen ließ, um durch den Panama-Kanal nach Lima zu gelangen. Von der ursprünglich geplanten Fahrt durch Mexiko und Zentralamerika sah die Seniorin ab, nachdem sie zahlreiche Warnungen hinsichtlich der Sicherheitslage erhalten hatte.

Doch bevor sie in Südamerika richtig loslegen konnte, musste Heidi Hetzer erst einmal eine Lymphdrüsenkrebserkrankung überstehen, wegen der sie ihre Tour unterbrach und sich in Deutschland operieren ließ. Zurück in Peru galt es, mit anderen Schwierigkeiten fertig zu werden: der Sprachbarriere und Höhen von mehr als 4000 Metern. Bei manchen Steigungen stieß “Hudo” an seine Grenzen. Entschädigt wurde die Berlinerin, die mittlerweile von der Coburger Fotografin Liliana Frevel (28) begleitet wurde, durch die Schönheit von Orten wie Cuzco und Machu Picchu oder dem Titicacasee.

Von Bolivien aus gelangten Hetzer und ihre Beifahrerin nach Argentinien. Über Salta fuhren sie nach Mendoza. Der Aufenthalt in der argentinischen Weinmetropole zählt aber eher zu den Tiefpunkten der Reise. Denn erstens waren dortige Mechaniker nicht in der Lage, “Hudos” Motor zu reparieren. Und zweitens entwendeten Diebe der Weltbummlerin die Handtasche mit Geld, Handy, Pass, Video-Kamera, Tagebuch und iPad.

heidi_hetzerII11Doch Hetzer gab nicht auf. Sie organisierte einen Hänger für den Transport ihres Oldtimers nach Santiago de Chile, wo sie mit Hilfe eines dortigen Opel-Händlers schließlich die Reparatur des betagten Fahrzeuges erreichte. Heikel war der Grenzübertritt. Denn nach den argentinischen Zollbestimmungen ist es nicht möglich, ein abgeschlepptes Fahrzeug ins Nachbarland durchzulassen. So baute die gelernte Kfz-Mechanikerin Hetzer die zwei defekten der insgesamt acht Zylinder aus. Mit den verbleibenden sechs Zylindern konnte sie immerhin einige Kilometer fahren und auf diese Weise nach Chile gelangen.

Nach der Reparatur des Oldtimers kehrte die nun mittlerweile wieder allein reisende Berlinerin nach Argentinien zurück. Über Bariloche und Bahía Blanca ging es nach Balcarce, wo das Museum des legendären Formel-1-Champions Juan Manuel Fangio ein Muss für Hetzer war. Argentinien erwies sich aber weiterhin als schwieriges Pflaster. Probleme mit den Geldüberweisungen aus Deutschland und der Akzeptanz von Kreditkarten sorgten für Bargeldengpässe.

Aber es gab auch sehr schöne Momente, wie beispielsweise beim Oldtimer-Treffen in Berazategui. In dem Vorort von Buenos Aires waren “das Auto und die alte Dame” im Mittelpunkt des Interesses. “Vier Tage mit netten Menschen”, so Hetzer, die die herzliche Abschiedsszene beschreibt: “Fünf Männer verabschiedeten mich. Alle mit Tränen in den Augen.” Bei dem Treffen der Auto-Freaks stieß Hetzer auch auf eine Kopie ihrer einstigen Startnummer von der Rallye Monte Carlo. Die Welt ist manchmal ein Dorf.

In Buenos Aires kam Hetzer bei Mitarbeitern der deutschen Botschaft unter. Wie ihr überhaupt die deutschen Auslandsvertretungen während der gesamten bisherigen Tour eine verlässliche Hilfe gewesen seien, lobt die Berlinerin. Gleiches gelte für die Reederei “Hamburg Süd”, die die interkontinentalen Transporte des Oldtimers ermöglicht habe. Unterstützung kommt auch von “Eberswalder Wurst”. Die Brandenburger Firma spendet für jedes von Hetzer durchfahrende Land 1000 Würstchen, die bei Charity-Events verkauft werden. Das auf diese Weise eingenommene Geld soll sozialen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg zugute kommen.

Was nun noch fehlt, ist Afrika. Dort will Hetzer bis Dezember durch Südafrika, Botswana und Namibia fahren. Zudem denkt sie an einen Abstecher zu den Viktoria-Wasserfällen, sofern Sicherheitsbedenken dem nicht im Weg stehen. Danach geht es wieder aufs Containerschiff, um im Januar in Portugal wieder europäischen Boden zu betreten. Über Spanien und Frankreich will Hetzer wieder heimatliche Gefilde ansteuern mit dem Ziel, ihre Tour im März des kommenden Jahres unter dem Brandenburger Tor zu beenden. “Das genaue Datum steht noch nicht fest. Aber es sollte ein Sonntagvormittag sein. Da haben die Leute Zeit”, blickt Hetzer voraus.

Auch für die Zeit nach der Reise hat die rüstige Rentnerin schon Pläne: “Möglich ist, dass ich mit Hilfe eines Ghostwriters ein Buch über meine Weltumrundung schreibe.” Aber bis dahin sind ja noch einige Tausend Kilometer Reisestrecke zurückzulegen.

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Heidi Hetzer mit ihrem Oldtimer “Hudo”.
(Foto: Marcus Christoph)

Verschmelzung von Kunst und Wissenschaft

Nur vier Aufführungen von Gilles Jobins “Quantum” in Buenos Aires

Von Susanne Franz

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Kraft ist ein grundlegender Begriff der Physik. In der klassischen Physik versteht man darunter eine Einwirkung, die einen festgehaltenen Körper verformen und einen beweglichen Körper beschleunigen kann. Der physikalische Kraftbegriff geht wesentlich auf Isaac Newton zurück, der im 17. Jahrhundert in den drei newtonschen Gesetzen die Grundlagen der klassischen Mechanik schuf. Dabei definierte er die Kraft als zeitliche Änderung des Impulses und identifizierte sie als Ursache für jede Veränderung des Bewegungszustandes eines Körpers.

In der Quantenphysik wird der Begriff Kraft auch in einem übertragenen Sinn verwendet, gleichbedeutend mit dem Begriff Wechselwirkung. Es gibt vier “fundamentale Wechselwirkungen”, die auch als Grundkräfte der Physik bezeichnet werden. Sie bilden die Ursache nicht nur aller bekannten Erscheinungsformen der Kräfte, sondern auch aller in der Physik bekannten Prozesse. Eine der vier Grundkräfte, die Gravitation, wird in der allgemeinen Relativitätstheorie durch die Krümmung der Raumzeit beschrieben. Die drei anderen Grundkräfte werden im Standardmodell der Teilchenphysik durch den Austausch von sogenannten “Kraftteilchen” erklärt.

Der bekannte Schweizer Choreograf Gilles Jobin, eine der großen Figuren des Zeitgenössischen Balletts, der im Jahr 2003 in Buenos Aires im Rahmen des FIBA sein zukunftsweisendes Werk “Moebius Strip” präsentierte, erhielt im Jahr 2012 das Collide@Cern-Stipendium, eine Einladung, in der Großforschungseinrichtung CERN bei Meyrin im Kanton Genf in der Schweiz zu recherchieren und ein Stück zu entwickeln. Am CERN wird physikalische Grundlagenforschung betrieben, und Jobin war von Beginn an fasziniert – denn hier fand er im Prinzip die Theorie dessen vor, was er als Tänzer und Choreograf schon immer intuitiv in die Praxis umsetzte. Wer “Moebius Strip” und “Quantum”, sein momentan in Buenos Aires gezeigtes Werk, das aus diesem Stipendium entstand, beide gesehen hat und vergleicht, wird Parallelen feststellen.

So kompliziert die Quantenphysik für Laien sein mag, Jobin war auf vertrautem Gelände. Sein 50-minütiges Werk “Quantum” ist deshalb zugleich eine hochkomplizierte Ode an die wissenschaftliche Forschung, die er mit den Körpern seiner Tänzer auszudrücken imstande ist, und eine poetische Liebeserklärung an die Kunst, die im Zusammenspiel der Choreografie, der Beleuchtung, die von dem deutschen CERN-Forscher Julius von Bismarck nach physikalischen Gesetzen entwickelt wurde, und dem Klanguniversum, das die Komponistin Carla Scaletti auf Grundlage echter CERN-Geräusche erarbeitete, zum Ausdruck kommt.

Was geschieht anderes im CERN als die Suche nach Antworten auf die vielen ungelösten Fragen des Universums? Und tut die Kunst nicht dasselbe?

Jobin ist ein komplexes Meisterwerk gelungen, das leider beim Publikum in Buenos Aires (zumindest am Freitag) auf eher verhaltene Reaktionen stieß.

(Noch heute und morgen, 6.8. und 7.8., jeweils um 20 Uhr im El Cultural San Martín, Sarmiento 1551, Buenos Aires. Eintritt 150 Pesos.)

Für Aufnahme von Flüchtlingen

Daniel Barenboim diskutierte mit Felipe González im Teatro Colón den Nahostkonflikt und andere brennende Themen der Weltpolitik

Von Marcus Christoph

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Der Dirigent Daniel Barenboim hat die lateinamerikanischen Staaten und vor allem sein Heimatland Argentinien aufgefordert, Flüchtlinge aus dem Syrien-Konflikt aufzunehmen. Argentinien sei immer gastfreundlich gewesen, er selbst habe es als Einwanderersohn erlebt, sagte Barenboim am Sonntagabend bei einem Gespräch mit dem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Felipe González vor rund 800 Zuhörern im Theater Colón in Buenos Aires. Der Gedankenaustausch fand im Rahmen eines zweiwöchigen Festivals mit Konzerten des von Barenboim geleiteten West-Eastern Divan Orchestras und der argentinischen Pianistin Martha Argerich statt.

Die Flüchtlingskrise sei ein globales Problem, das Deutschland nicht allein lösen könne, so Barenboim, der die Aufnahmepolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel als mutig lobte. Der in Buenos Aires geborene Stardirigent argumentierte, dass Globalisierung mehr sei, als “Spaghettis in Tokio zu essen, sondern dass alle Konflikte global sind und jeden betreffen”.

Entsprechend müsste auch Argentinien mehr Verantwortung übernehmen: Sein Geburtsland sei ohnehin als sicherer Hafen für Flüchtlinge aus anderen Kulturen prädestiniert: “Es ist das einzige Land, in dem es selbstverständlich erscheint, dass man mehrfache Identitäten haben kann”, so Barenboim. Hier könne man Araber, Jude, Pole oder Russe sein, und deswegen sei man nicht weniger Argentinier. Dies erkläre auch die enge Beziehung zu Argentinien des von Barenboim geleiteten West-Eastern Divan Orchestras, in dem Israelis, Palästinenser, Iraner und Türken zusammenspielen.

Die starken islamischen, christlichen und jüdischen Gemeinschaften in Argentinien, Brasilien und Chile sollten mit Unterstützung der Regierungen ihrer Staaten die Aufnahme von Flüchtlingen fördern – auch wenn man dabei das Risiko der Einschleusung vereinzelter Terroristen nicht vermeiden könne, sagte der Dirigent.

Für Argentinien hätte eine größeres Engagement in der Flüchtlingspolitik auch den Vorteil, dass seine weltpolitische Bedeutung zunehme. Gegenwärtig gibt es Pläne der Regierung von Präsident Mauricio Macri, 3000 Flüchtlinge aufzunehmen.

Dass Syrien alle angehe, betonte auch González: “Es gibt heute mehr als 6 Millionen Syrer auf der Flucht. Das ist ein unhaltbarer Zustand und geht die gesamte internationale Gemeinschaft an.” Der Elder Statesman sah eine große Verantwortung für die jetzige Krise in Syrien und im Irak bei der Politik des Westens. Besonders kritisierte er die von den USA angeführte Militärinvasion in den Irak im Jahr 2003. González verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die militärische Führung des sogenannten “Islamischen Staates” sich zu einem Großteil aus ehemaligen Elitesoldaten Saddam Husseins zusammensetze. “Man verursacht Schäden und übernimmt danach keine Verantwortung”, monierte der einstige spanische Regierungschef. “Man kann einen Krieg gewinnen, aber den Frieden verlieren.”

Was Israel und die Palästinenser betrifft, kritisierte Barenboim, dass von Israel derzeit keine Initiativen ausgingen, um zu einer dauerhaften Friedenslösung zu kommen. Dabei wären die Rahmenbedingungen eigentlich günstig, da Israel momentan in der arabischen Nachbarschaft keinen wirklich gefährlichen Gegner habe. Der Dirigent beklagte, dass der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern von großer Ungleichheit gekennzeichnet sei. Er kritisierte rechte und religiös-orthodoxe Strömungen in Israel, die dem Friedensprozess entgegenstünden.

Barenboim hat neben der argentinischen, der spanischen und der israelischen auch die palästinensische Staatsbürgerschaft inne. Um ein Beispiel für friedliches Zusammenleben im Nahen Osten zu setzen, gründete er 1999 mit dem aus Palästina stammenden Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra. In Deutschland ist Barenboim vor allem als Generalmusikdirektor der Staatskapelle Berlin bekannt.

Foto:
Felipe González (l.) und Daniel Barenboim (r.) mit Moderator Hugo Sigman.
(Privat)

Adressen / Direcciones

A-Z von Galerien, Kulturzentren und Museen
A-Z de Galerías y Espacios de Arte, Centros Culturales y Museos

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Als Service für unsere Leser veröffentlichen wir im folgenden eine Übersicht mit Adressen der Galerien, Kulturzentren und Museen, die in den Ausstellungskalendern von “Kunst in Argentinien” erschienen sind. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben. Wer in die Liste aufgenommen werden möchte, kann die entsprechende Information an kia@magicaweb.com schicken.

Como servicio para nuestros lectores publicamos aquí una selección de direcciones de las Galerías y Espacios de Arte, Centros Culturales y Museos que aparecieron en las agendas de muestras de “Arte en Argentina”. Quien quiera figurar en la lista, puede mandar la información correspondiente a kia@magicaweb.com.

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Bis zum 7. September 2016 kann man auf der Esplanade des Malba in Buenos Aires die “Tänzerin” von Weltstar Jeff Koons bewundern.
Hasta el 7 de septiembre de 2016 se puede apreciar la “Ballerina” de Jeff Koons en la explanada del Malba en Buenos Aires.

A

  • Alberto Sendrós, Pasaje Tres Sargentos 359, Buenos Aires. Besuche nur nach Voranmeldung per Telefon oder E-Mail. Tel.: (54-11) 4312 0995/5915, info@albertosendros.com.
    Alberto Sendrós, Pasaje Tres Sargentos 359, Buenos Aires. Visitas deben ser solicitadas por teléfono o email con anticipación. Tel, (54-11) 4312 0995/5915, info@albertosendros.com.
  • Alejandra Perotti Galería de Arte, Freire 1101, Ecke Zabala, Colegiales, Buenos Aires. Mo-Fr 15-19.30 Uhr, Sa nach Verabredung, Tel.: (54-11) 4553-0923.
    Alejandra Perotti Galería de Arte, Freire 1101, esq. Zabala, Colegiales, Buenos Aires. Lun-Vie 15-19.30 hs, Sáb con cita previa, Tel. (54-11) 4553-0923.
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