Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 22/09/07-29/09/07

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El viernes 28 se inaugurará la muestra “NOA” de Emma Livingstone en RO Galería de Arte.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): Douglas Gordon, “Timeline | Línea de tiempo”, videoinstalaciones. Curador: Klaus Biesenbach. Visitas guiadas: Miércoles, jueves y viernes a las 17 hs. Sábados y domingos a las 18 hs. 30.08.-05.11. / Joaquín Torres-García, “Aladdin. Juguetes transformables”. Curadores: Jimena Perera y Alejandro Díaz. 30.08.-05.11. / Marta Minujín, “Los meses del año” (Terraza). 8.12.-septiembre de 2007. / Sergio Avello, “Volumen” (Explanada). 8.12.-septiembre de 2007. / “Intervención 5”: Cecilia Szalkowicz, “Todo es posible”. 28.06.-mayo de 2008.
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Das Leben auf dem Präsentierteller

Ariane Mnouchkines Théâtre du Soleil zeigte 8-Stunden-Ritual “Les Éphémères” auf dem VI. Internationalen Theaterfestival von Buenos Aires

Von Susanne Franz

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Momente voller Glück: Nora und Aline.

1000 Jahre sind für Gott wie ein Tag, acht Stunden lässt die Theater-Göttin Ariane Mnouchkine vorbeigehen wie einen Augenblick. Mit ihrem seit 43 Jahren bestehenden Ensemble Théâtre du Soleil betrat die legendäre Französin erstmals südamerikanischen Boden und schrieb als Höhepunkt des VI. Internationalen Theaterfestivals auch in Argentinien Theatergeschichte.

Das Stück “Les Éphémères”, das die Franzosen mitgebracht haben, ist in zwei knapp dreieinhalb Stunden dauernde, mit einer Kurzpause unterbrochene Teile aufgeteilt. Zur Halbzeit gibt es eine Stunde Pause zum liebevoll von den Franzosen zubereiteten Essen, das man im speziell zu diesem Zweck eingerichteten Restaurant zu sich nimmt. Ebenfalls wichtiger Bestandteil des Stückes ist die Gelegenheit, noch vor Beginn des eigentlichen Bühnengeschehens die Akteure an ihren Schminktischen beobachten zu können.

Neugierde und Vorfreude werden geweckt, fürs leibliche Wohl ist gesorgt, es wird genau erklärt, wie die Organisation des Tages bzw. Abends vor sich geht, so dass keine Unsicherheit aufkommt – das Publikum wird umsorgt wie ein geliebtes Kind. Und hier ist man an einem zentralen Thema von “Les Éphémères”: der Kindheit, wie sie sein sollte, und den prägenden Erlebnissen, die sie zu zerbrechen drohen. Für eindrucksvoll direktes Theater sorgt in diesem Zusammenhang, dass sich unter den vielen Akteuren auch sechs Kinder befinden.

Fast sechshundert Zuschauer passen in die Ränge aus Holzbänken, die an den zwei Längsseiten einer rechteckigen Bühne aufragen. Man schaut etwas bang auf einen leeren Holzboden hinab. Zur Linken und Rechten befindet sich ein Vorhang, und von dort werden nach und nach viele verschiedene Bühnen hereingeschoben, auf denen sich die Geschichten von “Les Éphémères” abspielen: runde Dreh“teller“, die auf Räder montiert sind und von einem, zwei oder drei “Bühnen-Bewegern” vorwärts oder rückwärts geschoben und zugleich gedreht werden, so dass alle Zuschauer einen Einblick in die Szene erhalten. Neben diesem zweckdienlichen Effekt ist das Drehen und langsame Bewegen der vielen kleinen Welten auch metaphysisch als unerbittlicher Ablauf der Zeit zu verstehen.

“Les Éphémères” ist aus einer rund einjährigen Arbeit der Improvisation des Ensembles entstanden und zeigt von den Schauspielern erlebte oder erträumte Episoden um Tod, Krankheit, Wahnsinn, Gewalt und Einsamkeit, aber auch Glück, Hoffnung und Phantasie. Die nur scheinbar gewöhnlichen “Familienszenen”, jede mit allergrößter Liebe in Szene gesetzt, hinterlassen einen unvergesslichen Eindruck im Zuschauer – in dessen Innerem sich die eigene kleine Bühne dreht.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 15.09.07.

Gott, die Welt und die Vergangenheit

Jüdische Kultur und Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Polens Beitrag zum VI. Internationalen Theaterfestival von Buenos Aires

Von Christina Liebl

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Eine Braut auf Abwegen – von einem Dybbuk besessen, verändert sich die junge Frau.

Der polnische Beitrag des VI. Internationalen Theaterfestivals mit dem Titel „The Dybbuk“ präsentierte eine unsentimentale, aber dennoch berührende Beschäftigung mit dem Judentum und dem Holocaust. Gezeigt wurde die Darbietung im Theater San Martín in der ersten Festivalwoche. Der Theaterkompanie TR Warszawa gelingt es in dem Stück, sowohl Komik als auch ernste und religiös-philosophische Aspekte zu vereinen.

Der Begriff „Dybbuk“ bezeichnet in der jüdischen Kultur eine Seele, die sich nach ihrem Tod von ihren Sünden befreien will oder Gerechtigkeit fordert und zu diesem Zweck den Körper eines Angehörigen in Besitz nimmt.

Die Basis des Stücks bilden drei die Darbietung gliedernde Texte. Den Anfang machen sieben kurze Geschichten, die sich mit Bräuchen, Glaubensweisheiten und Lebenserfahrung beschäftigen. Zumeist heiter und lehrreich, geben sie einen Einblick in die jüdische Gedankenwelt.

Der zweite Teil beruht auf einer umgeschriebenen und gekürzten Fassung von „Dybbuk“, einem Werk von Szymon Anski. Darin wird die Braut kurz vor der Hochzeit von der Seele ihres verstorbenen Geliebten besessen, der sich aus dem Jenseits am Brautvater rächt, der seine Tochter aus Geldgründen mit einem Anderen verheiratet. Doch mit dieser einfachen Geschichte vermittelt das Stück auch Informationen über Kabbala und jüdische Theologie. Gleichzeitig klingen auch Tod und Gedenken der Verstorbenen an.

Den Abschluss bildet die ebenfalls „Dybbuk“ genannte Erzählung der Autorin Hanna Krall. In diesem Teil wird der Holocaust klar angesprochen. Der nach dem Krieg in Frankreich geborene Sohn eines jüdischen Polen fühlt sich von der Seele seines Bruders besessen, der dem Holocaust zum Opfer gefallen ist. Damit erhält der Begriff Dybbuk eine neue Bedeutung: Es rückt die Erinnerung in den Vordergrund. Eine Erinnerung, von der sich die Menschen nicht befreien können und wollen. In zwei Figuren werden verschiedene Umgehensweisen mit eben dieser Vergangenheit gezeigt, ohne eine Wertung vorzunehmen: Dem Grübeln über Fragen, auf die keine Antworten zu finden sind und die so für den Menschen schmerzlich werden, steht das Akzeptieren und Mit-Gelassenheit-Ertragen gegenüber.

Das Ensemble überzeugte durch seine authentische schauspielerische Leistung und das Stück durch die objektive Reflektion, ohne jedoch distanziert zu sein. Metaphysische Fragen, auf die es keine allgemeingültigen Antworten gibt, werden in den Raum gestellt und regen zum Nachdenken an.

Ein großes Plus von „The Dybbuk“ ist der heitere Ton, der vor allem den Anfang und das Ende kennzeichnet und eine positive Möglichkeit andeutet, wie beispielsweise ein so tragisches Thema wie der Holocaust in der Erinnerung bewältigt werden kann.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 15.09.07.

Tänzerische Reise in den Orient

„Zero Degrees“ von Akram Khan und Sidi Larbi Cherkaoui auf dem VI. Internationalen Theaterfestival von Buenos Aires

Von Christina Liebl

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Große Übereinstimmung herrschte zwischen den beiden Tänzern Akram Khan (links) und Sidi Larbi Cherkaoui.

Auf der Suche nach dem Ursprung der eigenen Familie fährt ein junger Mann nach Bangladesh und Indien. Diese Reiseerlebnisse und Anekdoten sind es, die in „Zero Degrees“ tänzerisch umgesetzt werden. Als Sohn muslimischer Einwanderer lebt der junge Mann in Europa und hier wie dort steht er zwischen zwei Kulturen. Dieser ähnliche kulturelle Hintergrund verbindet die beiden Tänzer Akram Khan und Sidi Larbi Cherkaoui, ersterer in England aufgewachsen, der andere in Belgien.

Sowohl mit Elementen des indischen und orientalischen Tanzes, als auch des Jazz-Tanzes und des klassischen Balletts wurden Szenen wie die Wut des Reisenden in der Konfrontation mit korrupten Zollbeamten oder mit ihm unverständlichen Verhaltensweisen und Bräuchen umgesetzt. Humoristische Elemente wie Synchronerzählen und dabei die gleiche Gestik verwenden und der bewusst lässige Ton kontrastierten gekonnt mit den ernsthaften, subtilen und originellen Tanzbewegungen. Besonders gelungen war das Zusammenspiel der beiden Tänzer, deren unterschiedliche Stile harmonisierten und sich ergänzten.

Dabei wurde die puristische Bühnengestaltung des Künstlers Antony Gormley mit einbezogen, die nur aus zwei weißen Puppen und gleichfarbigen Wänden bestand. Besonders überzeugte die Beleuchtung, die durch geschickte Handhabung die Schatten der beiden Darsteller zu einem verschmelzen ließ oder es trotz Distanz auf der Bühne ermöglichte, dass sich die Umrisse die Hand gaben. Die vielseitig verwendbaren Puppen nutzten Khan und Cherkaoui für eine kontrastreiche Darstellung von Fremdbestimmtheit, Bewegung und Gelähmtheit, während der auch die Tänzer in die Rolle des Bewegungslosen, vom Anderen als Spielball Verwendeten schlüpften.

Ein Quartett, bestehend aus Violine, Cello, Schlagzeug und Gesang untermalte die Vorstellung. Orientalische und indische Klänge charakterisierten die Musik, die von dem bekannten Produzenten und Komponisten Nitin Sawhney für das Stück kreiert worden war. Durch ihre witzige und kreative Darbietung bewiesen die beiden Tänzer, dass sie zu Recht Träger zahlreicher internationaler Preise sind.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 15.09.07.

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Die vielseitig verwendbaren Puppen nutzten Khan und Cherkaoui für kontrastreiche Darstellungen.

„Hamlet“ als Erfahrung

Cia. dos Atores aus Brasilien präsentierte „Ensaio.Hamlet“ auf dem VI. Internationalen Theaterfestival von Buenos Aires

Von Christina Liebl

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Mit einem Minimum an Requisiten und origineller Verwendung gestaltete Cia. dos Atores ihre Interpretation von „Hamlet“.

Shakespeare, einer der größten Autoren in der Geschichte der Menschheit und eines seiner bekanntesten Dramen, „Hamlet“: wie viele Bücher, Doktorarbeiten und Traktate wurden bereits darüber geschrieben, und dennoch hat weder Autor noch Werk an Faszination verloren. Die brasilianische Theaterkompanie Cia. dos Atores unter der Leitung von Enrique Diaz präsentierte auf dem VI. Internationalen Theaterfestival im Centro Cultural de Recoleta mit „Ensaio.Hamlet“ ihre eigene Auseinandersetzung mit Shakespeare.

Dabei geht es in dem Stück nicht nur darum, das Werk des Engländers wiederzugeben, sondern vor allem eine Montage zu kreieren aus den Fragen, die „Hamlet“ aufwirft, sowie den Erfahrungen, die sich bei der Arbeit mit dem Text ergeben. Auf diese Weise werden sowohl die Beziehung der Schauspieler zu den Figuren, die sie darstellen, die Relation zwischen Publikum, Stück und Darstellern und durch den Text hervorgerufene Assoziationen in den Mittelpunkt gerückt.

Die Aktion findet in der Mitte zwischen den Zuschauerreihen statt, um das Publikum näher an das Geschehen heranzurücken. Minimalistische Mittel wie Lampen, Kerzen, Mikrofon und Videokamera werden von den Schauspielern für theatralische Effekte benutzt.

Im Zentrum der Handlung steht der dänische Prinz Hamlet, der durch den Geist seines Vaters in Kenntnis davon gesetzt wird, dass er durch seinen Bruder, den Onkel Hamlets, gewaltsam zu Tode gekommen ist. Hamlet, mehr Dichter und Denker als finsterer Rächer, versinkt ins Grübeln, und durch ihn wird das Publikum mit philosophischen und moralischen Fragen, Zweifeln und inneren Zwiespälten konfrontiert. Auch in „Ensaio.Hamlet“ konzentriert sich die Darstellung auf die Reflexion des Protagonisten, in dessen Rolle die Schauspieler abwechselnd schlüpfen. So können verschiedene individuelle Interpretationen des einen Charakters gezeigt werden. Mit Ironie stellt sich das Ensemble der Herausforderung, „Sein oder Nicht-Sein“ dem Publikum näherzubringen und die umfassende Symbolik der Shakespeare-Zeit in die Gegenwart zu übertragen.

Eine der zentralen Szenen aus „Hamlet“, der Selbstmord der Ophelia aus Liebe zu Hamlet, kann repräsentativ für die Darstellungsweise der brasilianischen Gruppe stehen: Die Schauspielerin, die in dieser Szene Ophelia verkörpert, übergießt sich mit Wasser aus einer Glasflasche, wobei das dabei entstehende Geräusch an das Glucksen einer untergehenden Person erinnert. Somit wird der Tod abstrahiert und ästhetisiert.

Ideenreichtum und überzeugendes Schauspiel machten „Ensaio.Hamlet“ zu einer wirklichen Theatererfahrung, welche dem Publikum meta-fiktionale Anstöße offerierte und einen neuen Blickwinkel auf Shakespeares Werk vermittelte.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 15.09.07.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 15.09.07-22.09.07

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Am Donnerstag wurde in der Hermeth Photo Gallery in Belgrano die Ausstellung „Anfibios“ von Alejandro Chaskielberg eröffnet.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): Douglas Gordon, „Timeline | Línea de tiempo“, Videoinstallationen. Kurator: Klaus Biesenbach. Führungen: Mi, Do und Fr 17, Sa und So 18 Uhr. 30.8.-5.11. / Joaquín Torres-García, „Aladdin. Juguetes transformables“. Kuratoren: Jimena Perera und Alejandro Díaz. 30.8.-5.11. / Marta Minujín, „Los meses del año“ (Terrasse). 7.12.-September 2007. / Sergio Avello, „Volumen“ (Explanade). 7.12.-September 2007. / „Intervención 5“: Cecilia Szalkowicz, „Todo es posible“. 28.6.-Mai 2008.
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Agenda de Muestras 15/09/07-22/09/07

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El jueves se inauguró la muestra “Anfibios”, fotos de Alejandro Chaskielberg, en Hermeth Photo Gallery en Belgrano.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): Douglas Gordon, “Timeline | Línea de tiempo”, videoinstalaciones. Curador: Klaus Biesenbach. Visitas guiadas: Miércoles, jueves y viernes a las 17 hs. Sábados y domingos a las 18 hs. 30.08.-05.11. / Joaquín Torres-García, “Aladdin. Juguetes transformables”. Curadores: Jimena Perera y Alejandro Díaz. 30.08.-05.11. / Marta Minujín, “Los meses del año” (Terraza). 8.12.-septiembre de 2007. / Sergio Avello, “Volumen” (Explanada). 8.12.-septiembre de 2007. / “Intervención 5”: Cecilia Szalkowicz, “Todo es posible”. 28.06.-mayo de 2008.
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Gelungener Auftakt des VI Festival Internacional de Buenos Aires

Tanz zwischen Schatten und Licht

Von Christina Liebl

Conjunto.jpgAm vergangenen Dienstag begann das VI Internationale Theaterfestival, das drei Wochen lang Theater, Tanz, Musik und Kunst präsentieren wird. Am Abend des ersten Tages fand im Centro de Exposiciones die Auftaktfeier statt, bei der sich unter den geladenen Gästen auch Noch-Bürgermeister Jorge Telerman zeigte. In entspannter Atmosphäre wurde bis spät zu elektronischer und Musik aus den 80er Jahren getanzt.

Nachdem am Dienstagnachmittag die Eröffnugsveranstaltung des Théâtre du Soleil wegen technischer Schwierigkeiten verschoben werden musste, startete das Festival am Mittwoch für die Öffentlichkeit mit dem holländischen Beitrag „Conjunto di NERO“ im Theater Presidente Alvear.

Das Ensemble Emio Greco | PC arbeitet in diesem Tanzstück mit Extremen, um so zu neuen Formen des Tanzes zu gelangen. Licht und Schatten, Ruhe und höchste Anspannung, Stille und für die Ohren beinah schmerzliche Klänge; diese Oppositionen formen das Ambiente, in dem sich die Tänzer bewegen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Beleuchtung, deren Konzept ebenfalls von den beiden Choreographen Emio Greco und Pieter C. Scholten entworfen wurde: Scheinwerfer malen geometrische Formen auf den Boden, Bewegungen verschwimmen in Blaulicht, die Tänzer verschwinden im Schatten, um gleich darauf plötzlich wieder beleuchtet zu werden, und sich kreuzende Lichtstraßen, welche diagonal die Bühne durchmessen, geben den Tänzern Bahnen vor, auf denen sie sich mit höchster technischer Präzision in immer schneller und heftiger werdenden Sprüngen und Schritten bewegen.

Wohlausgefeilt ist auch die Choreographie, die den Körper in den Mittelpunkt stellt. Einzeldarstellungen wechseln sich mit Gruppenszenen ab, in denen die Tänzer entweder die gleichen, oft leicht zeitversetzten Bewegungen ausführen, synchron tanzen oder aber sich gegenseitig ablösen. Dabei werden die Extreme körperlicher Leistung gezeigt: höchste Anspannung wie die ganze Bühne durchmessender Spitzentanz im Gegensatz zu scheinbar völliger Erschlaffung und dem Fall als Konsequenz. Untermalt von anschwellender Musik, werden die Bewegungen immer schneller, bis die Einzelaktion nicht mehr sichtbar ist und Arme und Beine geschlossene Kreise in den Raum malen. Daraufhin folgt wiederum Stille, in der die Atmung der Tänzer in Szene gesetzt wird und als einzige Lautkulisse den Raum vereinnahmt.

So soll in „Conjunto di NERO“ nicht eine Botschaft übermittelt, sondern der Körper mit seinen Grenzen, seinen Möglichkeiten und Ausdrucksformen gezeigt werden. Neben der gelungenen Lichtgestaltung überzeugte das Stück vor allem durch den ausdrucksstarken und exakten Tanz der Interpreten.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 08.09.07.

Humorvolle Barden

Ehrenbürgerwürde für Les Luthiers

Von Susanne Franz

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Das legendäre argentinische Musiker- und Komikerensemble Les Luthiers, das in diesem Jahr das 40. Bühnenjubiläum begeht, ist am Montag vom Stadtparlament von Buenos Aires geehrt worden. Daniel Rabinovich, Carlos López Puccio; Jorge Maronna. Marcos Mundstock und Carlos Núñez Cortés nahmen Urkunden entgegen, die sie zu Ehrenbürgern der Stadt Buenos Aires erklären. Die Initiative geht auf den Abgeordneten Fernando Melillo zurück – offensichtlich nicht der einzige Les Luthiers-Fan im überquellenden Goldenen Saal des Parlaments. Carlos Ulanovsky, Journalist und Kurator der Ausstellung „Les Luthiers – 40 años, 5 décadas, 2 siglos“, die noch bis zum 16. September im Cronopios-Saal des Centro Cultural Recoleta (Junín 1930) zu sehen ist, sagte in seiner Würdigung: “Die Luthiers haben Politik gemacht, indem sie Millionen Menschen zum Heulen brachten – vor Lachen.”

Zukünftiger Kulturpalast

Palacio de Correos wird Kulturzentrum

Von Susanne Franz

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Im Februar 2008 sollen die Bauarbeiten beginnen und am 25. Mai 2010 soll anlässlich des 200. Geburtstags der argentinischen Nation die feierliche Eröffnung stattfinden: Aus dem von 1928 datierenden prächtigen Postpalast Palacio de Correos an der Av. Corrientes 172 wird das Kulturzentrum “Centro Cultural del Bicentenario”. Das Projekt einer argentinischen Architektengruppe sieht u.a zwei Konzertsäle vor (einer davon eine hängende Konstruktion, getauft “La Ballena Azul” – der Blaue Wal). Desweiteren werden auf den sieben Stockwerken des Palacio Ausstellungsflächen, Kongresssäle und auf der Terrasse sogar ein Bereich für die Gastronomie geschaffen. Auch die Umgebung soll neu gestaltet werden – hierüber bestimmt allerdings noch das dafür zuständige Stadtparlament. Der Palast ist Verantwortung der Nation.

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Ausstellungs-Kalender 08.09.07-15.09.07

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Bis 25. September ist die Skulpturenausstellung von Susana Lescano in der Galerie Mundo Nuevo zu sehen.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): Douglas Gordon, „Timeline | Línea de tiempo“, Videoinstallationen. Kurator: Klaus Biesenbach. Führungen: Mi, Do und Fr 17, Sa und So 18 Uhr. 30.8.-5.11. / Joaquín Torres-García, „Aladdin. Juguetes transformables“. Kuratoren: Jimena Perera und Alejandro Díaz. 30.8.-5.11. / Marta Minujín, „Los meses del año“ (Terrasse). 7.12.-September 2007. / Sergio Avello, „Volumen“ (Explanade). 7.12.-September 2007. / „Intervención 5“: Cecilia Szalkowicz, „Todo es posible“. 28.6.-Mai 2008.
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