Malerei mit Tradition

Jacques Witjens in der “Colección Alvear de Zurbarán”

Von Susanne Franz

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Seit dem 14. Mai und bis zum 11. Juni ist in der Galerie “Colección Alvear de Zurbarán” (Av. Alvear 1658) die Ausstellung “Jacques Witjens y el mar” mit Gemälden des im Jahr 1881 in Den Haag geborenen Meisters zu sehen. Witjens war bis zu seinem 40. Lebensjahr in Holland, wo er Malerei in der Tradition der Haager Schule studierte. Mit seiner Familie siedelte er sodann nach Argentinien über, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1956 lebte. In seinem unverwechselbaren Stil gelang es Jacques Witjens wie wenigen Künstlern, den Geist der argentinischen Landschaften einzufangen. Er wurde schon zu Lebzeiten überaus geschätzt und mit vielen Preisen geehrt.

In dieser jüngsten Ausstellung, die montags bis freitags von 10.30-21 Uhr und samstags von 10.30-13 Uhr geöffnet ist (Führungen finden montags und mittwochs um 18 Uhr statt), kann man vor allem die Werke Witjens’ sehen, in denen das Meer im Zentrum steht.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 26.05.07.

Unsterbliches Multitalent

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Gratis-Filmzyklus vom 28. Mai bis 1. Juni im Goethe-Institut anlässlich des 25. Todestags von Rainer Werner Fassbinder

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“Vielleicht stimmt es, dass alle seine Filme schlecht sind, aber er ist und bleibt der größte Filmemacher Deutschlands. Er war da, als Deutschland den Film brauchte, um sich selbst zu finden”, sagte Jean Luc Godard. In der Welt des Films lässt sich Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) wohl am ehesten mit der Figur des Dracula vergleichen: einer, der niemals stirbt und der denen, die nach ihm kommen, wie ein Vampir auflauert. Er hat weder legitime Erben noch eindeutige Usurpatoren hinterlassen, sondern eher Spuren, die sich auf höchst unerwartete Weise zeigen und äußern.

Bis zu dem Grad, dass die deutsche Kritik sogar schon vom “Mythos Fassbinder” spricht, wie von etwas, das sich enthüllen, demontieren und zerstören soll. Es waren seine unermüdliche Schaffenskraft, seine Vorreiterrolle in Bezug auf den Neuen Deutschen Film und sein extrem provozierender Charakter, die zu seiner Mystifizierung beitrugen und zu einer weltweit bekannten Berühmtheit machten.

Fassbinder war ein Multitalent: Er war Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, arbeitete gleichzeitig für das Kino, das Theater, das Fernsehen und das Radio, und realisierte nicht nur Literaturverfilmungen, Gangster-Filme, schwarze Komödien und Chroniken, sondern auch Theaterstücke und Filme, bei denen Homosexuelle und Lesben im Mittelpunkt standen. Seine große Bewunderung für Douglas Sirk veranlasste ihn sogar dazu, das Melodram mit Filmen wie “Angst essen Seele auf”, “Martha” oder “Die Sehnsucht der Veronika Voss” neu zu erfinden.

All das setzte ihn ab von dem Weg anderer europäischer Autoren und verortete ihn eher in die Nähe der typischen Künstlerfigur aus Hollywood, die er eigentlich auch immer sein wollte. Dennoch hat er seine Wurzeln in der avantgardistischen Subkultur nie aufgegeben oder verraten.

Als Filmemacher, der in den 70er Jahren lebte und arbeitete, ein Jahrzehnt, in dem es vor allem darum ging, Brücken zwischen der Realität und der Utopie zu finden, bemühte sich Fassbinder stets, eine große Bandbreite von sozio-kulturellen und historischen Themen, die politisch von Bedeutung waren, in seinen Filmen abzudecken. “Es gefiel ihm, die deutsche Geschichte zu ergründen, in ihr nachzubohren, und er hat eine Chronik hinterlassen, die mit dem Niedergang des Preußentums in “Effi Briest” beginnt und fortgesetzt wird mit den Chaos-Jahren der Weimarer Republik (“Berlin, Alexanderplatz”), dem Aufkommen des Nationalsozialismus (“Despair- Reise ins Licht”), dem Hitler-Krieg (“Lili Marleen”), der direkten Nachkriegszeit (“Die Ehe der Maria Braun”), dem Ende der 50er- und dem Beginn der 60er-Jahre (“Der Händler der vier Jahreszeiten”), der Epoche der Gastarbeiter, dem heißen Herbst von 1977 (“Deutschland im Herbst”) und dem Ende der RAF (“Die dritte Generation”): “Er verfilmte keine Chroniken in dem Stile wie “Heimat” von Edgar Reitz, sondern zeigte die Momente der Krise und der Veränderung, geschildert anhand der bescheidenen Lebensentwürfe von Kleinbürgern, Mitläufern, Antihelden, Nebenfiguren und Asozialen”, schreibt Thomas Elsässer, Fassbinder-Spezialist und Ehrengast während der Fassbinder-Reihe im Goethe-Institut.

Rainer Werner Fassbinder hinterließ mehr als 40 Filme, aber warum wirft sein filmisches Vermächtnis so viele Schwierigkeiten auf? Auf der einen Seite schlug der deutsche Film der 80er- und 90er-Jahre einen Weg ein, der sich stark von dem unterschied, den Fassbinder gewählt hatte, aber auf der anderen Seite lässt sich der Einfluss Fassbinders auf das Werk vieler international hoch angesehener Regisseure beobachten, so bei dem Spanier Pedro Almodóvar, dem Franzosen François Ozon und auch bei den deutschen Filmemachern Oskar Roehler und Chris Kraus.

Die Filmreihe, welche anlässlich des 25. Todestages des Regisseurs veranstaltet wird, sieht die tägliche Vorstellung eines Fassbinder-Films vor, mit der anschließenden Vorführung eines Films der vier erwähnten anderen Filmemacher. Verknüpft werden die jeweiligen Filme durch eine kurze Erörterung über die Ähnlichkeiten und Nuancen beider Werke. An den Gesprächen nehmen sowohl anerkannte argentinische Spezialisten und Regisseure als auch der Fassbinder-Spezialist Dr. Thomas Elsässer von der Universität Amsterdam teil.

Die Filmreihe beginnt am Montag, dem 28. Mai, und geht bis Freitag, den 1. Juni; die Vorstellungen beginnen jeweils um 18 und 20 Uhr im Auditorium des Goethe-Instituts, Av. Corrientes 319, bei freiem Eintritt und mit simultan übersetztem Vortrag und Diskussionen zwischen den Filmen. Am Dienstag, dem 29. Mai, findet um 20 Uhr das Rundtischgespräch “Fassbinder und die Politik des Opfers” mit lokalen Spezialisten und Filmemachern und Thomas Elsässer statt.

Programm

  • Montag, 28.5., 18 Uhr: “Martha”, in Dialog mit “Scherbentanz” (20 Uhr)
  • Dienstag, 29.5., 18 Uhr : “Satansbraten”. Danach Runder Tisch: “Fassbinder und die Politik des Opfers” mit Thomas Elsässer (20 Uhr).
  • Mittwoch, 30.5., 18 Uhr: “Die bitteren Tränen der Petra von Kant” in Dialog mit “Gouttes d’eau sur pierres brûlantes”/Tropfen auf heißen Steinen (20 Uhr).
  • Donnerstag, 31.5., 18 Uhr: “Die Sehnsucht der Veronika Voss” in Dialog mit “Die Unberührbare” (20 Uhr).
  • Freitag, 1.6., 18 Uhr: “Die Ehe der Maria Braun” in Dialog mit “Carne Trémula”/Live Flesh (20 Uhr).

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Multitalento provocador

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Ciclo de cine gratis en el Instituto Goethe a 25 años de la muerte del cineasta alemán Rainer Werner Fassbinder, de lunes 28 de mayo a viernes 1º de junio

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“Quizás sea cierto que todas sus películas son malas, pero Fassbinder sigue siendo el más grande director de cine de Alemania. Estaba allí cuando Alemania necesitaba películas para encontrarse a sí misma.” Jean Luc Godard

En el mundo del cine, Rainer Werner Fassbinder (Alemania, 1945-1982) tiene algo de Drácula: alguien que nunca muere y que acecha como un vampiro a los que vienen después, sin haber dejado ni herederos legítimos ni usurpadores claros, sino más bien marcas del modo más insospechado. Tanto es así que la crítica alemana hablaba del “mito Fassbinder” como algo que, sorprendentemente, debe desmantelarse, desmontarse y destruirse. Fueron su incansable productividad, su papel como referente del Nuevo Cine Alemán y su carácter extremadamente provocador, lo que creó el mito llevándolo a la fama internacional.

Fassbinder era un multitalento: era actor, director, guionista y productor, trabajaba en forma simultánea en cine, teatro, televisión y radio, y realizaba desde adaptaciones literarias, películas de gánsters, comedias negras y crónicas hasta teatro y cine con temática gay o lésbica. Su enorme admiración por Douglas Sirk, lo llevó, incluso, a reinventar el melodrama con películas como La angustia corroe el alma, Martha o La ansiedad de Verónica Voss. Todo esto lo separaba de la trayectoria de otros autores europeos y lo acercaba a la figura hollywoodense que en algún sentido siempre quiso ser. Sin embargo, nunca llegó a abandonar sus orígenes en la vanguardia subcultural.

Como director que vivió y trabajó durante los 70, una década especialmente dedicada a tender puentes entre la realidad y la utopía, Fassbinder trataba en sus películas una amplia gama de temas socio-culturales e históricos de trascendencia política. “Le gustaba indagar en la historia alemana y ha dejado una crónica que comienza con el descenso de Prusia en Effi Briest, sigue con el caos de la República de Weimar (Berlín Alexanderplatz), el surgimiento del nacionalsocialismo (Despair – viaje a la luz), la guerra hitleriana (Lili Marleen), los años inmediatamente después de la guerra (El matrimonio de María Braun), el final de los años 50 y el comienzo de los 60 (El frutero), la época de los trabajadores invitados de los países europeos pobres, el otoño caliente de 1977 (Alemania en otoño) y el final del grupo armado clandestino RAF (La tercera generación): no filma crónicas del estilo de Heimat de Edgar Reitz sino los momentos de crisis y de cambio retratados en los modestos esbozos de vida de pequeños burgueses, conformistas, antihéroes y figuras secundarias y asociales”, escribe Thomas Elsaesser, el mayor especialista en el cine de Fassbinder e invitado de lujo durante las jornadas en el Goethe.

Rainer Werner Fassbinder dejó más de 40 películas, pero ¿por qué se plantean tantas dificultades con su legado fílmico? Por un lado, el cine alemán de los 80 y 90 tomó una trayectoria bastante distinta de la suya, pero a la vez, la influencia de su legado se observa en directores de alto reconocimiento internacional: el español Pedro Almodóvar, el francés François Ozon, y también en los alemanes Oskar Roehler y Chris Kraus. El evento que se celebra con motivo de cumplirse 25 años de la muerte del cineasta prevé la proyección diaria de una película de Fassbinder junto a una película de los otros cuatro directores mencionados, enlazadas con una breve charla sobre semejanzas y matices de ambos films.

Programa

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“Danke für deine Farben”

Juan Carlos Lasser gestorben

Lasser.jpgAm Samstag vergangener Woche ist in Buenos Aires der argentinische Künstler Juan Carlos Lasser gestorben. Er wurde 55 Jahre alt. Mit den Worten “Danke, Juan Carlos, für dein Werk, deine Farben, deine Empfindsamkeit und vor allem für deine große Menschlichkeit”, nahmen seine Freunde und Kollegen in einer Mailaktion von ihm Abschied.

Lassers abstrakte Gemälde zeichneten sich durch ihre extrem farbgewaltige Expressivität aus. Sein unverwechselbarer Malstil brachte dem Künstler zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter den Großen Ehrenpreis des LXXXI. Salón Nacional de Artes Plásticas, den Ersten Preis des Salón Nacional von Rosario (1992) und den Ersten Preis für Malerei des Salón Municipal de Artes Plásticas Manuel Belgrano (1990). Er zeigte seine Werke in vielen Gemeinschafts- und Einzelausstellungen (Van Eyck 1997, Praxis 1999, u.a.), nicht nur in Argentinien, sondern auch in Belgien, Bulgarien oder Korea.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 26.05.07.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 26.05.07-02.06.07

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Am Donnerstag wurden im Museo de Arte Hispanoamericano “Isaac Fernández Blanco” (Suipacha 1422) drei neue Dauerausstellungssäle für die Sammlung des Museums eingeweiht. Das Kulturerbe-Sekretariat der Stadt Buenos Aires gab damit die Vollendung der Rundumerneuerung des Museums bekannt, das seinen Museumsschatz ab sofort im Rahmen eines neuen museologischen Leitfadens darbieten wird: und zwar als kohärenten historischen Rundgang, anstatt wie bisher die Stücke als vereinzelte Ausdrucksformen künstlerischen Schaffens zu präsentieren. In den drei Sälen werden die Ausstellungen “Maestros del Arte Criollo” (Meister der Criollo-Kunst), “Misiones Jesuíticas de Moxos y Chiquitos” (Jesuitenmissionen von Moxos und Chiquitos) und “El Contacto con Oriente” (Berührung mit dem Osten) gezeigt. Ein Grund mehr, das schöne “Fernández Blanco” zu besuchen!

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): Alfredo Volpi (Brasilien), „50 años de pintura“. Kurator: Olivio Tavares de Araújo. 16.3.-28.5. / Marta Minujín, „Los meses del año“ (Terrasse). 7.12.-September 2007. / Sergio Avello, „Volumen“ (Explanade). 7.12.-September 2007.
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Agenda / Kalender

| Kalender / Agenda | 25/5/07 | Comentarios desactivados en Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 26/05/07-02/06/07

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El Museo de Arte Hispanoamericano Isaac Fernández Blanco inauguró ayer tres nuevas salas de exhibición permanente en su sede de Suipacha 1422. En estos nuevos espacios se expondrán las colecciones de “Maestros del Arte Criollo”, “Misiones Jesuíticas de Moxos y Chiquitos” y “El Contacto con Oriente”. Se completa así la renovación integral de la exhibición, de acuerdo al nuevo guión museológico, en el que las importantes piezas de la colección del Museo se articulan como ilustraciones de una narración histórica, en lugar de ser presentadas como manifestaciones artísticas aisladas.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): Alfredo Volpi (Brasil), “50 años de pintura”. Curador: Olivio Tavares de Araújo. 16.03.-28.05. / Marta Minujín, “Los meses del año” (Terraza). 8.12.-septiembre de 2007. / Sergio Avello, “Volumen” (Explanada). 8.12.-septiembre de 2007.
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Fortschritt durch Technik?

Die Ausstellung “Negatec” im Espacio Fundación Telefónica hinterfragt kritisch und mit viel Humor

Von Susanne Franz

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Oswaldo Maciás Installation “Surrounded by Tears” (Umgeben von Tränen) soll ein Bewusstsein dafür wecken, wie abgestumpft der globalisierte Mensch von heute gegenüber Presseberichten und -fotos von Kriegen oder Naturkatastrophen geworden ist. Susan Sontag beschrieb es in ihrem Essay “Der Schmerz der Anderen”. Maciá beweist, dass man noch nicht zu unsensibel ist, diesen Schmerz zu hören: Er hat rund um die Welt Wehklagen von Opfern aufgenommen und lässt sie uns aus in verschiedenen Höhen von der Decke hängenden Glocken vernehmen – und fühlen.

Der rasante Fortschritt der Technik hat in den vergangenen Jahren das Leben revolutioniert. Die Jugend sitzt vor dem Computer, tummelt sich in virtuellen Welten, die binäre Denkweise 1-0, ja-nein, schwarz-weiß lässt allmählich die Zwischentöne verschwinden, die das Leben reich machen. Alles ist “einfacher” mit Online-Banking oder Online-Shopping, man ist immer erreichbar mit dem Handy am Ohr, man kann alles was man will sofort haben mit E-Bay, Millionen Videos stehen bei YouTube zur Verfügung: So wächst eine Generation heran, die nicht mehr warten kann, keine Langeweile mehr erträgt. Und wenn der Strom ausfällt, herrscht die große Ratlosigkeit, denn was soll man machen, wenn innen nichts mehr drin ist und äußere Reize die Leere nicht überdecken?

Wie viel weiter hat die Technik den Menschen gebracht?

In der Ausstellung “Negatec” im Espacio Fundación Telefónica, die man noch bis Sonntag, den 27. Mai besuchen kann, gehen 13 international bekannte und renommierte Künstler und Künstlergruppen an diese Frage heran. Kurator der Ausstellung ist der 1937 in Deutschland geborene Uruguayer Luis Camnitzer, der seit 1964 in den USA lebt. Er wurde von der argentinischen Künstlerin und Kulturmanagerin Patricia Hakim eingeladen, diese Exposition zu organisieren, sie stand ihm als Co-Kuratorin zur Seite.

Camnitzer, selbst ein international berühmter Künstler und Lehrmeister, betont, dass die von ihm eingeladenen Künstler “keine negative, aber wohl eine kritische Position gegenüber dem technologischen Fortschritt” haben.

Die deutsche Künstlerin Martina Fischer beispielsweise zeigt das in sich geschlossene System, die nur dem eigenen Zweck dienenden “Auswirkungen” vieler technischer Errungenschaften, indem sie drei kleinen, staubsaugerähnlichen Machinen durch ein Kabel Strom zuführt, durch das sie zugleich auch wieder abgewürgt werden, so dass sie sich immer kurz vor und zurückbewegen, ohne jemals aus dem Kreislauf herauszukommen. Von Fischer stammen auch an der Wand installierte elektronische “Beichtkästen”, die mühevolles Formulieren oder peinliche Schuldeingeständnisse gnadenvoll überflüssig machen: Man nähert sich lediglich mit dem Ohr dem Kasten, und schon spricht eine Stimme den Sünder von seiner Schuld frei. Eine weitere Installation Martina Fischers ist ein Geldautomat, in dem man ein Herz schlagen hört. Wirft man durch den vorgesehenen Schlitz eine Münze ein, hört das Geräusch abrupt auf: Der “gütige Spender” hat den Kasten ermordet.

Können Börsenbewegungen hohe Kunst sein? Bei dem schwedischen Künstler Ola Pehrson ja: Er “übersetzt” die Börsenstatistiken in Noten und lässt sie von einem professionellen Chor singen. Sein “NASDAQ Vocal Index” hört sich überraschend gut an.

Die beiden argentinischen Künstler Roberto Jacoby und Syd Krochmalny preisen in ihrer Videoinstallation “La castidad” (Die Enthaltsamkeit) ebendiesen von beiden selbst praktizierten Lebensstil an. Dazu laden sie jeweils zwei Zuschauer (nach vorheriger Anmeldung) in einen abgeteilten Raum ein, in dem man es sich auf einem breiten Bett gemütlich machen kann. Durch Kopfhörer erhält man Anweisungen, dann läuft ein Video, auf dem die beiden durch Schauspieler dargestellten Künstler (ein Jüngling und ein älterer Herr) über allerlei im allgemeinen und die Enthaltsamkeit im besonderen philosophieren. Im Anschluss an den mit 20 Minuten zu langen Film kann man per Notebook mit denen beiden “live chatten”.

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Passiver Widerstand zwecklos

“Nadar perrito” von Reto Finger im Goethe-Institut

Von Christina Liebl

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Fünf Menschen Mitte dreißig sind auf der Suche nach einer lebenswerten Zukunft. Keiner von ihnen möchte diesen Weg alleine gehen, doch auch mit einem Partner gelingt es ihnen nicht, ihrem Leben eine Richtung zu geben. Wie der Titel “Schwimmen wie Hunde” andeutet, treiben sie unsicher und uneffektiv durch ihr Leben. “Ein Mensch, der wie ein Hund schwimmt, ist entweder erschöpft oder hat es nie richtig gelernt”, darauf weist auch die Schauspielerin und Regisseurin Andrea Garrote hin. Diese Beschreibung lässt sich auf die Personen des Stücks übertragen.

Der Schweizer Autor Reto Finger, der 2005 den Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker für sein Stück “Kaltes Land” erhielt, stellt in “Nadar perrito” zwei Lebensstrategien einander gegenüber. Alle sehnen sich nach Liebe, Familie und Glück, und vier der jungen Leute versuchen, diese Ziele mittels Verstand zu erreichen. Je nach Charakter gehen sie dabei unterschiedlich vor: Carlota stürzt sich in Männergeschichten, nachdem sie ihre siebenjährige Beziehung mit Roberto beendet hat. Ihre Lösungsvorschläge beruhen zu einem grotesken Ausmaß auf Vernunft: So teilt sie beispielsweise die Freunde in “Carlotas Freunde”, “Robertos Freunde” und “gemeinsame Freunde” ein. Sie endet schließlich in einer unglücklichen Beziehung mit Juan, mit dem sie ein Kind bekommt. Ihre Freundin Ingrid sehnt sich nach der großen Liebe, beneidet Carlota und bleibt selbst meistens erfolglos bei den Männern.

Den Gegensatz dazu bildet Roberto, der sich weigert, rational den Lebensorganisationsplänen seiner Exfreundin Carlota nachzugeben. Er verbarrikadiert sich im Keller und weigert sich, ein normales Leben weiterzuführen. So sitzt er in seinem Liegestuhl und wartet. Auf was, weiß er wohl selbst nicht so genau.

Die Inszenierung von Andrea Garrote setzt diese zwei Strategien auch in der Darstellung um: Auf der Bühne geht das Leben der Vernünftigen seinen Gang, während per Filmprojektion der passive Widerstand Robertos an der Wand sichtbar wird. Das Auge des Zuschauers wird durch das einfache Bühnenbild kaum abgelenkt, denn im Mittelpunkt stehen die Dialoge. Wie Reto Finger selbst sagt, geht es darum, dass “die urbane Mittdreissiger-Generation sehr viel kompetenter über ihr Leben spricht, als sie es lebt”.

Das Stück ist noch am 24. Mai sowie dem 7. und 14. Juni, jeweils um 20 Uhr, bei freiem Eintritt im Goethe-Institut, Av. Corrientes 319, zu sehen.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 19.05.07.

Ein “Ort der ständigen Erneuerung”

Ankündigung des VI. Internationalen Theaterfestivals von Buenos Aires

Von Susanne Franz

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“Big in Bombay” heißt der deutsche Beitrag beim FIBA 2007.

Ariane Mnouchkine, die bedeutendste Figur des zeitgenössischen Theaters, kommt mit dem weltberühmten Théâtre du Soleil nach Buenos Aires und damit zum ersten Mal nach Lateinamerika – das war die Sensation bei der Ankündigung des VI. Internationalen Theaterfestivals von Buenos Aires (Festival Internacional de Buenos Aires, FIBA). Am Freitag vergangener Woche präsentierten Stadtregierungschef Jorge Telerman, Kultursekretärin Silvia Fajre und Festivaldirektorin Graciela Casabé bei einer Pressekonferenz im Theater San Martín das Programm des Theaterfests, das vom 4. bis zum 23. September internationales Theater höchster Qualität in die argentinische Hauptstadt bringen wird.

Neben den 11 internationalen Gastspielen stehen aber auch 29 argentinische Produktionen auf dem Programm, eine Besonderheit unter den Theaterfestivals der Welt, wie Casabé betonte. Die Auswahl dürfte schwergefallen sein, denn Buenos Aires ist die produktivste Theaterstadt der Welt: Etwa 25.000 Theatervorstellungen finden pro Jahr in mehr als 260 unabhängigen Theatersälen statt. Diese Zahlen nannte Silvia Fajre, die weiter ausführte, wenn im Zentrum der V. Ausgabe des Theaterfests vor zwei Jahren noch Technologie und Neue Medien gestanden hätten, seien “Lebensgeschichten” der Schwerpunkt des Festivals in diesem Jahr. “Wer sind wir, und wie wollen wir mit anderen interagieren? Inwieweit können wir uns öffnen, ohne unsere Identität zu verlieren?”, formulierte Fajre die zentralen Fragen und nannte das Theater einen “Ort der ständigen Erneuerung”.

Stadtchef Jorge Telerman hatte sich in seiner Begrüßungsansprache zuvor als “Fan des Theaterfestivals” geoutet und seine Glückwünsche zum diesjährigen 10. Geburtstag des FIBA ausgesprochen, das im Jahr 1997 mit Christoph Marthalers “Murx den Europäer!2 eröffnet worden war.

Deutsches und deutschsprachiges Theater hat beim FIBA von jeher eine große Rolle gespielt. Unvergesslich ist Brechts “Arturo Ui” in der Inszenierung von Heiner Müller mit dem unvergleichlichen Martin Wuttke in der Hauptrolle (das Eröffnungsstück 1999), oder einige Jahre später Wuttke allein in “Artaud”. Sasha Waltz brachte mit ihrem Berliner Tanztheater “Freiland” und “Körper”, die beiden ersten Stücke ihrer Trilogie, nach Buenos Aires. In der letzten Ausgabe des FIBA, 2005, schockte Frank Castorf mit seiner Tennessee Williams-Adaptation “Endstation Amerika” mit Henry Hübchen.

Dass so hochkarätige Ensembles kommen konnten, ist nicht zuletzt dem Goethe-Institut Buenos Aires zu verdanken, das in diesem Jahr die in Argentinien geborene und seit 1995 in Berlin lebende Choreographin Constanza Macras nach Buenos Aires bringt: In ihrer Choreographie und Regie wird das Ensemble Dorky Park das Stück “Big in Bombay” aufführen.

Auch die Französische Botschaft hat tief in die Tasche gegriffen – von den 2 Millionen Pesos Budget des Festivals stammt eine Million von Institutionen und Sponsoren -, um Ariane Mnouchkine und das legendäre Théâtre du Soleil nach Buenos Aires zu locken. Für ihr Stück “Les Éphémères” mit einer Spieldauer von acht Stunden (Pausen inbegriffen), das im alten Messezentrum, dem “Centro de Exposiciones” an den Avenidas Pueyrredón und Alcorta gezeigt wird, bringen sie einen Stab von 70 Schauspielern und Technikern mit und einen Bühnenbau, der in 13 Containern herübergeschifft werden muss.

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Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 19.05.07-26.05.07

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Am Donnerstag wurde die wichtigste Kunstmesse Argentiniens, arteBA 2007, eröffnet, die vom 18. bis 22. Mai von 13 bis 22 Uhr für das Publikum zugänglich ist. Auf dem Foto ein Videostill von “Le Partenaire” von Hernán Marina (in der Videokunst-Sektion “Cubo Negro/Caja Blanca”).

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): Alfredo Volpi (Brasilien), „50 años de pintura“. Kurator: Olivio Tavares de Araújo. 16.3.-28.5. / David LaChapelle, „Heaven to Hell – Bellezas y Desastres“. Kuratorin: Eva Grinstein. 30.3.-21.5. / Marta Minujín, „Los meses del año“ (Terrasse). 7.12.-September 2007. / Sergio Avello, „Volumen“ (Explanade). 7.12.-September 2007.
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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 19/05/07-26/05/07

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Se inauguró arteBA 2007, el evento más esperado en el ambiente del arte argentino. El público podrá visitar la feria del 18 al 22 de mayo de 13 a 22 horas. En la foto un videostill de la obra “Le Partenaire” de Hernán Marina (en la sección de video arte “Cubo Negro/Caja Blanca”).

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): Alfredo Volpi (Brasil), “50 años de pintura”. Curador: Olivio Tavares de Araújo. 16.03.-28.05. / David LaChapelle, “Heaven to Hell – Bellezas y Desastres”. Curadora: Eva Grinstein. Del 30 de marzo al 21 de mayo. / Marta Minujín, “Los meses del año” (Terraza). 8.12.-septiembre de 2007. / Sergio Avello, “Volumen” (Explanada). 8.12.-septiembre de 2007.
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