Der Karneval ist los

Zahlreiche Murgas ziehen durch die Straßen von Buenos Aires

Von Magdalena Hechtel


Sie nennen sich “Los Curdelas de Saavedra” (etwa: “Die Betrunkenen von Saavedra”), “Los Mocosos de Liniers” (etwa: “Die Rotzbengel” von Liniers) oder “Los Pecosos de Chacarita” (etwa: “Die Sommersprossigen” von Chacarita) – die Murgas, die sich während der Faschingszeit in ihren jeweiligen Stadtteilen dem Publikum präsentieren. Ihr Urpsrung liegt in den 1920er Jahren, als Buenos Aires immer weiter wuchs und die porteños damit begannen, sich mehr und mehr über ihr Wohnviertel anstelle ihrer Ethnie zu identifizieren.

Aus zunächst losen Zusammenschlüssen von rund 15 bis 20 jungen Männern, die zur Faschingszeit singend durch die Straßen zogen, entstanden die heutigen Murgas. Längst gehören ihnen nicht mehr nur Männer an, sondern auch Frauen und Kinder. Die verschiedenen Gruppen sind anhand ihrer Kostüme leicht zu unterscheiden. Jede Murga wählt zwei Farben, die sich in ihrer Kleidung, ihren Fahnen und der den Zug anführenden Standarte widerspiegeln. Die Instrumente der Murgas gleichen sich jedoch. Ohne eine Trommel inklusive Becken wäre keine von ihnen komplett, das gleiche gilt für Bandoneon und Akkordeon.

Die Tänze sind ebenso wie die Melodien und die Texte der Lieder von Stadtteil zu Stadtteil unterschiedlich. Das musikalische Repertoire ist dabei breit gefächert. Neben einem Lied zur Präsentation der Murga auf unterhaltsame Weise dient ein weiteres der ironiegeladenen Kritik an den aktuellen politischen Verhältnissen oder einer prominenten Persönlichkeit. Außerdem grüßen die Murgas zum Abschluss auf musikalische Weise ihr Publikum und verabschieden sich mit dem Versprechen, in der nächsten Faschingszeit wiederzukommen.

Die diesjährigen Karneval-Feierlichkeiten beginnen bereits an diesem Wochenende und ziehen sich durch den ganzen Februar hindurch. An den Samstagen (3., 10., 17. und 24. Februar) sind die Umzüge von 19 bis 2 Uhr zu sehen, an den Sonntagen (4. 11., 18. und 25. Februar) wird von 19 bis 0 Uhr auf den Straßen gefeiert. Höhepunkt des bunten Treibens sind der Faschingsmontag (19 bis 2 Uhr) sowie der Faschingsdienstag (19 bis 0 Uhr). Die jeweiligen Murgas präsentieren sich unter anderem in den folgenden Stadtteilen:

  • Almagro: Av. Corrientes zwischen Billinghurst und Bulnes, an allen genannten Faschingstagen, sowie Lambare zwischen Sarmiento und Perón am 17. und 18. Februar
  • Colegiales: Benjamín Matienzo zwischen Conesa und Freire, an allen Faschingstagen
  • La Boca: Av. Benito Perez Galdos zwischen Pedro de Mendoza und Brin, an allen Faschingstagen
  • Palermo: Darwin zwischen Cabrera und Gorriti, am 3., 4., 11. und 12. Februar, sowie Acuña de Figueroa und Costa Rica, an allen Faschingstagen
  • Saavedra: Av. Balbín zwischen Manzanares und Crisologo Larralde sowie Av. Balbín zwischen Pico und Arias, an allen Faschingstagen
  • San Telmo: Av. San Juan zwischen Piedras und Peru, an allen Faschingstagen
  • Villa Crespo: Av. Scalabrini Ortíz zwischen Av. Corrientes und Aguirre, am 3., 4., 10., 11., 12., 13., 17. und 18. Februar
  • Villa Pueyrredón: Av. Mosconi zwischen Bolivia und Zamudio, an allen Faschingstagen
  • Villa Urquiza: Av. Triunvirato zwischen Monroe und Av. Olazábal, an allen Faschingstagen

Foto:
Die große Trommel mit den Becken zählt zu den traditionellen Instrumenten der Murgas.
(Foto: GCBA)

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