Menschliche und tödliche Wärme

Andrea Juans „Cálido – Polar“ in der Galerie Praxis

Von Susanne Franz

Der Titel der jüngsten Ausstellung der Künstlerin Andrea Juan, „Cálido – Polar“ (Warm – Polar) beschreibt ihre künstlerische Arbeit schon sehr genau – die poetische und hoch dramatische Beschäftigung mit dem Klimawandel und seinen katastrophalen Auswirkungen auf den Planeten Erde und die Menschheit. Man muss nur die Schlagzeilen in den Zeitungen lesen, um zu erahnen, wohin Klimaerwärmung, das Schmelzen der Gletscher, das Ansteigen des Wasserspiegels und die Erhöhung der Methankonzentration unter dem Meeresspiegel führen: zu Dürren in einem Landstrich, zu Sturm- und Hochwasserkatastrophen in anderen – zu Hunger, Elend, Armut und Gewalt. Das empfindliche ökologische Gleichgewicht ist bereits gestört – vielleicht für immer?

Andrea Juan zeigt in der Galerie Praxis das ästhetisch synthetisierte Ergebnis ihrer Arbeit in der Antarktis zu Beginn dieses Jahres, „Proyecto Antártida“, über das wir berichtet haben. Im Erdgeschoss der Galerie kann man einen Zusammenschnitt von 18 Minuten von drei Videos sehen, die dort entstanden sind: „Proyecciones“, „Habitantes de Esperanza“ sowie „Red“. Sieben großformatige Fotografien (100 x 133 cm) beschreiben das Ergebnis der Video-Aktion „Girasoles“ – eine Projektion von einem Feld Sonnenblumen auf die Gletscher, das sich erst sanft im Wind wiegt und dann in Flammen aufgeht; eine Wand mit 25 kleinformatigen Fotos evoziert in rührender Weise die hilflosen Spuren, die der Mensch auf der Erde hinterlassen wird. Im Obergeschoss der Galerie sind noch einmal sieben große Fotos zu sehen, die die Intervention „Rojo“ dokumentieren, in deren Rahmen der Gletscher mit einem roten Tuch bedeckt wurde, das ihn wie eine Wunde schlagend – und doch zärtlich – berührte.

Was die Zärtlichkeit angeht, auch hier greift der Titel in einer anderen Dimension: „Polar“ – kalt und frostig – ist die Realität, die wir zu verdrängen suchen, „cálido“ ist die menschliche Wärme, mit der Andrea Juan auf ein immer drängender werdendes Problem hinweist.

Eine durch und durch empfehlenswerte Ausstellung.

(Andrea Juan, „Cálido – Polar“, Fotos und Videos. Praxis International Art, Arenales 1311. Mo-Fr 10.30-20, Sa 10.30-14 Uhr. Bis 22.11.)

Kunst-Notizen

Alvear Fashion & Arts

Der „blaue Teppich“ ist ausgerollt: Im Rahmen der Feiern zum 120. Geburtstag der eleganten Avenida Alvear wurde am Mittwoch feierlich die 3. „Alvear Fashion & Arts“ eröffnet, bei der luxuriöse Modegeschäfte und Juweliere ihre Boutiquen mit Werken renommierter Künstler bestücken. Mode und Kunst gehen so eine einzigartige Verbindung ein. 58 Boutiquen und 16 Galerien nehmen teil. Bis zum 16. November.

Antiquaria 2005

Im Sheraton Buenos Aires Hotel & Convention Center, Av. L.N. Alem 1192, beginnt nächste Woche die VI. Internationale Kunst- und Antiquitätenmesse „Antiquaria 2005“, zu besichtigen vom 15.-18.11. täglich von 14-21.30 Uhr, an der diesmal auch einige Galerien teilnehmen werden, die zeitgenössische Kunst im Programm haben.

5. Expotrastiendas

Die immer gut besuchte Galerienmesse Expotrastiendas, die vom argentinischen Galeristenverband organisiert wird, findet vom 23.-28. November im alten Messegelände an der Figueroa Alcorta/Pueyrredón statt (13-22 Uhr). Zum Programm gehört eine Hommage an das emblematische „Instituto di Tella“, Symbol für die Avantgarde der 60er Jahre (Kuratorin: Andrea Giunta). Infos: www.expotrastiendasweb.com.ar.

Kunst und Nächstenliebe

Die Diplomatengattinnen nutzen ihre Zeit und ihren Einfluss für wohltätige Zwecke und veranstalten zum 8. Mal ihre Ausstellung zeitgenössischer argentinischer Kunst im Palacio San Martín. Getreu dem Motto „Por amor al arte, por amor al prójimo“ (Aus Liebe zur Kunst, aus Liebe zum Nächsten) werden die Erlöse der Stiftung „Fundación Padre Jorge Herrera Gallo“, die Jugendliche in Risikosituationen betreut, und der Blindenhilfsorganisation „Asociación de Ayuda al Ciego“ zugute kommen. Im Palacio San Martín, Arenales 761, bis zum 14. November, von 12-20 Uhr.

3. arteBA-Petrobras-Preis

Zum dritten Mal schreibt die Stiftung „Fundación arteBA“, die jährlich die renommierteste Messe zeitgenössischer Kunst Argentiniens, arteBA, veranstaltet, gemeinsam mit ihrem Hauptsponsor, dem brasilianischen Ölmulti Petrobras, den inzwischen mehr als prestigeträchtigen Preis „arteBA-Petrobras“ für junge Künstler unter 40 Jahren aus. Acht Projekte werden diesmal aus den Postulanten ausgewählt, die sich ab sofort bis zum 10. Februar 2006 einschließlich bewerben können, bei: arteBA Fundación, Paraná 1160, 3 Piso A, 1018 Buenos Aires. Zwei im Vergleich zu den Vorjahren erheblich aufgestockte Preise werden vergeben: 1. Preis: Erwerb des Kunstwerks plus 30.000 Pesos, 2. Preis: 10.000 Pesos. Alle Auserwählten erhalten 5000 Pesos, um ihr Projekt zu entwickeln. Die beiden jungen Kuratoren, Eva Grinstein und Santiago García Navarro, haben für die nächste Ausgabe des „Premio arteBA-Petrobras“, der auf der nächsten arteBA-Messe vom 19.-24. Mai 2006 gezeigt werden wird, noch eine weitere interessante Neuerung angekûndigt: Sie werden mit den ausgewählten Künstlern oder Künstlergruppen im März/April einmal pro Woche einen Workshop durchführen, in dem an den Projekten gearbeitet und eine Kohärenz für die Präsentation erarbeitet werden soll. Teilnahmebedingungen im Internet: www.arteba.com, per E-Mail: produccion@arteba.com, oder unter Tel.: 54-11-4816-8704. Den „Premio arteBA-Petrobras“ 2005 gewannen Laura del Barco, Leopoldo Estol, Laura Glusman, Mauro Giaconi, Jorge Miño, Oligatega Numeric, San Jorge y el Dragón und Axel Strasnoy.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 12.11.05-19.11.05

Ausstellungszentren

  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Di-Fr 14-21, Sa, So und feiertags 10-21 Uhr, Eintritt 1 Peso): „En la palma de la mano“, Künstler der 80-er Jahre, Werke von Eduardo Médici, Matilde Marín, Remo Bianchedi, Roberto Elía, Ana Eckell, Fernando Fazzolari (Saal 10). 14.10.-13.11. / Jacques Bedel, „Ficciones“, Skulpturen, Zeichnungen, Gemälde, Graphiken, Bücher, Objekte und Architekturmodelle. Kuratorin: Corinne Sacca-Abadi (Cronopios-Saal). 25.10.-8.12. / Selby Hickey, „Dípticos“ (Prometheus-Saal). 25.10.-27.11. / Maggie de Koenigsberg, Gemälde (Saal 12). 3.11.-27.11. / Lucas Varela, „Estupefacto“ (Espacio Historieta). 3.11.-27.11. / MARCAS OFICIALES, Ikonographien und nationale Symbole im Werk zeitgenössischer uruguayischer und argentinischer Künstler. Werke von Agustín Blanco, Karina El Azem, Mara Facchin, Rosana Fuertes, Marcelo Grosman, Leonel Luna,

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Agenda / Kalender

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Agenda de Arte 12/11/05-19/11/05

Centros de exposiciones

  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Mar-Vie 14-21, Sab, Dom y feriados 10-21 hs, entrada 1 peso): “En la palma de la mano”, artistas de los años 80, obras de Eduardo Médici, Matilde Marín, Remo Bianchedi, Roberto Elía, Ana Eckell, Fernando Fazzolari (Sala 10). 14.10.-13.11. / Jacques Bedel, “Ficciones”, esculturas, dibujos, pinturas, gráficas, libros, objetos y maquetas. Curadora: Corinne Sacca-Abadi (Sala Cronopios). 25.10.-8.12. / Selby Hickey, “Dípticos” (Sala Prometeo). 25.10.-27.11. / Maggie de Koenigsberg, pinturas (Sala 12). 3.11.-27.11. / Lucas Varela, “Estupefacto” (Espacio Historieta). 3.11.-27.11. / MARCAS OFICIALES, iconografías y símbolos nacionales en la obra de artistas contemporáneos uruguayos y argentinos. Obras de Agustín Blanco, Karina El Azem, Mara Facchin, Rosana Fuertes, Marcelo Grosman, Leonel Luna,

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Kalender / Agenda

Ausstellungs-Kalender 05.11.05-12.11.05

Ausstellungszentren

  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Di-Fr 14-21, Sa, So und feiertags 10-21 Uhr, Eintritt 1 Peso): Mario Pucciarelli, „Muestra antológica 1957-1966. Kuratorin: Patricia Rizzo (Säle 4 und 5). 14.10.-6.11. / Leonel Alexander Marchesi, „Divina Excéntrica“ (Saal 7). 14.10.-6.11. / „En la palma de la mano“, Künstler der 80-er Jahre, Werke von Eduardo Médici, Matilde Marín, Remo Bianchedi, Roberto Elía, Ana Eckell, Fernando Fazzolari (Saal 10). 14.10.-13.11. / Jacques Bedel, „Ficciones“, Skulpturen, Zeichnungen, Gemälde, Graphiken, Bücher, Objekte und Architekturmodelle. Kuratorin: Corinne Sacca-Abadi (Cronopios-Saal). 25.10.-8.12.

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