Schwedische Jazz-Diva begeisterte

Gunhild Carling heizte mit Swing und Hot Jazz ein

Von Marcus Christoph

gunhild
Sie wurde gefeiert mit Standing Ovations. Bis weit nach Mitternacht hatte Gunhild Carling auf temperamentvolle Weise das Publikum im Regente Palace Hotel in Buenos Aires mit Swing und Hot Jazz unterhalten. Entsprechend groß war der Beifall für die Schwedin, deren kraftvolle Stimme einer Aretha Franklin alle Ehre machte. Doch die blonde Entertainerin aus Skandinavien überzeugte bei ihrem ersten Auftritt in Argentinien nicht nur am Mikrofon, sondern sie griff auch selber zu Instrumenten wie Posaune, Trompete und Flöte.

Begleitet wurde die 39-Jährige von argentinischen Jazzkönnern wie Carlos Acosta (Klarinette), Lucas Gabriel Ferrari (Keyboard), Willy López (Gitarre), Toto Pomar (Kontrabass) und Oscar Lineros (Schlagzeug). Auf dem Programm standen Klassiker wie “Sweet Georgia Brown”, “Georgia On My Mind”, “Shine” oder “Rocking Chair”. Der Funke sprang über. Junge Leute im Publikum schwangen spontan das Tanzbein.

Die Professionalität der beteiligten Musiker lässt sich alleine schon an dem Umstand ablesen, dass es praktisch keine gemeinsamen Proben vor der Show gab. Carling kam am Morgen ihres ersten Auftrittstages am Flughafen Ezeiza an und stand nur einige Stunden später mit ihren argentinischen Musikerkollegen auf der Bühne im Regente Palace, wo gleich zwei jeweils gut zweistündige Konzerte anstanden.

Viel Zeit zum Verschnaufen hatte Carling während ihres fünftägigen Aufenthalts in Argentinien ohnehin nicht. Nach einem Live-Gig am zweiten Tag im “BeBop”-Lokal in San Telmo ging es nach Bariloche, wo Carling auf dem Restaurantschiff “Modesta Victoria” sowie im Hotel “Llao Llao” auftrat. Zum Abschluss führte der Weg sie wieder zurück nach Buenos Aires, wo sie im “Teatro Moderno La Baita” noch einmal eine Kostprobe ihres Könnens gab.

Organisiert wurde die Mini-Tournee der schwedischen Jazz-Diva von dem Deutsch-Argentinier Alfredo Dannemann, der selber leidenschaftlicher Jazz-Saxophonist ist. Der einstige Manager der skandinavischen Fluggesellschaft SAS war bereits 1984 im schwedischen Göteborg auf die damals erst achtjährige Carling aufmerksam geworden, die aus einer musikbegeisterten Familie stammt und schon im Kindesalter auf der Bühne stand.

Viele Jahre später entdeckte Dannemann im Internet auf Youtube Musikclips mit der inzwischen zum Star gereiften Carling. Von Argentinien aus stellte er den Kontakt her. Dreimal besuchte er Jazzfestivals in Schweden, um die Virtuosin zu sehen. Dabei reifte der Entschluss, die Musikerin nach Argentinien einzuladen. Ein Vorhaben, für das Dannemann auch die Unterstützung der schwedischen Botschaft in Buenos Aires gewinnen konnte. Vor Carlings erstem Konzert in Buenos Aires gab es einen Empfang von Schwedens Botschafterin Gufran Al-Nadaf zu Ehren Carlings.

Es mussten indes einige Jahre ins Land ziehen, ehe die Reise nach Argentinien realisiert werden konnte. Doch was lange währt, wird endlich gut. Davon jedenfalls zeugen der Beifall und die Begeisterung, die die Schwedin bei ihrem Publikum in Argentinien entfachte.

Foto:
Gunhild Carling in Aktion.
(Foto: marcus Christoph)

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