Buenos Aires im Jazz-Fieber

16. Jazzfestival vom 23. bis 28. November

Von Susanne Franz

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Die ersten Eintrittskarten sind schon vergriffen: Am Mittwoch kommender Woche beginnt in Buenos Aires die 16. Ausgabe des beliebten Jazzfestivals, bei dem lokale und internationale Größen der Jazzszene auftreten werden. Es kommen mehr Gäste als je zuvor, und dementsprechend wird das fünftägige Festival auch auf einer größeren Zahl an Bühnen ausgetragen: Usina del Arte, Amphitheater des Parque Centenario, Goldener Saal des Colón-Theaters, Kulturzentren Adán Buenosayres, Carlos Gardel, Julián Centeya und Resurgimiento, Café Vinilo, Thelonious Club, Bebop Club, Bajo Flores, Villa 20 – Lugano, “Cildañez”-Viertel, “Juan XXIII”-Viertel und “La Glorieta” an den Barrancas von Belgrano.

Seit dem 14. November kann man für die kostenpflichtigen Konzerte – darunter u.a. die Eröffnungs- und Abschlusskonzerte sowie die Veranstaltungen im Salón Dorado – schon Karten kaufen, entweder online oder persönlich bei “Tu Entrada”, Av. Corrientes 728, montags bis freitags 10 bis 20 Uhr und samstags 14 bis 20 Uhr, oder in der Usina del Arte, freitags, samstags und sonntags 12 bis 21 Uhr.

Viele Veranstaltungen sind jedoch gratis – man muss nur eventuell die Karten vorher abholen. Und es gibt eine neue Festivalsektion unter freiem Himmel. Jamsessions, ein Kinozyklus, Special productionsund die Sektionen „El aula“ und „Cruces“ runden das Programm ab.

Das Festival lädt immer wieder gerne Gäste ein, die noch nie in Buenos Aires aufgetreten sind, dazu gehört dieses Jahr beispielsweise das deutsch-österreichische Trio Edi Nulz, das eine energiegeladene Mischung aus Jazz und Rock zum Besten geben wird. Siegmar Brecher (Saxofon und Klarinette), Julian Adam Pajzs (Gitarre) und Valentin Schuster (Schlagzeug) haben europaweit für Furore gesorgt, nun erwartet man sie mit Spannung im sommerlichen Buenos Aires. Edi Nulz spielen am Sonntag, den 27.11., um 14 Uhr, bei freiem Eintritt in der Usina. Die Karten (2 pro Person) kann man eine Stunde vor Konzertbeginn am Infostand abholen.

Auf den Gratis-Bühne des Parque Centenario finden Events wie “Jazzología” der Big Band des “Conservatorio Manuel de Falla” (mit dem Saxofonisten Andrew D’Angelo als Specia Guest) oder “Comotto Plays Hendrix” statt und es spielen lokale Gruppen wie z.B. Francisco Fattoruso Group, Gillespi und seine Band, oder das “Mariano Loiácono Swing Octet”. Für das Amphitheater und auch die Gratis-Konzerte im Barrio Cildañez des Parque Avellaneda und der Villa 20 in Lugano muss man keine Karten abholen, der Eintritt erfolgt nach dem Motto “Wer zuerst kommt mahlt zuerst”.

Alle Infos findet man auf der Webseite des Festivals.

Foto:
Energie und Spaß: das deutsch-österreichische Trio Edi Nulz.
(Foto: BA Jazz)

Wir sind die Roboter

Elektropop-Pioniere “Kraftwerk” am 23. November im Luna Park

Von Susanne Franz

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Sie waren noch nie eine “einfache” Musikgruppe, sondern geben ihre Konzerte auch in den renommiertesten Museen der Welt: Die legendäre deutsche Elektropop-Band “Kraftwerk” hat die Grenzen der Kunstgenres überschritten und ist selbst zum Gesamtkunstwerk geworden.

Momentan ist die 1970 in Düsseldorf von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründete Gruppe mit ihrem “3-D-Konzert” in Südamerika auf Tournee. Die vier Musiker von “Kraftwerk” (Ralf Hütter, Henning Schmitz, Fritz Hilpert und Falk Grieffenhagen), die in ihren Live-Auftritten die Beziehung Mensch und Maschine illustrieren, werden nach Auftritten in Mexiko-City nach Buenos Aires kommen, wo sich die Fans auf ein Konzert am 23. November im Luna-Park freuen können. Am 26. November steht Santiago de Chile auf dem Programm.

Das “3-D-Konzert” ist weltweit gefeiert worden. “Kraftwerk” verwenden die modernste 3-D-Videotechnik, um die erstaunlichsten Effekte zu erzielen. Ihre schon immer innovativen künstlerischen Auftritte haben eine ganz neue Dimension hinzugewonnen – sie werden für die Zuschauer zu einem interaktiven Erlebnis. So beschrieben Konzertbesucher etwa, dass bei dem Song “Spacelab” ein Ufo zwischen ihnen zu landen schien.

Die experimentellen Musikstücke von “Kraftwerk” – eigentlich Klanglandschaften – beeinflussten Musikstile wie Synth-Pop, Electro-Funk oder Detroit Techno und übten entscheidenden Einfluss auf die Anfänge des Hip-Hop aus. Die New York Times bezeichnete Kraftwerk 1997 als die “Beatles der elektronischen Tanzmusik”.

Spirit des Berliner Techno

Multimedia-Schau “Clubraum Berlin” im Centro Cultural Kirchner in Buenos Aires

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Ab dem 22. Oktober findet im Centro Cultural Kirchner (Sarmiento 151, Buenos Aires) “Clubraum Berlin” statt, eine Ausstellung des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem CCK und mit Unterstützung der Deutschen Botschaft Buenos Aires. “Clubraum Berlin” ist kuratiert von Heiko Hoffmann, dem Chefredakteur des Elektromusik-Magazins “Groove”, und Alfons Hug, dem Kurator der dritten Biennale von Montevideo. Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Sonntag (inklusive Feiertage), 12 bis 19 Uhr.

In “Clubraum Berlin” werden Filme, Soundinstallationen, eine Flyer-Kollektion, eine Fotoausstellung, Boilerroom-Videos und DJ-Sets den Spirit des Berliner Techno heraufbeschwören. Die multimediale Schau war schon in Belo Horizonte, Rio de Janeiro, Bogotá, Montevideo und Caracas zu Gast. Mit an Bord ist Sven von Thülen, DJ und Co-Autor des richtungweisenden Buches über die deutsche Elektroszene “Der Klang der Familie. Berlin, Techno und die Wende”. Von Thülen wird bei einem öffentlichen Interview mit dem Journalisten und Kritiker Pablo Schanton ins Gespräch kommen und eine musikalische Performance als DJ abliefern. Ein argentinischer VJ wird an diesem Abend die musikalische Brücke zwischen der argentinischen und der deutschen Hauptstadt schlagen.

Man kann sich auf die Fotoausstellung “Die Nomadenparties der Neunziger” und die Ausstellung “Flyer: Die Kommunikation der Electro-Szene vor dem Internet” freuen, und auch auf das Filmprogramm, in dessen Rahmen mehrmals zwei Filme gezeigt werden: der Dokumentarfilm “B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979–1989” (92 Min.) und der Spielfilm “Tod den Hippies!! Es lebe der Punk” (105 Min.) von Regisseur Oskar Roehler.

Das Live-Programm von Sven von Thülen findet am 22.10. um 19 Uhr statt. Da die Platzkapazität begrenzt ist, sollte man zuvor Eintrittskarten reservieren: ab Dienstag, 18.10., online oder persönlich von Dienstag bis Donnerstag zwischen 12 und 19 Uhr oder bis zwei Stunden vor der Veranstaltung. Auch für die Filme gibt es eine begrenzte Kapazität, der Eintritt ist möglich. bis der Kinosaal gefüllt ist. Alle Veranstaltungen sind gratis.

Ausführliche Informationen findet man hier.

(Foto: Martin Eberle)

Hommage für Charly García

Zyklus “Octubre García” im Centro Cultural Kirchner

Von Susanne Franz

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Charly García, der größte Rockmusiker Argentiniens, wird am 23. Oktober 65 Jahre alt: Zu seinen Ehren beginnt am heutigen Donnerstag im Centro Cultural Kirchner eine Reihe von Konzerten. Der Zyklus “Octubre García” geht am 7., 13. und 14. Oktober weiter, gestaltet wird er von jungen Musikern, die dem Meister ihre Ehre erweisen.

An jedem der Termine wird eines von Charlys Alben genommen und von zwei Künstlern in freien Versionen dargeboten. Dazu führen sie auch eigene Lieder auf. Jeder der Auftretenden lädt seinerseits Gastkünstler ein. Am 23. gibt es dann zum Geburtstag ein großes Hommage-Konzert, an dem alle Musiker teilnehmen.

Carlos Alberto “Charly” García Moreno kam 1951 in Buenos Aires zur Welt. Mit vier Jahren begann er Klavier zu spielen, mit 12 erhielt er sein Diplom als Konzertpianist klassischer Musik. Mit 14 gründete er seine erste Band, “To Walk Spanish”, mit denen er Beatles- und Stones-Lieder interpretierte, danach kam die Gründung der legendären Formation “Sui Generis”.

Nach den Alben “Vida” (1972), “Confesiones de invierno” (1973) und “Pequeñas anécdotas sobre las instituciones” (1974) löste sich die Gruppe 1975 auf. Charly machte damals schon bei “PorSuiGieco” mit, danach folgte das Projekt “La Máquina de Hacer Pájaros”. 1978 gründete er “Serú Girán”, mit denen er bis 1982 fünf Alben einspielte. Im Anschluss startete Charly seine Solo-Karriere.

Programm

  • 6.10.: “Confesiones de invierno”, mit Javier Maldonado und Alfonso Barbieri
  • 7.10.: “Peperina”, mit Darío Jalfin & Los Alquimistas und Melina Moguilevsky
  • 13.10.: “Yendo de la cama al living”, mit Tatadios Cuarteto & Florencia Ruiz und ChauCoco!
  • 14.10.: “Piano Bar”, mit Lucio Mantel und Rosal
  • 23.10.: “Feliz cumpleaños, Charly” – Spezialkonzert mit allen teilnehmenden Musikern

Verantwortliche und Mitwirkende

  • Kurator von “Octubre García”: Darío Jalfin
  • Fotos von Charly, die den Zyklus illustrieren: Maximilano Vernazza
  • Videos bei den Konzerten: Laura Tenenbaum und Maximiliano Vernazza

Nostalgie und Gegenwart

Das Tango-Festival von Buenos Aires findet vom 18. bis 31. August statt

Von Michaela Ehammer

Gustavo Correa
Und wieder einmal ist Zeit für den Tango. Der Tanz wird schon lange nicht mehr nur im Ursprungsland Argentinien getanzt, sondern ist weit über die Grenzen hinaus bekannt und erfreut sich weltweiter Beliebtheit bei Jung und Alt. Das Tnternationale Tango-Festival, das am heutigen Donnerstag startete, vereint Musik- und Tanzliebhaber aus der ganzen Welt. Noch bis zum 31. August hüllt sich Buenos Aires in ein Meer aus Musik, Tanz und Folklore, vollgepackt mit Melancholie, Nostalgie und Dramatik – eben das, was den Tango ausmacht!

Das BA Tango-Festival verleiht der Stadt einen ganz besonderen Anstrich: pure Leidenschaft wird versprüht. Piazzollas Gänsehaut-Melodien erklingen auf den Bandoneonen in den schönsten Tönen an wohl jeder noch so kleinen Straßenecke. Das Tanzbein wird von professionellen Tänzern ebenso wie von Amateuren geschwungen. Seit drei Jahren können auch gleichgeschlechtliche Paare an der Tango-Tanzweltmeisterschaft teilnehmen.

Hunderte von begeisterten Tangotänzern sowie zahlreiche Zuschauer aus der ganzen Welt strömen Jahr für Jahr nach Buenos Aires, um bei diesem emotionalen Duell aus poetischen Umarmungen, hochkonzentrierten Schritten und sinnlichen Bewegungen im 2/4 Takt dabeizusein und die heitere Stimmung und das besonderen Ambiente zu genießen.

Mehr als 500 Paare verschiedener Nationalitäten messen ihr Talent und zeigen ihr Können vor einer renommierten Jury bei der Qualifikationsrunde der Tanzweltmeisterschaft in der Usina del Arte, und die Besten der Besten können danach um den begehrten WM-Titel in den Kategorien “Tango de Pista” und “Tango Escenario” im Luna Park kämpfen. Hinter ihnen liegen bereits Vorausscheidungen in 20 Ländern – darunter auch Russland oder Taiwan.

Für die Zuschauer werden im Rahmen des BA Tango-Festivals spektakuläre Shows, dramatische Rhythmen und zahlreiche Veranstaltungen geboten. Chico Novarro, Nestor Fabian, Carlos Paiva Hugo und Marcel waren die Stimmen am Eröffnungstag und leiteten die diesjährige Ausgabe gebührend ein.

Pianisten feiern zudem das hundertjährige Jubiläum von Horacio Salgán, und nach 70 Jahren kehrt auch das erste typische Orchester von Astor Piazzolla und Antonio Tarragó wieder zurück an seinen Ursprung. Und all dies so nah am Publikum wie möglich: in Clubs, Theatern, Bars und Kulturzentren. Zu den Veranstaltungsorten gehören unter anderem Teatro 25 de Mayo, Espacio Cultural Carlos Gardel, Café Vinilo, Teatro Colón, Museo del Cine, Espacio Cultural Adán Buenosayres, Espacio Cultural Julián Centeya, Teatro Gran Rivadavia sowie Polideportivo.

Tango ist nicht nur Nostalgie, sondern auch eine großartige Möglichkeit, Buenos Aires in der Gegenwart mit einer seiner schönsten Traditionen zu spüren und zu erleben.

Weitere Informationen und Termine des Festivals hier.

Foto:
Das Tangofestival verleiht der Stadt einen ganz besonderen Anstrich.
(Foto: Stadt Buenos Aires)