Augen zum Fliegen

Nur noch bis Sonntag: Die Foto-Ausstellung von Graciela Iturbide und zahlreiche weitere Festival de la Luz-Schauen im Centro Cultural Recoleta

Von Susanne Franz

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Selbstporträt mit “Augen zum Fliegen” von Graciela Iturbide.

Fotos, Fotos, Fotos: Das Centro Cultural Recoleta (Junín 1930) steht seit dem 7. August und noch bis zum morgigen Sonntag, den 31.8., um 21 Uhr, ganz im Zeichen des 15. Fotografie-Fests “Festival de la Luz 2008”. Fast alle Säle des Kulturzentrums sind belegt; der genaue Ausstellungsplan steht noch nicht mal auf der Webseite des “Centro”, sondern kann auf der Festival-Seite nachgeschaut werden.

Dem Kunstliebhaber im allgemeinen und dem Fotografie-Freund im besonderen sei speziell die Ausstellung “Ojos para volar” der mexikanischen Fotografin Graciela Iturbide im Saal 4 wärmstens empfohlen. Die Schwarz-Weiß-Bilder der 1942 geborenen Trägerin des renommierten Hasselblad-Preises (2008) besitzen eine unvergleichliche poetische Dichte. Die Selbstporträts erreichen ohne Effekthascherei enormen spirituellen und symbolischen Charakter; die Hinweise auf den Tod sind von brutaler Härte und zarter Melancholie zugleich. Landschafts- und Tieraufnahmen haben weit über den “gut gewählten” Ausschnitt hinaus eine “über-sinnliche” Wirkung auf den Betrachter und bleiben wie im Gedächtnis eingebrannt.

In vielen der eher durchwachsenen Gemeinschaftsausstellungen sind gute und überraschende Perlen zu finden, so im Nachbarsaal 5 der Iturbide-Ausstellung, wo die von Silvia Mangialardi kuratierte Schau “Ustedes” zu sehen ist. Ein Foto von Helen Zout zeigt ein neugeborenes Baby, nach dem ein Arzt die Hände ausstreckt, dessen Gesicht von einem Mickey-Maus-Luftballon verdeckt/ersetzt ist. Es sieht so aus, als ob die Unterhaltungs- und Konsumindustrie schon die Allerjüngsten gierig zu packen versucht. Zwei nebeneinander hängende Landschaftsfotos in Schwarz-Weiß von Oscar Pintor haben im Zusammenspiel einen enormen erotischen Inhalt.

Herausragende Beiträge zu der Ausstellung “Sutil Violento” im Saal “J”, die hier schon besprochen wurde, sind Daniela Edburgs (Mexiko) konsumkritische Bilder und Rachelle Mozmans (Panama) Kinderfotos.

Von der „Welle“ zur „Roten Zora“

Spannendes Programm auf dem 8. Deutschen Kinofestival von Buenos Aires

Von Susanne Franz

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Das Festival wird mit dem Erfolgsfilm „Die Welle“ eröffnet.

Von Donnerstag, den 11., bis Mittwoch, den 17. September, findet im Kinokomplex Village Recoleta (Junín/Vicente López) zum achten Mal das Deutsche Kinofestival statt. Die Organisatoren von German Films bringen in diesem Jahr eine Auswahl von 12 Langspielfilmen nach Buenos Aires, die einen guten Überblick über die jüngste Produktion deutschen Filmschaffens ermöglichen. Wie immer ist auch das Programm „Next Generation“ mit dabei, eine Zusammenstellung von Kurzfilmen der vielversprechendsten jungen Filmemacher-Talente Deutschlands. Etabliert hat sich zudem die Sondervorstellung eines Stummfilmklassikers mit Live-Musik: Vom Goethe-Institut Buenos Aires unterstützt, wird im Rahmen des 8. Deutschen Filmfestivals frisch restauriert und koloriert „Hamlet“ von 1920/21 mit Asta Nielsen als weiblichem Hamlet (Regie: Sven Gade und Heinz Schall) zu sehen sein. Der 111-Minuten-Film wird live vom „Cuarteto Seronoser“ – Eliana Liuni, Demian Luaces, Juan Manuel Costa und Marcelo Katz – begleitet.

Eröffnet wird das Festival mit dem Erfolgsfilm „Die Welle“ (2008) von Regisseur Dennis Gansel, der mit der Schauspielerin Jennifer Ulrich, die im Film die rebellische Karo spielt, nach Buenos Aires reisen wird. Der Streifen basiert auf einem realen Fall an einer kalifornischen Schule 1967, der Romanstoff wurde und bereits mehrfach verfilmt worden ist. Fast eine ganze Schulklasse schließt sich begeistert dem totalitären Experiment von Lehrer Wenger (Jürgen Vogel) an. Dieser kann die Eigendynamik der Bewegung später nicht mehr bremsen; es kommt zur Katastrophe. „Die Welle“ weckte in Deutschland großes Interesse, nach 10 Wochen hatten bereits mehr als 2,3 Millionen Kinobesucher den Film gesehen.

Zu den Highlights des Kinofestivals zählt auch „Auf der anderen Seite“, der neue Film von Regiestar Fatih Akin, der die Geschichte von sechs verschiedenen Menschen zwischen Deutschland und der Türkei erzählt, deren Wege sich kreuzen; „Kirschblüten – Hanami“ von Doris Dörrie, ein zu Herzen gehendes Drama über Leben, Liebe und Tod mit Elmar Wepper und Hannelore Elsner; die Komödie „Stellungswechsel“ von Maggie Peren über fünf Verlierertypen, die einen Begleitservice für Frauen gründen; und „Beautiful Bitch“ von Martin Theo Krieger, ein Großstadtabenteuer für Jugendliche über die gefährliche Freundschaft zwischen der Taschendiebin Bica, genannt Bitch, und der verwöhnten Göre Milka.

Den bekannten deutschen Schauspieler Moritz Bleibtreu kann man im packenden Gangsterfilm „Chiko“ von Özgür Yildirim sehen, der im Hamburger Drogenmilieu spielt; in „Am Ende kommen Touristen“ von Robert Thalheim wird berichtet, was im heutigen Auschwitz vor sich geht. Der spannende Thriller “Trade – Willkommen in Amerika“ von Marco Kreuzpaintner erzählt von moderner Sklaverei, Menschenhandel und Prostitution. Der Film „Nichts als Gespenster“ von Regisseur Martin Gypkens besteht aus fünf Episoden, die in jeweils verschiedenen Ländern spielen. „Rose“ von Alain Gsponer berichtet von einer alleinerziehenden Mutter und den Problemen, die sich ihr stellen, als ihr Ex wieder auftaucht.

Der diesjährige Film für Groß und Klein, der wie immer am Samstag und Sonntag des Festivalwochenendes gezeigt wird, ist ein besonderer Leckerbissen: „Die rote Zora“ von Regisseur Peter Kahane nach dem 1941 erschienenen gleichnamigen Kinderbuch von Kurt Held verspricht spannende Unterhaltung. Der Dokumentarfilm „Am Limit“ von Pepe Danquart zeigt schließlich das adrenalingeladene Leben zweier Alpinisten.

In diesem Jahr kostet die Eintrittskarte pro Einzelfilm 17 Pesos, mittwochs 15 Pesos. Ein Abo über fünf Filme kann man für 75 Pesos erwerben; eines für 10 Filme (nur im Vorverkauf) für 140 Pesos. Die Sondervorstellung „Hamlet“ kostet 20 Pesos.

Es sind noch zwei weitere Gäste aus Deutschland zugegen: Martin Gypkens stellt seinen Film „Nichts als Gespenster“ persönlich vor; und Lothar Herzog präsentiert seinen Kurzfilm „Yuppi Cars“ im Rahmen des Programms „Next Generation“.

Eine Neuheit gibt es bei diesem 8. Deutschen Filmfestival auch: Das Publikum ist zum ersten Mal aufgerufen, seinen Lieblingsfilm zu küren. Unter den teilnehmenden Kinogästen werden zahlreiche Preise verlost.

Infos zum Programm und alle Einzelheiten sind in Kürze auf der Webseite des Festivals zu finden.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 30.08.08.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 30.08.08-06.09.08

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Am 4. September wird eine Ausstellung mit Fotos von Sofía Abboud in der Fundación Alberto Elía–Mario Robirosa eröffnet.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 15 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 7,50 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): „Contemporáneo 22. Discursos narrativos“. Gastkurator: Kevin Clark Power. Künstler: Edgar Endress (Chile), Wilger Sotelo (Kolumbien), Douglas Pérez (Kuba), Abraham Lacalle (Spanien), Mondongo (Argentinien), Juan Enrique Bedoya (Peru) und Henry Eric (Kuba). 7.8.-22.9. / Félix González-Torres (Kuba/USA, 1957-1996), „Somewhere/Nowhere – Algún lugar/Ningún lugar“. Gastkuratorin: Sonia Becce. Saal 5 (2. Stock), Saal 3 (1. Stock) und Terrasse. Eröffnung: 4.9., 19 Uhr. Bis 3.11.
  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Di-Fr 14-20, Sa, So und feiertags 11-20 Uhr): Matilde Marín, „De Natura (zona alterada)“. Kuratorin: Mercedes Casanegra. Cronopios-Saal. 12.8.-14.9. / 18 Ausstellungen des „Festival de la Luz 2008“. Infos hier. 7.8.-31.8.
  • Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA), Av. del Libertador 1473 (Di-Fr 12.30-19.30, Sa und So 9.30-19.30 Uhr. Eintritt frei): „El Cubismo y sus entornos en las colecciones de Telefónica“. Saal 106. 22.7.-14.9. / „Juan Carlos Castagnino – humanismo, poesía y representación“, Retrospektive. Erdgeschoss, „Pabellón“. 29.7.-28.9.
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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 30/08/08-06/09/08

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La muestra de fotos de Sofía Abboud en la Fundación Alberto Elía–Mario Robirosa se inaugurará el 4 de septiembre.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 15 pesos, docentes y mayores de 65 años 7,50 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): “Contemporáneo 22. Discursos narrativos”. Curador invitado: Kevin Clark Power. Artistas: Edgar Endress (Chile), Wilger Sotelo (Colombia), Douglas Pérez (Cuba), Abraham Lacalle (España), Mondongo (Argentina), Juan Enrique Bedoya (Perú) y Henry Eric (Cuba). 07.08.-22.09. / Félix González-Torres (Cuba/EEUU, 1957-1996), “Somewhere/Nowhere – Algún lugar/Ningún lugar”. Curadora invitada: Sonia Becce. Sala 5 (2º piso), sala 3 (1º piso) y terraza. Inauguración: 04.09., 19 hs. Hasta 03.11.
  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Mar-Vie 14-20, Sab, Dom y feriados 11-20 hs): Matilde Marín, “De Natura (zona alterada)”. Curadora: Mercedes Casanegra. Sala Cronopios. 12.08.-14.09. / 18 exposiciones del “Festival de la Luz 2008”. Info aquí. 07.08.-31.08.
  • Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA), Av. del Libertador 1473 (Mar-Vie 12.30-20.30, Sab y Dom 9.30-20.30 hs. Entrada libre): “El Cubismo y sus entornos en las colecciones de Telefónica”, 41 piezas de destacados artistas que conforman la colección de Arte Cubista de Telefónica. Sala 106. 22.07.-14.09. / “Juan Carlos Castagnino – humanismo, poesía y representación”, retrospectiva. Planta Baja, Pabellón. 29.07.-28.09.
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Der Akt des Zeichnens

Werke von Alejandro Scasso bei “Niundiasinunalinea”

Von Susanne Franz

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Alejandro Scasso am Eröffnungabend vor einem seiner Werke.
(Foto: Susanne Franz)

“Niundiasinunalinea” – etwa: “Kein-Tag-ohne-einen-Strich” – ist ein Projekt von (bislang) 10 Künstlern, die jeden Tag eine Zeichnung anfertigen und diese ins Internet stellen. Die Idee entstand im Jahr 2006, und eines der drei Gründungsmitglieder des Projekts war Alejandro Scasso, ein argentinischer Künstler, der seit 17 Jahren in Deutschland, genauer gesagt in Köln lebt. Alejandro ist eigentlich Maler und verdient seine Brötchen in wieder einem anderen Beruf in einem der zahlreichen Kölner Filmstudios. Zu Hause in Buenos Aires ist er lange nicht mehr gewesen, aber nun hat es ihn doch einmal wieder an den Río de la Plata verschlagen. Eine Ausstellung wollte er eigentlich gar nicht machen, doch die Freunde von “Niundiasinunalinea” überredeten ihn – einer stellte ihm auch sein Atelier zur Verfügung. So wurde am 15. August (und bis zum 29.) eine Schau mit Alejandro Scassos in den letzten drei Wochen eigens geschaffenen Zeichnungen eröffnet – in der Galerie “Niundiasinunalinea” in San Telno (Defensa 1455), die die Freunde seit November 2007 erfolgreich betreiben.

Omar Estela und Pablo Engel sind zwei von ihnen. Auch sie – und alle beteiligten Künstler – sind von Haus aus keine Zeichner. “Wir leben alle von etwas anderem, und die meisten von uns sind auf anderen künstlerischen Gebieten tätig, als Architekten, Graphiker, Bildhauer oder Maler”, sagt Omar. “Aber uns liegt daran, der Zeichnung zu einer neuen Wertschätzung zu verhelfen”, fügt Pablo hinzu. Den Akt des Zeichnens – das nur wenige Striche erfordernde Entstehen von Etwas aus dem Nichts – wollen die Künstler in ein neues Licht rücken, u.a. auch, indem sie in der Galerie immer wieder einmal live zeichnen. Dieser “Performance” kann der Zuschauer in der Galerie selbst beiwohnen, oder er kann sie von außen durch die großen Fenster auf eine Leinwand projiziert sehen.

Die Galerie hat hohe, weiß gestrichene Wände, auch die sehr gute Beleuchtung lässt die Werke gut zur Geltung kommen. An einer Wand steht ein kleiner Schreibtisch mit Computer, und daneben der “Galerienschatz” – ein Archivschrank, in dem die bisher geschaffenen Originalwerke unter den Namen der jeweiligen Künstler abgelegt sind. “Wenn jemand eines der Originalwerke kauft, bekommt er nicht nur eine CD mit allen anderen Werken des Projekts dazu, sondern auch die Gewissheit, einen Baustein eines sich in einem lebendigen Prozess befindlichen Gesamtkunstwerks zu erwerben”, sagt Omar Estela.

Alejandro Scasso hat unterdessen viele Hände zu schütteln. Auch sein Lehrer, der renommierte argentinische Künstler Ernesto Pesce, ist unter den vielen Gästen. Alejandro hat nicht viel Zeit, über seine Werke zu sprechen. “Mich interessiert die menschliche Geste”, sagt er, “der ursprüngliche kreative Zündfunke, der aus dem Bauch kommt, der aber dann durch die Gedanken eine neue Dimension bekommt.” Alejandro synthetisiert die Verflechtung von Gefühls- und intellektueller Welt in seinen Arbeiten, indem er seine spontanen, “un-bewussten” Zeichengesten kopiert und diese Kopien wiederum in seine Werke überträgt. “Die Wiederholung, das Erstarren der Geste” will er so zum Ausdruck bringen. “Eigentlich komme ich von der expressionistischen Malerei”, sagt er. “Aber ich habe so viel davon in Deutschland gesehen, dass ich übersättigt war.” Der heutigen technologisierten Welt und Gesellschaft müsse man auch mit anderen künstlerischen Mitteln gerecht werden.

In der Mitte der Galerie steht ein kleiner Tisch mit ein paar Flaschen Rotwein und etwas zum Knabbern. Ein wenig fühlt man sich hier wie bei Freunden im Wohnzimmer. Das Projekt “Niundiasinunalinea” ist ein bisschen anders, “an der Peripherie des Marktes”, wie Omar Estela es ausdrückt. Doch bei allem Wohlfühl-Bonus wird auch deutlich, dass es sich dabei um eine bewusste, durchdachte Entscheidung handelt, die Erfolg zeitigt.

An dem Projekt “Niundiasinunalinea” sind folgende Künstler beteiligt: Javier Bernasconi, Cecilia Coppo, Pablo Engel, Omar Estela, Tomás Fracchia, Lux Lindner, Héctor Meana, Marcela Oliva, Alfonso Platini und Alejandro Scasso. Die Galerie in der Straße Defensa 1455 ist dienstags bis sonntags von 15,30-20.30 Uhr geöffnet; jeden Nachmittag trifft man einen der beteiligten Künstler in der Galerie an. Das Projekt ist auch im Internet zu finden.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 23.08.09.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 23.08.08-30.08.08

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Matilde Marín, aus der Foto-Serie „La necesidad“ (Bedürftigkeit), entstanden zwischen 2002 und 2005 in Bogotá, Kolumbien; Paranaibo, Surinam; Santiago de Chile; Buenos Aires, Argentinien; Sao Paulo, Brasilien; New York, USA; Quito, Ecuador; Barcelona, Spanien; Medellín, Kolumbien. Im Cronopios-Saal des Centro Cultural Recoleta.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 15 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 7,50 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): „Contemporáneo 22. Discursos narrativos“. Gastkurator: Kevin Clark Power. Künstler: Edgar Endress (Chile), Wilger Sotelo (Kolumbien), Douglas Pérez (Kuba), Abraham Lacalle (Spanien), Mondongo (Argentinien), Juan Enrique Bedoya (Peru) und Henry Eric (Kuba). 7.8.-22.9.
  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Di-Fr 14-20, Sa, So und feiertags 11-20 Uhr): Matilde Marín, „De Natura (zona alterada)“. Kuratorin: Mercedes Casanegra. Cronopios-Saal. 12.8.-14.9. / 18 Ausstellungen des „Festival de la Luz 2008“. Infos hier. Seit 7.8.
  • Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA), Av. del Libertador 1473 (Di-Fr 12.30-19.30, Sa und So 9.30-19.30 Uhr. Eintritt frei): „El Cubismo y sus entornos en las colecciones de Telefónica“. Saal 106. 22.7.-14.9. / „Juan Carlos Castagnino – humanismo, poesía y representación“, Retrospektive. Erdgeschoss, „Pabellón“. Seit 29.7.
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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 23/08/08-30/08/08

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Matilde Marín, serie “La necesidad”, realizada entre 2002 y 2005 con registros fotográficos de las ciudades de Bogotá, Colombia; Paranaibo, Surinam; Santiago de Chile; Buenos Aires, Argentina; Sao Paulo, Brasil; New York, USA; Quito, Ecuador; Barcelona, España; Medellín, Colombia. En la Sala Cronopios del Centro Cultural Recoleta.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 15 pesos, docentes y mayores de 65 años 7,50 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): “Contemporáneo 22. Discursos narrativos”. Curador invitado: Kevin Clark Power. Artistas: Edgar Endress (Chile), Wilger Sotelo (Colombia), Douglas Pérez (Cuba), Abraham Lacalle (España), Mondongo (Argentina), Juan Enrique Bedoya (Perú) y Henry Eric (Cuba). 07.08.-22.09.
  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Mar-Vie 14-20, Sab, Dom y feriados 11-20 hs): Matilde Marín, “De Natura (zona alterada)”. Curadora: Mercedes Casanegra. Sala Cronopios. 12.08.-14.09. / 18 exposiciones del “Festival de la Luz 2008”. Info aquí. Desde 07.08.
  • Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA), Av. del Libertador 1473 (Mar-Vie 12.30-20.30, Sab y Dom 9.30-20.30 hs. Entrada libre): “El Cubismo y sus entornos en las colecciones de Telefónica”, 41 piezas de destacados artistas que conforman la colección de Arte Cubista de Telefónica. Sala 106. 22.07.-14.09. / “Juan Carlos Castagnino – humanismo, poesía y representación”, retrospectiva. Planta Baja, Pabellón. Desde 29.07.
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Altes Buenos Aires neu entdeckt

„Buenos Aires memoria antigua“ in der Casa de la Cultura

Von Diana Hörger

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So wie sich ein menschliches Gesicht im Laufe der Zeit verändert, wandelt sich auch das Profil einer Stadt im Laufe von Jahrzehnten, auf selbstverständliche Weise. Oft erst auf Fotografien wird einem der Unterschied bewusst. Wer die Unterschiede zwischen der kleinen Kolonie Buenos Aires im 19. Jahrhundert und der Millionenstadt heute sehen möchte, hat jetzt noch bis zum 31. August Gelegenheit dazu. In der Werkschau „Buenos Aires memoria antigua“ werden im ersten der drei geplanten Ausstellungsteile nun Bilder aus der Zeit zwischen 1850-1880 in der Casa de la Cultura (Av de Mayo 575) ausgestellt.

Hier wird nicht nur gezeigt, wie die „Calle Florida“ ohne Menschenmassen, Schaufenster und Gebäude ausgesehen hat, sondern auch, wie sich die Technik der Fotografie ausgehend von der Daguerreotypie entwickelte. Die Ausstellung ist Dienstag bis Freitag zwischen 14 und 20 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 20 geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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Ausstellungs-Kalender 15.08.08-23.08.08

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Werke von Dino Bruzzone werden in der Gemeinschaftsausstellung „Escénica“ gezeigt, die im Rahmen des Fotografie-Fests „Festival de la Luz 2008“ stattfindet. Eröffnung ist am 16.8. um 17 Uhr in der „Fotogalería“ des Centro Cultural Ricardo Rojas, Av. Corrientes 2038.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 15 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 7,50 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): „Contemporáneo 22. Discursos narrativos“. Gastkurator: Kevin Clark Power. Künstler: Edgar Endress (Chile), Wilger Sotelo (Kolumbien), Douglas Pérez (Kuba), Abraham Lacalle (Spanien), Mondongo (Argentinien), Juan Enrique Bedoya (Peru) und Henry Eric (Kuba). 7.8.-22.9.
  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Di-Fr 14-20, Sa, So und feiertags 11-20 Uhr): Matilde Marín, „De Natura (zona alterada)“. Kuratorin: Mercedes Casanegra. Cronopios-Saal. 12.8.-14.9. / 18 Ausstellungen des „Festival de la Luz 2008“. Infos hier. Seit 7.8.
  • Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA), Av. del Libertador 1473 (Di-Fr 12.30-19.30, Sa und So 9.30-19.30 Uhr. Eintritt frei): „El Cubismo y sus entornos en las colecciones de Telefónica“. Saal 106. 22.7.-14.9. / „Juan Carlos Castagnino – humanismo, poesía y representación“, Retrospektive. Erdgeschoss, „Pabellón“. Seit 29.7.
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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 15/08/08-23/08/08

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Dino Bruzzone en la muestra colectiva “Escénica”, en el marco del Festival de la Luz 2008. Inaugurará el 16/8 a las 17 hs en la Fotogalería del Centro Cultural Ricardo Rojas, Av. Corrientes 2038.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 15 pesos, docentes y mayores de 65 años 7,50 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): “Contemporáneo 22. Discursos narrativos”. Curador invitado: Kevin Clark Power. Artistas: Edgar Endress (Chile), Wilger Sotelo (Colombia), Douglas Pérez (Cuba), Abraham Lacalle (España), Mondongo (Argentina), Juan Enrique Bedoya (Perú) y Henry Eric (Cuba). 07.08.-22.09.
  • Centro Cultural Recoleta, Junín 1930 (Mar-Vie 14-20, Sab, Dom y feriados 11-20 hs): Matilde Marín, “De Natura (zona alterada)”. Curadora: Mercedes Casanegra. Sala Cronopios. 12.08.-14.09. / 18 exposiciones del “Festival de la Luz 2008”. Info aquí. Desde 07.08.
  • Museo Nacional de Bellas Artes (MNBA), Av. del Libertador 1473 (Mar-Vie 12.30-20.30, Sab y Dom 9.30-20.30 hs. Entrada libre): “El Cubismo y sus entornos en las colecciones de Telefónica”, 41 piezas de destacados artistas que conforman la colección de Arte Cubista de Telefónica. Sala 106. 22.07.-14.09. / “Juan Carlos Castagnino – humanismo, poesía y representación”, retrospectiva. Planta Baja, Pabellón. Desde 29.07.
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Soziale Ästhetik

Juan Carlos Castagnino im Museo Nacional de Bellas Artes

Von Katharina Guderian

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Aus der Serie „Cordobazo“.
(Foto: Katharina Guderian)

Unterschiedlicher könnten die Stilrichtungen kaum sein – farbenfrohe Ölgemälde, Acryl und Aquarelle, klare Tintenzeichungen, anatomische Zeichenstudien, Collagen mit Zeitungsausschnitten, Wandmalereien. Die Werke des argentinischen Künstlers Juan Carlos Castagnino haben eine Bandbreite, die ihresgleichen sucht. Sie werden vereint nicht nur von dem ästhetischen Bedürfnis des Künstlers, sondern auch von seinem sozialen und politischen Anspruch. Die Ausstellung „Humanismo, poesía y representación“ im Museo Nacional de Bellas Artes zeigt bis zum 28. September etwa 100 Werke des am 18. November 1908 in Mar del Plata geborenen Künstlers.

„Castagninos Wandmalereien werden oft vergessen, für mich bilden sie aber das Herz dieser Ausstellung“, betont Kuratorin Clelia Taricco. Nach Kunststudien am MEEBA (Escuela Superior de Bellas Artes) und Seminaren bei den Meistern Lino Eneo Spilimbergo und Ramón Gómez Cornet wurde Castagnino im Alter von 25 Jahren von dem Mexikaner David A. Siqueiros in die Gruppe einberufen, welche die Wandmalerei in der Quinta von Natalio Botana in Don Torcuato gestalten sollte. Danach schuf er zahlreiche weitere Wandbilder an den unterschiedlichsten öffentlichen und privaten Orten weltweit.

Sein wahrscheinlich bedeutendstes Werk in Argentinien schuf er 1945 zusammen mit Antonio Berni, Spilimbergo, Demetrio Urruchúa und Manuel Colmeiro Guimarás in den Galerías Pacífico in Buenos Aires. Die Ausstellung im Bellas Artes zeigt Kohlestudien auf Pergament, die der Künstler im Vorfeld für seine Wandmalereien fertigte, an welchen sich der Entstehungsprozess der Arbeiten nachvollziehen lässt. Faszinierend ist die auf eine große, weiße Wand projizierte Diashow seiner Wandmalereien, die laut Taricco so zum allerersten Mal überhaupt in einer Ausstellung gezeigt wird.

Bei den Wandmalereien kommt Castagninos besondere Beziehung zu seinem Publikum am stärksten zu tragen: „Ein Werk ist so lange nur ein potenzielles Kunstwerk, bis es seinen Betrachter trifft.“ Castagnino trieb die Wandmalerei in Argentinien voran und versuchte so, die Trennung zwischen der Öffentlichkeit und der Malerei zu bewältigen. Er spricht dem Betrachter eine wichtige Rolle zu, denn der Mensch vor dem Werk sieht, richtet, transformiert, ersinnt, liest und versteht. Für Castagnino galt Kunst als soziale Gegebenheit. Somit flossen neben seinen ästhetischen Ansprüchen auch die politischen und sozialen Interessen in seine Produktion ein. Er wollte Visionen und Ängste der Personen im sozialen Umfeld seiner Zeit als Bild des ganzheitlichen Menschen einfangen. „Die Kunst muss das Zeugnis unserer Welt sein, unserer Ideen und der sozialen Phänomene, in denen wir leben“, lautete Castagninos Dogma.

Der Künstler lernte 1939 bei einer Studienreise durch Europa unter anderem Braque, Léger und Picasso kennen. Doch seine 40 Schaffensjahre sind am stärksten geprägt von einem tiefen humanistischen Gefühl. In der Ausstellung sind Castagninos Werke sowohl thematisch wie auch chronologisch angeordnet. Der Mensch ist das Leitmotiv seiner gesamten Produktion. In den 40ern schuf er eine Serie von expressiven Landschaftsbildern, in den 50ern konzentrierte er sich auf Landarbeiter und Fabriklandschaften. Auch der Kontrast zwischen Stadt und Land ist ein allgegenwärtiges Thema seines Schaffens. Ende der 60er entstanden die Serien „Vietnam“ und „Cordobazo“. Diese beschäftigen sich mit der in den Medien gezeigten Gewalt. Die Collagen aus aufgeklebten Zeitungsausschnitten und schwunghaften Tuschezeichnungen schaffen verschiedene Bedeutungsebenen, die einen simultanen Dialog über Wirklichkeit und Interpretation ermöglichen. Castagnino illustrierte außerdem eines der wichtigsten Werke argentinischer Literatur, die Gaucho-Gedichte „Martín Fierro“ von José Hernández.

Der Künstler wurde mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, unter anderem der Ehrenmedaille in Malerei des internationalen Kunstfestes in Brüssel (1958), dem großen Ehrenpreis des Salón Nacional (1959) und dem Sonderpreis für Zeichnungen bei der II. Biennale von Mexiko (1962). Ein Jahr später wurde er zum Mitglied der Academia Nacional de Bellas Artes ernannt. Am 21. April 1972 verstarb er in Buenos Aires. Insbesondere seine Wandmalereien überall auf der Welt, werden aber seinen Dialog mit den Menschen weiterführen.

  • Bis 28.9. im Museo Nacional de Bellas Artes, Av. del Libertador 1473. Di-Fr 12.30-19.30, Sa und So 9.30-19.30 Uhr. Eintritt frei.