Von der Gewalttätigkeit des Schweigens
„Entre el silencio y la violencia“ im Espacio Fundación Telefónica
Von Susanne Franz
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Die Ausstellung „Entre el silencio y la violencia“, die die Stiftung arteBA im November 2003 in New York bei Sotheby’s im Rahmen einer Auktion lateinamerikanischer Kunst zeigte, beleuchtet die Kunstproduktion der „bleiernen Zeit“ Argentiniens, der Militärdiktatur, die Ende der 1970er Jahre begann, und die Auswirkungen des Kunstschaffens dieser Zeit auf die nachfolgenden Generationen. Laut der Kuratorin Mercedes Casanegra kristallisierten sich zwei dominante Richtungen heraus: der Konzeptualismus bzw. später, bei der jüngeren, von den Ereignissen beeinflussten Generation, der Neo-Konzeptualismus (den Casanegra mit „silencio“, also Schweigen, gleichsetzt), und die Werke jener Künstler, die mit der Gewalt (also „violencia“) gearbeitet hätten, um die violenten Ereignisse ihrer Zeit zu verarbeiten.
Die Aufteilung in diese zwei Kriterien leuchtet nicht ganz ein, da Gewalt und Schweigen (Passivität), wie Aggression und Depression, zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Vielleicht ist es aus diesem Grund auch unmöglich zu bestimmen, welcher Künstler in dieser Ausstellung dem „Schweigen“ und welcher der „Gewalt“ zuzuordnen ist, und vielleicht überlässt die Kuratorin die Einteilung deshalb dem Betrachter, wie sie bei der Eröffnung im „Espacio Fundación Telefónica“ im November 2004 betonte.
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Verwirrt fahre ich auf der Rolltreppe nach unten. Mein Blick wird dabei von der monumentalen Skulptur „El coloso“ von Hernán Marina angezogen – die riesige und dennoch elegante Silhouette eines Sportlers, der über den Köpfen der Zuschauer in einer ewig währenden Liegestütze schwebt. Nur noch kurze Zeit wird die seit ein paar Monaten gezeigte Intervention im Malba zu sehen sein. Wohin der Koloss dann gehe, frage ich auf der Rolltreppe abwärts die Pressesprecherin des Museums. Worauf die neben dieser herunterschwebende Inés Katzenstein, ihres Zeichens Kuratorin, antwortet: „Nach Rhodos.“ Selten so gelacht.


