Kalender / Agenda

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Ausstellungskalender vom 20/12/2014

Von Susanne Franz

arbolAm heutigen Samstag, dem 20. Dezember, um 11 Uhr, wird auf der Fußgängerzone Florida im Herzen von Buenos Aires die Skulptur “Árbol de los deseos” (Baum der Wünsche) der argentinischen Künstlerin Marta Minujín eingeweiht. Der kleine Platz “Plazoleta Juvenilia” am Eingang in die Fußgangerzone – nahe der Plaza San Martín – soll ab sofort die erste Station eines neuen Kunst-Rundganges auf der Calle Florida sein. Das farbenfrohe, 10 Meter hohe Werk Minujíns lädt die Bürger und Besucher der Stadt Buenos Aires ein, ihren Wünschen und Zielen für das Jahr 2015 Ausdruck zu verleihen. Neben dem Baum befindet sich ein Briefkasten, in den diese Botschaften eingeworfen werden können.

Die monumentale Skulptur ist aufblasbar und kann auch wieder “zusammengefaltet” werden. Mit ihren fröhlichen Farben soll sie die “Ankunft der Kunst” und die Verabschiedung des Jahres mit einem Geschenk für die Stadt symbolisieren. Es ist geplant, das Kunstwerk auch in den kommenden Jahren an Weihnachten “wiederauferstehen” zu lassen.

Der “Árbol de los deseos” ist das erste Werk eines geplanten Kunst-Rundganges für das Jahr 2015. Im Laufe des kommenden Jahres werden 30 Künstler ihre Werke, Botschaften und Farben entlang der Calle Florida präsentieren. Die Idee, die Fußgängerzone als Kunstort zu verwenden, stammt vom Verein der Freunde und Förderer der Calle Florida (Asociación Amigos de la Calle Florida) und wird vom Kulturministerium und dem Ministerium für den öffentlichen Raum der Stadt unterstützt. Ziel ist, den großen künstlerischen Reichtum der Stadt sichtbar zu machen.

2015 werden also auf den Plätzen, in den Schaufenstern, an den Wänden und auf den Bürgersteigen der Calle Florida Interventionen von bedeutenden argentinischen Künstlern zu finden sein, darunter, neben Marta Minujín, Gyula Kosice, Edgardo Giménez, Marcos Zimmermann, Ernesto Ballesteros, Dino Bruzzone, Andrés Paredes, Julia Masvernat, Marina De Caro, Elisa Strada, Juan Gatti, Nicanor Aráoz, Rosana Schoijett, Delia Cancela, Juan Stoppani, Eduardo Costa, Mariela Scafati, Flavia Da Rin, Diana Aisenberg, Silvia Gurfein, Fabiana Imola, Jorge Miño, Anna Lisa Marjak, Pablo Lozano, Verónica Di Toro, Facundo De Zuviría, Silvia Rivas, Silvana Lacarra, Hernán Marina, Marula Di Como & Cristian Dios, Daniel Kiblisky, Esteban Pastorino und Alberto Goldenstein.

Das Projekt wurde von Gabriela Urtiaga und Ana Martínez Quijano kuratiert und möchte ein Zeichen setzen: es möchte erreichen, dass die Zeit auf dieser hektischen Fußgängerzone für einen Moment zum Stillstand kommt, dass ein Moment des Innehaltens stattfindet, in dem der Betrachter eines jeweiligen Kunstwerkes eine Atempause geschenkt bekommt, einen kleinen Augenblick in der Gegenwart, in dem er zurückblicken und auch nach vorne, in die Zukunft, schauen kann.

Die Einweihung des fröhlichen “Árbol de los deseos” ist heute, Samstag, 20. Dezember, um 11 Uhr, an der Plazoleta Juvenilia, Florida 1000.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras del 20/12/2014

Por Susanne Franz

arbolHoy, sábado, 20 de diciembre, a las 11 horas, el Ministerio de Cultura porteño y la Asociación Amigos de la Calle Florida invitan a la inauguración de la escultura “Árbol de los deseos”, de la artista Marta Minujín. El circuito cultural Calle Florida se abre en la plazoleta Juvenilia con la presentación de un árbol multicolor de formidables dimensiones. La consigna de la obra es invitar a los ciudadanos de Buenos Aires a expresar sus deseos y anhelos para el año 2015. Junto al árbol habrá un buzón para recibirlos.

Este monumento inflable y desinflable de 10 metros de altura es un símbolo de la alegría que depara el arribo del arte y la posibilidad de despedir el año con un regalo para la ciudad. La escultura es perdurable: renacerá en cada Navidad, va a expandirse hasta alcanzar su mayor esplendor y luego, al perder el aire, podrá ser resguardada.

El “Árbol de los deseos” es la primera obra que llega al nuevo recorrido del arte en el espacio público.

Durante todo el año 2015, más de 30 artistas desplegarán sus formas, mensajes y colores por la calle Florida. La célebre peatonal es el lugar elegido por la Asociación Amigos de la Calle Florida y apoyado por los Ministerios de Cultura y de Espacio Público, para brindarle más visibilidad al caudal de talento y creatividad que circula por Buenos Aires. La iniciativa de instalar el arte durante un año en sus espacios libres, sus vidrieras, paredones y veredas, contó desde el primer momento con la aceptación de los artistas que han diseñado sorprendentes intervenciones. Entre ellos figuran Gyula Kosice, Marta Minujín, Edgardo Giménez, Marcos Zimmermann, Ernesto Ballesteros, Dino Bruzzone, Andrés Paredes, Julia Masvernat, Marina De Caro, Elisa Strada, Juan Gatti, Nicanor Aráoz, Rosana Schoijett, Delia Cancela, Juan Stoppani, Eduardo Costa, Mariela Scafati, Flavia Da Rin, Diana Aisenberg, Silvia Gurfein, Fabiana Imola, Jorge Miño, Anna Lisa Marjak, Pablo Lozano, Verónica Di Toro, Facundo De Zuviría, Silvia Rivas, Silvana Lacarra, Hernán Marina, Marula Di Como & Cristian Dios, Daniel Kiblisky, Esteban Pastorino, Alberto Goldenstein.

Curado por Gabriela Urtiaga y Ana Martínez Quijano, el proyecto pretende dejar una señal de nuestro tiempo; aspira a detener por un momento el vibrante acontecer de la peatonal, la calle de los que caminan, para mirar hacia atrás desde el presente, para adivinar y pensar el porvenir. El escultórico “Árbol de los deseos” con su condición festiva, será un hito para los visitantes de Florida, una estimulante invitación para dejar escritos los deseos más intensos.

Inauguración: sábado 20 de diciembre, 11 horas. La cita es en la Plazoleta Juvenilia, Florida 1000.

Las muestras de la semana:

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Bonus Track: Werner Herzog

Ab heute Gratis-Filmzyklus im Palais de Glace

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Am heutigen Freitag, dem 19.12., beginnt im Palais de Glace (Posadas 1725, Buenos Aires) mit Unterstützung des Goethe-Instituts Buenos Aires eine Reihe mit Filmen von Werner Herzog. Bis zum 28. Dezember werden jeweils freitags, samstags und sonntags um 19 Uhr Werke des berühmten deutschen Filmemachers zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.

Schon im Juli und August war im “Kino Palais” mit großem Erfolg ein Herzog-Filmzyklus gezeigt worden. Der jetzt anlaufende “Bonus Track” umfasst Kino- und Fernsehdokumentationen, filmische Essays und zwei der bekanntesten Kinofilme Herzogs.

Programm:

19.12., 19 Uhr: “El diamante blanco” (The White Diamond) – Deutschland 2004. 88 Min.
Der englische Luftfahrt-Ingenieur Dr. Graham Dorrington hat sich von einer schweren Tragödie, die sich 10 Jahre zuvor ereignete, immer noch nicht wirklich erholt. Er konstruierte für den deutschen Tier- und Naturfilmer Dieter Plage ein Luftschiff namens White Diamond, mit dem dieser im Dschungel von Sumatra spektakuläre Impressionen auf luftigen Höhen sammeln wollte. Doch das Gefährt verfing sich in den Baumkronen und brach auseinander. Plage stürzte 50 Meter in die Tiefe und erlag später seinen Verletzungen. Herzog brachte den traumatisierten Konstrukteur dazu, ein neues Luftschiff zu bauen, mit dem der Filmemacher über die Baumwipfel des Dschungels in Guyana schweben und Bilder sammeln kann.

20.12., 19 Uhr: “La salvaje y azul lejanía” (The Wild Blue Yonder) – D 2005. 81 Min.
Science-Fiction-Film: Aliens, die selbst auf der Suche nach einem neuen Lebensraum sind, finden eine unbewohnbar gewordene Erde.

21.12., 19 Uhr: “Herakles” – D 1962. 10 Min.
Der erste und kürzeste Film des damals 20-jährigen Herzog über 6 der 12 Aufgaben des Herakles.
“La Soufrière” – D 1976. 30 Min.
1976 verlassen fast alle die Karibikinsel Guadalupe, auf der sich ein Vulkanausbruch ereignen soll. Herzog und seine Crew bleiben, um die Katastrophe – die ausbleibt – zu filmen. Und sie treffen andere, die geblieben sind, auch wenn dies ihren Tod hätte bedeuten können.
“Fata Morgana” – D1970. 79 Min.
Poetisch-surrealistische Reise durch Afrika.

27.12., 19 Uhr: “Aguirre, la ira de Dios” (Aguirre, der Zorn Gottes) – D 1972. 93 Min.
Eine Expedition spanischer Konquistadoren versucht El Dorado, die Stadt aus purem Gold, ausfindig zu machen. Die Gier nach dem Gold treibt sie, nach einer von Don Lope de Aguirre angeführten Meuterei, immer weiter ins unbarmherzige Urwald-Dickicht.

28.12., 19 Uhr: “Fitzcarraldo” – D 1981. 158 Min.
Iquitos um 1900: Nach einem gescheiterten Eisenbahnprojekt plant Brian Sweeney Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo, bereits seinen nächsten Coup. Mitten im Urwald will er ein Opernhaus errichten.

Foto:
“The Wild Blue Yonder” – Herzogs Science-Fiction-Film von 2005.

Im Westen was Neues

Fotoinstitution C|O Berlin findet neues Zuhause im Amerika Haus

Von Nicole Büsing und Heiko Klaas

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Das Berliner Amerika Haus in der Hardenbergstraße, nur einen Steinwurf vom Bahnhof Zoo entfernt, ist ein symbolkräftiger Ort. Errichtet im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 von dem Berliner Architekten Bruno Grimmek im Auftrag der United States Information Agency, hatte es jahrzehntelang nur eine Aufgabe: Die Deutschen mit Hilfe von Ausstellungen, Konzerten, Filmabenden und einer umfangreichen Bibliothek mit Lesesaal mit der amerikanischen Kultur bekannt zu machen. 2006 wurde es geschlossen und dem Land Berlin übereignet.

CO_Berlin10Das lichte Gebäude mit seiner modern gestalteten Mosaikfassade hätte wohl noch lange leer gestanden, wenn nicht die Fotoinstitution C|O Berlin, die seit dem Jahr 2000 im ehemaligen Postfuhramt in Berlin-Mitte residierte und dort mit Ausstellungen renommierter Starfotografen und junger Talente Jahr für Jahr mehr als 100.000 Besucher anzog, 2012 ihren Mietvertrag verloren hätte.

Auf der Suche nach einem neuen Standort stießen die Macher von C|O Berlin auf das Amerika Haus und folgen damit einem Trend, der seit einigen Jahren in der deutschen Hauptstadt zu beobachten ist: die Renaissance des alten West-Berlin. Gleich um die Ecke wurden denkmalgeschützte Gebäude wie das Premierenkino Zoo Palast und der Geschäfts- und Bürokomplex Bikini-Haus in den letzten Monaten mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail wiedereröffnet. Jetzt also auch das Amerika Haus.

Das Architektenteam stand vor keiner leichten Aufgabe. Durch zahlreiche Um- und Einbauten, abgehängte Decken und unansehnliche Bodenbeläge war das ursprüngliche Flair der filigranen 1950er-Jahre-Architektur verloren gegangen. Jetzt – nach fast zwei Jahren Bauzeit – wirkt der Komplex wieder licht und transparent wie am ersten Tag. Was man auf den ersten Blick nicht sieht, ist der technische Aufwand, der betrieben werden musste, um einen zeitgemäßen Museumsbetrieb zu garantieren, der auch anspruchsvollste internationale Leihgeber überzeugt. Brandschutz, Klima- und Sicherungstechnik sind auf dem neuesten Stand. Mit 2300 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist C|O Berlin jetzt sogar noch rund 20 Prozent größer als am alten Ort.

Zum Einstand zeigt das als gemeinnützige Stiftung geführte Ausstellungshaus gleich vier Ausstellungen. Als Hommage an den Geist des Ortes darf die Schau „Ich war verliebt in diese Stadt“ mit 100 zwischen 1956 und 1963 entstandenen Aufnahmen des 1931 geborenen amerikanischen Fotografen Will McBride verstanden werden. Seine Fotografien zeigen Trümmerfrauen und Kriegsversehrte ebenso wie das neue Lebensgefühl einer von der Schwere der NS-Zeit befreiten lebenslustigen Jugend.

USA. New York City. 1957. A Llama in Time Square.
Die zweite große Eröffnungsschau „Magnum. Contact Sheets. The Photographer’s Choice“ widmet sich den mit Markierungen und Notizen versehenen Original-Kontaktbögen und damit einem fotohistorischen Roh- und Quellenmaterial, das im Zeitalter der Digitalfotografie obsolet geworden ist. Ikonische Bilder von weltberühmten Fotografen wie Robert Capa, Elliott Erwitt, Marc Riboud oder Thomas Hoepker werden im Kontext jener Aufnahmen präsentiert, die unmittelbar davor und danach entstanden sind aber wieder verworfen wurden. Der Betrachter wird hier zum unmittelbaren Zeugen des kreativen Auswahlprozesses im Fotolabor.

Eine kleinere Ausstellung zur Ästhetik des Fotoautomaten und eine Werkschau der 32-jährigen Leipziger Newcomerin Luise Schröder runden das ebenso vielfältige wie gelungene Eröffnungsprogramm ab.

  • Neueröffnung: C/O Berlin im Amerika Haus
  • Ort: Berlin, Hardenbergstraße 22-24
  • Zeit: 31. Oktober 2014 bis 16. Januar 2015. Täglich 11-20 Uhr
  • Kataloge:Magnum Contact Sheets/Kontaktbögen, Schirmer/Mosel Verlag, 524 S., 49,80 Euro
    Will McBride, Berlin im Aufbruch, Lehmstedt Verlag, 168 S., 29,90 Euro
  • Internet

Fotos von oben nach unten:
C|O Berlin: Flaschenspiele im Strandbad Wannsee, 1958.
(© Will McBride)

C|O Berlin: Außenaufnahme Amerikahaus.
(© David von Becker)

C|O Berlin: Magnum Contact Sheets: Inge Morath, A Llama in Times Square, New York, USA, 1957.
(Foto: Magnum Photos)

Martí­n Blaszko-Doku in Berlin

Heute im 18m-Salon “Martín Blaszko III”

blaszkoIm 18m-Salon in Berlin wird am heutigen 18. Dezember ein Dokumentarfilm über Martín Blaszko, einen der wichtigsten argentinischen Bildhauer des 20./21. Jahrhunderts, gezeigt, der, in Berlin geboren, 1939 mit seiner jüdischen Familie Deutschland verlassen hatte. 1952 wurde er für sein Werk “Monument für einen unbekannten politischen Gefangenen”, das in der Tate Gallery London ausgestellt wurde, ausgezeichnet. Im selben Jahr repräsentierte er Argentinien auf der Biennale von Sao Paolo, kuratiert von Julio E. Payró.

Der Film gibt gleichermaßen Einblick in sein Werk wie in seine Künstlerpersönlichkeit. Nach Vorführung des Films (der Teil III einer Trilogie ist) wird es die Möglichkeit geben, dem Regisseur des Films, Ignacio Masllorens, via Skype Fragen zu stellen, Dafne Narvaez wird das Gespräch moderieren. Der Film ist in spanischer Sprache mit englischen Untertiteln.

Martín Blaszko (1920 in Berlin geboren, 2011 in Buenos Aires gestorben) war einer der Gründer der Gruppe Madí und wird als einer der wichtigsten Repräsentanten der abstrakten Geometrie Lateinamerikas bezeichnet. Der Dokumentarfilm, der die Vorbereitungen und Aufbauarbeiten zu einer Ausstellung zeigt, die die letzte sein sollte, die er selbst erlebte, ist Teil einer Trilogie über sein Werk.

Als besonderes Extra wird außerdem ein experimenteller Kurzfilm gezeigt, den der Bildhauer selbst gedreht hat: “Vom Punkt zur Form” (s/w-Film, “Del punto a la forma”, ca. 1954) und der in Vergessenheit geraten war, bis Ignacio Masllorens ihn im Zusammenhang mit der Recherche zu seinem Dokumentarfilm ans Licht holte. Blaszko verwendet bewegte Bilder und spielt mit Perspektiven, um von Gesetzen der Geometrie und anderen Aspekten zu sprechen, die für sein Werk wichtig sind. Momentweise erinnern die schlichten Bildkompositionen in ihrer Eleganz an experimentelle Filme eines Walter Ruttman oder Hans Richter. Die dem Film unterlegte Musik stammt von seinem in Paris lebenden Enkel Ary Carpman.

  • 18m-Salon
  • Akazienstraße 30, 2. OG
  • 10823 Berlin-Schöneberg
  • Einlass ab 18 Uhr, Beginn 18.30 Uhr
  • Eintritt frei

Info en castellano aquí.

Schrill, poetisch, tieftraurig

Falk Richters experimentelle Oper “Trust” im CETC

Von Susanne Franz

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“Und dann wurde alles immer langsamer, und alles war wie in Nebel gehüllt, und ich fühlte überhaupt nichts”* … Der deutsche Bühnenautor und unabhängige Regisseur Falk Richter beschreibt in seiner 2009 in der Schaubühne Berlin uraufgeführten experimentellen Oper “Trust” den Zustand nach einem Zusammenbruch – dem Zusammenbruch des kapitalistischen Systems und dem nach einer Trennung, die eine Liebesbeziehung beendet.

Bissig und voller verzweifeltem Humor, evoziert das Werk auch das post-apokalyptische Selbstbild eines Menschen, der sich für unangreifbar hält und der keine Konsequenzen aus dem eigenen Tun befürchtet, der nicht einmal Angst vor dem eigenen Tod hat.

Mit der Unterstützung des Goethe-Instituts Buenos Aires wurde das Werk Richters im Rahmen der “Bienal de Arte Joven” verwirklicht und war jetzt vom 11. bis 16. Dezember als argentinische Erstaufführung im “Centro de Experimentación” des Teatro Colón (CETC) zu sehen.

TrustDie Inszenierung lag in Händen von Pablo Maritano; Santiago Blaum hatte die nicht minder bedeutende musikalische Leitung inne; für die futuristische Bühnengestaltung und die gekonnt eingesetzten Multimedia-Effekte zeichnete Eugenio Szwarcer verantwortlich; Ollantay Rojas steuerte die exzellente Choreografie. Den live agierenden Musikern und Schauspielern/Sängern kann man nur allerhöchstes Lob aussprechen. Einziger Wermutstropfen im zweistündigen Werk war der Ton, es wurde oft einfach zu laut. Einige verließen vielleicht deshalb die Vorstellung am Sonntag früher. Dadurch entging ihnen ein grandioser Schlussmonolog von Walter Jakob, der Kai, die Hauptperson des Werkes, verkörperte.
(*Aus dem Spanischen “rückübersetzt”.)

Fotos von oben nach unten:
Eine Art gläserner Laufsteg diente als Bühne.

(von links stehend:) Cecilia Bassano, Alejandra Flores, Gonzalo Pastrana, Matías Pellegrini, Sofía Wilhelmi; (sitzend:) Walter Jakob; (von hinten:) Victoria Murray.
(Fotos: Máximo Parpagnoli/Teatro Colón)

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Ausstellungskalender vom 13/12/2014

Von Susanne Franz

cai11Heute um 17 Uhr wird in der Fundación Proa in Buenos Aires eine Ausstellung des chinesischen Künstlers Cai Guo-Qiang eröffnet, die speziell für Argentinien geschaffene Werke (Zeichnungen aus Schießpulver und Site-specific-Werke) und eine Retrospektive seiner “explosion projects” umfasst, die er seit den 1990er-Jahren weltweit durchführt (in Videos).

Am 24. Januar 2015 wird Cai das Explosionsprojekt “La vida es una milonga. Tango de fuegos artificiales para Argentina” an der Transbordador-Brücke im Stadtteil La Boca durchführen. Das Ereignis ist eine Gemeinschaftsproduktion mit der Stadt Buenos Aires.

Die Ausstellung ist bis März 2015 zu sehen.

Die Ausstellungen der Woche:

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Agenda de Muestras del 13/12/2014

Por Susanne Franz

cai11Hoy a las 17 horas se inaugurará en la Fundación Proa una muestra del artista chino Cai Guo-Qiang con obras concebidas especialmente para Argentina (dibujos hechos con pólvora y obras site-specific), y una presentación retrospectiva de sus proyectos de explosión (obras efímeras que el artista ha creado alrededor del mundo desde los años noventa) mostrados a través de videos.

El 24 de enero de 2015, Cai realizará un proyecto de explosión llamado “La vida es una milonga. Tango de fuegos artificiales para Argentina”, en el Puente Transbordador de La Boca. El evento está organizado conjuntamente con el Gobierno de la Ciudad de Buenos Aires.

La muestra se puede visitar hasta marzo de 2015.

Las muestras de la semana:

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Neuer Ort des Gedenkens

Anne Frank-Statue in Buenos Aires enthüllt

Von Paul Bochtler

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“Aber, und das ist die große Frage, werde ich jemals etwas Großes schreiben können, werde ich jemals Journalistin und Schriftstellerin werden?”, ist einer der vielzitierten Sätze aus dem Tagebuch der Anne Frank, denn er beschreibt treffend nicht nur die Tragik, sondern auch die unerschöpfliche Hoffnung, die uns alle so sehr bewegt, wenn wir das Buch lesen. Heute gehört das Tagebuch zur Weltliteratur, ist eines der meistverkauften Bücher auf der Erde und eine der wohl bekanntesten Dokumentationen der Shoá.

Doch Anne Frank hat mehr getan, als nur den Terror um sie herum zu beschreiben – sie beschrieb das “normale”“ Leben eines dreizehnjährigen Mädchens und ganz nebenher über Ideale, Identität und Träume von einer besseren Welt.

Als Otto Frank 1945 das Tagebuch seiner ermordeten Tochter in der Hand hält, fängt auch er an, von einem Ort zu träumen, wo sich Jugendliche treffen, austauschen und etwas lernen können. In jahrelanger Arbeit entsteht so das “Anne Frank Haus” in Holland und später dann auf Initiative von Héctor Shalom und anderen, das “Centro Ana Frank Argentina”.

Eine der Personen, die Otto Frank auf diesem langen Weg begleitet haben, Rabbi Awraham Soetendorp, war an 10. Dezember in Buenos Aires zu Besuch, um zusammen mit dem Centro Ana Frank Argentina (CAFA) die Anne Frank-Statue einzuweihen, die nun ihren Platz in Puerto Madero auf der Plaza Reina de Holanda gefunden hat.

Er erzählte sehr emotional, wie er selbst als Baby vom Widerstand in Holland vor den Nationalsozialisten gerettet wurde. So sei diese Statue nicht nur eine Statue von Anne Frank, sondern eine Statue zum Gedenken an alle 1,5 Millionen Kinder, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, zum Gedenken an alle, die ihre Träume nie selbst verwirklichen konnten, erklärte er.

“Sie repräsentiert den Wert der Jugend”, betonte Bildungsminister Alberto Sileoni in seiner Rede und bestärkte den Direktor des Anne Frank Zentrums in seiner Arbeit mit Schulgruppen.

Die Enthüllung der Statue ist für das CAFA ein Meilenstein. Seit der Gründung 2009 haben Abertausende von Schülern in Argentinien nicht nur eine der verschiedenen Ausstellungen besucht, sondern auch an einem der Bildungsprojekte teilgenommen, die das CAFA im ganzen Land realisiert.

Dabei versucht das Zentrum nicht nur eine Geschichte zu erzählen, dem Schrecken der Shoá ein Gesicht zu geben, sondern auch einen Bezug zur Realität des Besuchers herzustellen. Wie der Rabbi in einem anderen Moment erwähnte: “Wer einen Marathon laufen will, trainiert nicht nur drei Stunden im Jahr, und genauso ist es mit Liebe und dem Widerstand gegen das Übel in der Welt, man braucht Übung.”

Das CAFA hier in Argentinien ist ein Ort, wo Schüler eine Chance bekommen, sich in Mitgefühl und aktiver Teilnahme zu üben und auch die jüngere Vergangenheit ihres Heimatlandes näher kennenzulernen.

“Es gibt einen Ort in Buenos Aires, den für einige Zeit die ganze Welt in ihrem Herzen getragen hat – Plaza de Mayo”, sprach der Rabbi zu Rosita von den Abuelas de Plaza de Mayo und sprach aus, was viele dachten, denn die Verbindung zwischen dem Mädchen, das im Versteck auf die Suche nach ihrer Identität ging und den vielen, die in Argentinien immer noch ihre Identität suchen, ist immanent.

Die Anne Frank-Statue in Buenos Aires ist ein weiterer Bezugspunkt für diejenigen, die in Anne Frank eine Person finden, die ihnen Raum zur Selbstreflexion, einen Ort zum Gedenken und Luft zum Atmen gibt.

“Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu verändern! […] Öffne die Augen, sei selbst gerecht! Gib selbst, was zu geben ist! Und immer, immer ist etwas zu geben, selbst wenn es nur Freundlichkeit ist! Wenn alle Letzteres geben würden und mit freundlichen Worten nicht so geizig wären, dann würde viel mehr Liebe und Gerechtigkeit in die Welt kommen!”
Anne Frank -26. März 1944

Foto:
Rabbi Awraham Soetendorp (li.), eine der Großmütter der Plaza de Mayo und der Botschafter der Niederlande (re.) kurz nach der Enthüllung der Statue.