Erfolgsverwöhntes Filmerduo

Interview mit Gastón Duprat und Mariano Cohn

Von Valerie Thurner

Das erfolgreiche Filme- und Fernsehmacher-Duo Gastón Duprat und Mariano Cohn hat den TV-Kanal Ciudad Abierta der Stadt Buenos Aires entwickelt, gegründet und geführt. Zusammen haben Cohn und Duprat über 20 Experimentalfilme und -videos kreiert. Ihre bisherigen Spielfilme erhielten zahlreiche Auszeichnungen, wie “Enciclopedia” (1998), “Yo Presidente” (2006) und “El artista” (2008). “El hombre de al lado” (2009) wurde beim 24. Filmfestival von Mar del Plata als bester argentinischer Langspielfilm prämiert und gewann außerdem innerhalb des Wettbewerbs “World Dramatic” in Sundance den Preis für die beste Kamera. Der Film wurde im Mai/Juni 2009 in der “Casa Curutchet” gedreht, dem einzigen Gebäude des berühmten Architekten Le Corbusier auf dem amerikanischen Kontinent. In einem Interview gaben die beiden Auskunft über ihre Arbeit.

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“Der Himmel auf Erden”

Ausstellung von Martín Bonadeo in der Katholischen Universität wirft viele Fragen auf

Von Susanne Franz

“Was bedeutet eigentlich der Himmel für Euch?”, fragte Martín Bonadeo die Mitglieder des IPIS der Katholischen Universität von Buenos Aires (UCA), wo der Künstler als Dozent tätig ist. Im IPIS (Instituto para la Integración del Saber/Institut für die Einbeziehung des Wissens) sitzen akademische Führungskräfte, die sich mit dem Universitätsleben übergeordneten philosophischen Fragen auseinandersetzen. In dieses Gremium trug Bonadeo seine Idee, an der Universität eine Ausstellung über den Himmel zu konzipieren.

Bei einem Brainstorming kamen viele interessante Gedanken zusammen, die Bonadeo als Ausgangspunkt für die Schau “El cielo en la tierra” benutzt hat. Man liest sie auf einer Textwand im Eingang des “Pabellón de Bellas Artes” im Erdgeschoss der UCA, bevor man die Ausstellung betritt.

Der Gedankengang beginnt beim physikalisch messbaren “Himmel” und geht dann ins Abstrakte über – der Himmel wird als Mythos, als Ort der Götter oder des Paradieses bezeichnet, und interessanterweise als etwas, das Wissenschaftler und Philosophen nicht so gut beschreiben können wie Dichter oder Künstler.

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Aufruf zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Ausstellung der deutschen Fotografin Lisa Franz im Konsulat der Deutschen Botschaft

Von Susanne Franz

Seit 10 Jahren reist die junge deutsche Fotografin Lisa Franz regelmäßig nach Buenos Aires, seit 1 ½ Jahren lebt sie hier. Immer noch fasziniert von der kulturellen Vielfalt und den Möglichkeiten, mit denen die pulsierende Metropole sie einst angelockt hatte, fuhr sie Anfang dieses Jahres zum ersten Mal in den Süden Argentiniens – und kam verändert zurück. Waren zuvor Porträts das Hauptaugenmerk ihrer künstlerischen Arbeit gewesen, trat nun die Landschaft in den Vordergrund. “Ich war überwältigt von der monumentalen Schönheit der Natur dieses Landes”, sagte Lisa Franz bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Konsulat der Deutschen Botschaft in Buenos Aires am Dienstagabend. “Aber als ich nach Buenos Aires zurückkam, stellte ich fest, dass hier in der Stadt keinerlei Spuren dieser Natur anzutreffen waren, dass der Rest des Landes für die Hauptstadt keine Rolle spielte.” So beschloss sie, in der anlässlich des Bicentenarios konzipierten Foto-Ausstellung für die Botschaft, beide Welten miteinander zu verbinden.

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Permanente Touristin, globale Künstlerin

Multitalent Lola Arias über ihre Liebe zum Theater, ihr Stück “Mi vida después” und das Leben zwischen Berlin und Buenos Aires

Von Katharina Köhler

Im biografischen Erzähltheater “Mi vida después” (Mein Leben danach) von Lola Arias durchforsten sechs Schauspieler derselben Generation verschiedene Kapitel der Geschichte ihrer Kindheit und ihre Familienbiografie, um die Schicksale ihrer Eltern während der argentinischen Militärdiktatur in den 70er Jahren aufzuarbeiten. Noch bis zum 26. September wird das Stück im Theater “La Carpintería” in Buenos Aires aufgeführt.

Lola Arias wurde 1976 in Buenos Aires geboren. Die Theaterstücke und Projekte der Schriftstellerin, Regisseurin, Schauspielerin und Musikerin bewegen sich oftmals auf der Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Ihr Interesse am Theater entwickelte sich bereits in ihrer Kindheit, als sie mit ihrer Schwester kleine Theaterstücke zu Hause aufführte. Ihr aktueller Erfolg war damals natürlich noch nicht abzusehen. Zunächst schrieb sie Gedichte und Geschichten und begann Theater zu studieren, allerdings als Schauspielerin.

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Erfolgsverwöhntes Filmerduo

Interview mit Gastón Duprat und Mariano Cohn

Von Valerie Thurner

Das erfolgreiche Filme- und Fernsehmacher-Duo Gastón Duprat und Mariano Cohn hat den TV-Kanal Ciudad Abierta der Stadt Buenos Aires entwickelt, gegründet und geführt. Zusammen haben Cohn und Duprat über 20 Experimentalfilme und -videos kreiert. Ihre bisherigen Spielfilme erhielten zahlreiche Auszeichnungen, wie “Enciclopedia” (1998), “Yo Presidente” (2006) und “El artista” (2008). “El hombre de al lado” (2009) wurde beim 24. Filmfestival von Mar del Plata als bester argentinischer Langspielfilm prämiert und gewann außerdem innerhalb des Wettbewerbs “World Dramatic” in Sundance den Preis für die beste Kamera. Der Film wurde im Mai/Juni 2009 in der “Casa Curutchet” gedreht, dem einzigen Gebäude des berühmten Architekten Le Corbusier auf dem amerikanischen Kontinent. In einem Interview gaben die beiden Auskunft über ihre Arbeit.

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Argentinische Erzählungen

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Berni-Ausstellung im MNBA zeigt soziale Probleme

Von Katharina Köhler

Das Museo Nacional de Bellas Artes in Buenos Aires eröffnete am Donnerstag, dem 15. Juli, die Ausstellung „Berni: Narrativas argentinas“ (Berni: Argentinische Erzählungen), die 31 herausragende Werke des argentinischen Künstlers Antonio Berni, einem der wichtigsten Vertreter der lateinamerikanischen Kunstszene, zeigt.

Der Künstler aus Rosario ist eine Schlüsselfigur der argentinischen Kultur, dessen Werk stark von sozialen Inhalten geprägt und von Charakteren wie Juanito Laguna und Ramona Montiel durchzogen ist – Vertreter der unteren und vergessenen Schichten. Dank der sozialen Problematik seiner Werke wuchs Bernis Bekanntheitsgrad beträchtlich. Seine Bilder wurden in New York zu teilweise sehr hohen Preisen versteigert.

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“Narrativas Argentinas”

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La exposición de Antonio Berni en el MNBA demuestra problemas sociales

Por Katharina Köhler

En el Museo Nacional de Bellas Artes se inauguró el jueves, 15 de julio, la exposición “Berni: Narrativas argentinas”, que presenta 31 obras destacadas del artista argentino Antonio Berni, uno de los principales representantes del ambiente artístico latinoamericano. El artista rosarino es una figura clave de la cultura argentina. Su obra está fuertemente marcada por contenidos sociales y representada por figuras como Juanito Laguna y Ramona Montiel, personajes de los estratos sociales más bajos y olvidados. Gracias a ese aspecto social aumentó considerablemente el grado de la popularidad de la obra de Berni. Sus cuadros fueron subastados en Nueva York, en parte a precios muy altos.

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Pendlerin zwischen Welten

In der Musik der Schweizer Violinistin Sophie Lüssi wachsen aus Atonalem Töne mit Jazzflair

Von Valerie Thurner

Die wichtigste Begleiterin von Sophie Lüssi ist ihre Violine, auf der sie in einer beeindruckenden Leichtigkeit musiziert, als ob es nichts einfacheres und natürlicheres gäbe, als über das Violinenspiel musikalische Bilder zu kreieren und Anekdoten auf vier Saiten zu erzählen. In einer vollkommenen Verbundenheit entlockt sie ihrem Instrument Töne und Harmonien, hinter dieser Kunst steckt eine lebenslange Liebe zur Musik und viel Arbeit. Mal lyrisch und selbstvergessen, mal pointiert und swingend, zieht die Musikerin ihre Zuhörer in den Bann, mit ganzem Körpereinsatz, wippend, sich streckend und neigend, und immer mal wieder Improvisationssoli mit geschlossenen Augen.

Im Juli steht eine Konzertreihe mit dem Sophie Lüssi Quartett in der Virasoro Bar an sowie die Präsentation der jüngsten CD des Leonardo Ferreyra Tangostringquartetts, wo sie die Viola spielt. Ferreyra, der Lebenspartner von Lüssi, gilt als wichtigster zeitgenössischer Erneuerer der Tangogeige in der Formation des Streicherquintetts.

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Konzeptkunst mit Poesie und Widerhaken

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Die Daros Latinamerica Collection in Zürich zeigt das in Europa noch weitgehend unentdeckte Werk des uruguayischen Konzeptkünstlers Luis Camnitzer

Von Nicole Büsing und Heiko Klaas

Leicht einordnen lässt er sich nicht. Der 1937 in Lübeck geborene, in Montevideo, Uruguay, aufgewachsene und seit 1964 in New York lebende Konzeptkünstler Luis Camnitzer gehört keiner Schule an. Er ist nicht Mitglied irgendeiner Künstlergruppe, und sein Werk lässt sich nur schwer mit irgendeinem der üblichen -ismen etikettieren. Camnitzer, der 2002 an Okwui Enwezors documenta 11 teilnahm, ist ein Künstler, der stets seinen eigenen, von westeuropäischen oder nordamerikanischen Trends und Moden unabhängigen Weg gegangen ist. Seine Kunst wird jetzt mit rund 70 Werken aus der Zeit von 1966 bis 2010 in der auf lateinamerikanische Kunst spezialisierten Privatinstitution Daros Latinamerica Collection in Zürich umfassend ausgestellt. Zusammengestellt wurde die Schau von den Kuratoren Hans-Michael Herzog und Katrin Steffen. Luis Camnitzers Kunst konterkariert die intellektuelle und formale Strenge der nordamerikanischen Konzeptkunst mit einer gehörigen Portion lateinamerikanischer Poesie, Metaphorik und Selbstironie.

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Arte conceptual con poesí­a y doble filo

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“Daros Latinamerica Collection” en Zurich presenta la obra del artista conceptual uruguayo Luis Camnitzer, aún poco conocida en Europa

Por Nicole Büsing y Heiko Klaas

No se lo puede clasificar con facilidad. El artista conceptual Luis Camnitzer, nacido en 1937 en Lübeck, criado en Montevideo, Uruguay, que vive desde 1964 en Nueva York, no pertenece a ninguna escuela artística. No es miembro de ningún grupo de artistas, y sería difícil tratar de etiquetar su obra en uno de los movimientos tradicionales. Camnitzer, que participó en el año 2002 en la documenta 11 de Okwui Enwezor, es un artista que siempre ha recorrido su propio camino, sin depender de tendencias ni modas norteamericanas o de Europa Occidental. En la actualidad se exponen aproximadamente 70 de sus obras del perí­odo entre 1966 y 2010 en la institución privada “Daros Latinamerica Collection” en Zurich, especializada en arte latinoamericano. La exposición está a cargo de los curadores Hans-Michael Herzog y Katrin Steffen.

El arte de Luis Camnitzer se contrapone a la rigidez intelectual y formal del arte conceptual norteamericano con una debida porción de poesí­a, metáforas y autoironía. Siempre ha sabido sustraer su arte del engranaje comercial del mercado artí­stico. En realidad no está interesado en el objeto en sí­ mismo. La “telepatí­a serí­a para mí­ el medio ideal”, bromea coquetamente, “pero no la aprovecho.”

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Wandern durch die Welt

Hommage an Carlos Gallardo im Malba

Von Vanessa Bersis

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Das Malba präsentiert gleichzeitig zwei neue Ausstellungen. Zum einen eine Hommage an den bereits früh verstorbenen Künstler Carlos Gallardo. Es werden vier Fotoserien ausgestellt, welche zwischen 2007 und 2008 entstanden sind. Darunter Theatrum mundi, Vestigio, Erratum und Destiempos. Die ersten drei Serien haben das gleiche Setting zum Thema, nämlich den Hafen von Antwerpen. Manche seiner Bilder werden immer wieder in unterschiedlicher Art und Weise benutzt, dabei beschäftigt sich der Künstler mit dem Thema der Zeit und des Gedächtnisses. Außerdem ist in der Ausstellung ein Video zu sehen, das die Vielschichtigkeit der künstlerischen Arbeit von Carlos Gallardo umschreibt. Er begann als Grafik/Designer arbeitete aber in Folge als Bühnen- und Kostümbildner für das Ballett von Mauricio Wainrot. Zusammen haben sie über 30 Ballettproduktionen für das In- und Ausland gestaltet.

Die Arbeit von Carlos Gallardo zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass er sich stets vieler Ausdrucksmedien bedient. Dabei setzte er alles ihm zu Verfügung Stehende ein und ließ dabei etwas ganz Neues entstehen. Acryl auf Leinwand, verschiedene Objekte, alte Karten, Fragmente aus Schreibmaschinen, Kalender, Postkästen, Installationen und Fotografien, und natürlich auch die Sprache. Dabei nahmen seine Arbeiten im Laufe der Zeit immer mehr einen konzeptuellen Charakter an.

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