Mit Musik gegen den Wahnsinn

Tomás Lipgots Film “Moacir” erzählt die Geschichte eines ganz besonderen Protagonisten

Von Laura Wagener

Moacir Dos Santos ist der Held des nach ihm benannten Films “Moacir” von Tomás Lipgot. Derjenige, der das argentinische Kino mit Interesse verfolgt, wird nicht lange brauchen, bis er den charismatischen Brasilianer mit dem breiten Lächeln auf den Kinoplakaten wiedererkennt, denn bereits im letzten Jahr erschien Moacir auf den Kinoleinwänden.

Lipgots letzter Film “Fortalezas” porträtierte verschiedene Personen, die auf verschiedenste Weisen in verschlossenen Institutionen um ihre Identität und Integrität kämpfen. Den Brasilianer Moacir lernte er auf der Suche nach Charakteren im psychiatrischen Krankenhaus Borda kennen, in dem dieser bereits seit mehr als einem Jahrzehnt interniert war.

Moacir Dos Santos war ursprünglich auf der Flucht vor Armut, psychologischen Problemen, dem Tod seiner Mutter und auf der Suche nach einer Musikkarriere, gelockt vom Tango, nach Argentinien gekommen. Wie Lipgot erzählt, hatte Moacir in Brasilien bereits erste musikalische Erfolge erzielt. Sein Metier seien Karnevalsmusik und Samba seiner Kindheit, also etwa der 50er Jahre, vor dem Boom des Bossanova. 1984 bestand sein erster Behördengang in Buenos Aires dann darin, die 12 von ihm geschriebenen Lieder in der Sociedad Argentina de Autores y Compositores de Música (SADAIC) registrieren zu lassen.

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Führung durch Andalusischen Garten

Das schönste Stück Natur der Stadt

Von Susanne Franz


Am heutigen Samstag findet um 15 und 17 Uhr die monatliche Führung durch den Andalusischen Garten des Museums Larreta (Juramento 2291) statt, die vom langjährigen Gärtner Antonio Sturla durchgeführt wird, der am 28. Dezember 2011 für seine Arbeit mit dem Preis “Artífices del Patrimonio” (etwa: Erhalter des Kulturerbes) ausgezeichnet wurde.

Sommerspielzeit und Schauspielkurse

Im San Martín-Theater starten drei Stücke – und man kann sich für Schauspielkurse anmelden

Von Susanne Franz

Am heutigen Freitag startet das Sommerprogramm im Theater San Martín (Av. Corrientes 1530). Drei Stücke der Spielzeit 2011 werden wieder aufgenommen: “Los hijos se han dormido” von Daniel Veronese (Foto), eine Adaptation von Tschechows “Die Möwe”, ist ab heute im Casacuberta-Saal zu sehen (mittwochs bis sonntags um 21 Uhr; Eintritt 60 Pesos, mittwochs ermäßigt 30 Pesos). Auch “Salomé de chacra” von Mauricio Kartun kommt heute abend erneut auf die Bühne, das Stück wird mittwochs bis sonntags um 21 Uhr im Cunill-Cabanellas-Saal aufgeführt. Eintritt 45 Pesos, mittwochs 25 Pesos.

Das dritte Werk, “El burgués gentilhombre” von Molière mit Enrique Pinti, wird ab 8. Februar mittwochs bis sonntags um 20.30 Uhr im Martín-Coronado-Saal zu sehen sein. Eintritt 60/40 Pesos, mittwochs 30 Pesos. Infos hier.

Darüber hinaus bietet das Theater San Martín diesen Sommer Intensivkurse (jeweils acht Klassen) für Schauspieler, die am 22. Februar beginnen. Der Unkostenbeitrag für jeden Kurs liegt bei 300 Pesos. Anmeldegebühren werden nicht erhoben. Das gilt auch für ein Seminar über Schauspielkunst (vier Klassen), das 150 Pesos kostet. Einschreiben kann man sich noch bis zum 15.2., montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr, im Büro für Kurse des San Martín (Av. Corrientes 1530, 7. Stock). Die Kurse sind ab 18, müssen bei Einschreibung bezahlt werden, die Vorlage eines Lebenslaufs ist erbeten. Infos hier bzw. bei der Mailanschrift cursos@complejoteatral.gob.ar.

Mehr als nur ein Klick

Die Internationale Fotografie-Biennale im Centro Cultural Borges zeigt große Vielfalt

Von Sebastian Loschert

310 Fotografien von 220 Künstlern aus 40 Ländern werden momentan in der Internationalen Fotografie-Biennale im Centro Cultural Borges ausgestellt. Diese Superlative sprechen nicht eben für die Bescheidenheit der Kuratoren von den “Worldwide Photography Gala Awards”. Ebensowenig kleckern die Ausstellungsstücke: “Wenn es etwas gibt, das diese Fotos gemeinsam haben, ist es ihre deutliche Absicht, Aufmerksamkeit zu erzeugen”, schreibt die Zeitung “Clarín” über die Schau, die alle zwei Jahre stattfindet, beim letzten Mal in Madrid allerdings nur halb so viele Bilder aufbot.

Tatsächlich erwartet den Besucher in drei Räumen des Kulturzentrums ein buntes Allerlei, das einen starken Eindruck von den Möglichkeiten von Fotografie im Photoshop-Zeitalter bietet. Ohne ein vorgegebenes Thema, haben sich die Künstler nicht zuletzt durch digitale Nachbearbeitungen und Collagen alle stilistischen Freiheiten genommen. Die Bandbreite der Bilder reicht von künstlerischer bis zu dokumentarischer Fotografie, und der globale Fokus der Ausstellung sorgt auch, was die Motivwahl betrifft, für eine große Vielfalt. Doch neben ihrer Eindringlichkeit haben die Bilder natürlich noch etwas gemeinsam: Alle wurden durch namhafte Juroren preisgekrönt. Sie sind Gewinner entweder des Pollux-Wettbewerbes für Fotokünstler, des Jacob Riis-Preises für Dokumentarfotografie oder des Julia Margaret Cameron-Preises für Fotografinnen.

Auch wenn die Bilder am 14. Februar im Malba zugunsten von Save the Children und der Stiftung FLENI versteigert werden, sind sie noch bis zum 27. Februar ausgestellt (montags bis samstags von 10 bis 21 Uhr, sonntags von 12 bis 21 Uhr). Der Eintritt kostet regulär 15 Pesos.

Bild:
Adam Balcerek aus Polen ist einer, der die Möglichkeiten des Mediums Fotografie zeigt.

Vorhang auf, Licht aus

“Ojos Cerrados” im Theater La Comedia

Von Sebastian Loschert

“Eine Vorführung, in der man die Schauspieler nicht zu Gesicht bekommt – welch neue Infamie soll das wieder sein?”, könnte der Theaterfreund befürchten, bevor er die Vorführung von “Ojos Cerrados” im Theater La Comedia betritt. “Die erste sinnliche Theatervorstellung der Welt”, verspricht die Ankündigung: “Das Stück der Gruppe AviTantes ist eine liebevolle und intime Begegnung mit sich selbst. Es lädt Dich dazu ein, das zu sehen, was man sehend nicht sieht.”

Nun, keine Sorge, es handelt sich bei dem Werk mit den geschlossenen Augen also keinesfalls um eine avantgardistische Veranstaltung, der die Zuschauer grübelnd und ratlos gegenüberstehen. Eher neugierig und etwas aufgeregt wie vor einer Achterbahnfahrt harren die Gäste zu Beginn der Vorstellung in einem dunklen Vorraum der Dinge, die da kommen mögen. Eine Augenbinde sorgt für komplettes Verschwinden des ersten Sinnes, eine beschwörende Stimme verlangt, man solle sich mit Leib und Seele auf das Unsichtbare einlassen.

Das Getuschel der Menge verstummt, als man von sanften Händen an einen unbekannten Ort geführt wird. Jeder Besucher wird nun in der kommenden Stunde alleine sein, mit sich und seinen verbleibenden Sinnen. Hören, Riechen, Schmecken und Tasten werden ausreichen müssen. Gleichzeitig befindet er sich ausgeliefert an die wundersamen Einfälle der “AviTantes”, jener eigenartigen und äußerst wandelbaren Bewohner, die La Comedia an diesem Abend bevölkern.

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Das Ampelmännchen in Buenos Aires

Mónica Viñao inszeniert im Theater SHA eine kurzweilige Komödie von Victor Winer

Von Mirka Borchardt

Das ostdeutsche Ampelmännchen ist Kult: Jedes Jahr werden in Deutschland massenweise Taschen, Aufkleber, Postkarten, Buttons, Tassen und alle möglichen anderen Souvenirs mit dem Bild des roten beziehungsweise grünen Männchens verkauft.

Was bisher wenig bekannt war, aber dank Victor Winer nun endlich ans Licht der Öffentlichkeit kommt: Allein Miguel (gespielt von Eduardo Cutuli) ist es zu verdanken, dass es das Ampelmännchen immer noch gibt. Denn nach dem Fall der Mauer sollten eigentlich auch im Osten die langweiligen westdeutschen Ampelzeichen eingeführt werden. Ein Verrat am sozialistischen Erbe! Die revolutionären “Internationalen Brigaden” machen sich Anfang der Neunziger auf, das Ampelmännchen vor dem Vergessen zu retten. In einer wahrhaft heldenhaften Aktion schließt Miguel sich ihnen an. Denn das Ampelmännchen, sagt er, “ist das Zeichen dafür, dass man gehen darf!”

Nach zwei Jahren kehrt er erfolgreich wieder heim nach Argentinien, stolz auf seinen ruhmreichen Verdienst, das Ampelmännchen gerettet zu haben, und voller Vorfreude auf Frau und Sohn. Doch sind die nicht gerade begeistert: Immerhin wussten sie die letzten zwei Jahre nichts von seinem Verbleib. Da hilft es auch nicht, dass er seiner Frau Marta (Marcela Ferradás) versichert, sie sei in Deutschland mittlerweile bekannt als die zweite Evita. Davon will sie nichts wissen, und eigentlich will sie auch nichts mehr von ihm wissen. Es ist viel passiert, während er weg war: Marta hat einen neuen Freund. Ausgerechnet mit Álvaro (Alfredo Castellani), Miguels altem Erzfeind, tröstete sie sich über den Verlust hinweg.

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Vuelve el Centro Cultural Nómade

Talleres de Arte para grandes y chicos en la vereda de la Fundación Proa

El Centro Cultural Nómade vuelve a La Boca con nuevas propuestas durante todo el verano. En la vereda de Fundación Proa y de la mano de un equipo de artistas jóvenes y educadores, sus talleres se orientan al cuidado del medioambiente y la integración social, a través de propuestas artísticas que invitan a crear y experimentar. Las actividades gratuitas para todas las edades arrancan este fin de semana: el sábado, 21 de enero, y el domingo, 22 de enero, a las 15 hs, y después, todos los sábados y domingos de 11:30 a 13 hs y de 15 a 19 hs.

Diseñado por el estudio de arquitectura a77, el Centro Cultural cuenta con una estructura flexible y móvil, que funciona en un contenedor reciclado, con mobiliario especialmente diseñado.

Durante el 2011, el Centro Cultural Nómade viajó por la zona sur de la ciudad: primero estuvo en Proa, luego en el Centro Hipermediático Experimental Latinoamericano (cheLA) y más tarde en el Centro Metropolitano de Diseño. Ahora, vuelve a La Boca, invitando a participar a instituciones, grupos de amigos y grupos de adultos con chicos.

Para mayor información: educacion@proa.org / 4104 1041.

Mit Musik durchs ehemalige Brauhaus “Munich”

Führung “La vieja música de la Munich” jeden Sonntag im Sommer

Seit dem 8. Januar wird jeden Sonntag bis Ende Februar, jeweils um 18 Uhr, ein mit Liedern aus den 1920ern bis 1950ern untermalter Rundgang durch die ehemalige Brauerei “Munich”, heute Sitz der Direktion der Museen von Buenos Aires, durchgeführt. Adresse: Av. de los Italianos 851. Eintritt: 1 Peso. Mehr Infos hier.

Aus der Stille

“Las acacias” von Pablo Giorgelli

Von Anna Weber

Musik darf im Film niemals die Bilder stützen, sondern muss für sich alleine wirken, schrieb einst Robert Bresson. Bilder, welche der Musik als Gehhilfe bedürfen, gehören nicht auf die Leinwand. Pablo Giorgellis Film “Las acacias” kommt ohne Musik aus. Und Worte braucht er eigentlich auch fast keine.

Aufregungslos, ganz ohne Lärm, hebt der Film seinen ersten Protagonisten Rubén (Germán da Silva) aus der Stille. Rubén ist kein Mann vieler Worte. Seit Jahren transportiert er als Lastwagenfahrer Holz von Asunción in Paraguay nach Buenos Aires, und da sitzt niemand auf dem Beifahrersitz, mit dem er sprechen könnte. Auch eine Familie hat Rubén nicht. An den Sohn, den er seit acht Jahren nicht mehr gesehen hat, erinnert lediglich ein Foto, sorgsam aufbewahrt im Handschuhfach. Doch davon weiß man zu Beginn des Films noch nichts. Man vermutet es höchstens, wenn Rubén in routinierter Einsamkeit im Halbdunkel einer Raststätte sein Mittagessen hinunterschlingt.

An der Einsamkeit und Stille ändert auch Jacinta (Hebe Duarte) nichts, die kurz vor der Grenze mit ihrem Baby Anahí (Nayra Calle Mamani) auf den Beifahrersitz klettert, um nach Buenos Aires zu gelangen. Es dauert Stunden, bis endlich der erste Mate angeboten wird, bis rücksichtsvoll eine Zigarette ausgedrückt wird, um den Säugling vom Weinen abzuhalten, bis ein Lächeln getauscht wird und ein “Gracias” in der Luft der Führerkabine hängt. Und erst viele Kilometer später folgen die Worte.

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Sommer in der City

“Verano en la Ciudad”: Gratis-Sommerprogramm der Stadt Buenos Aires startet heute

Von Susanne Franz

Mehr als 100 Veranstaltungen, und alle bei freiem Eintritt: Vom 14. Januar bis zum 18. Februar steigt das von der Stadt Buenos Aires veranstaltete Programm “Verano en la Ciudad” für alle Daheimgebliebenen oder für diejenigen, die sich zwar zwei Wochen am Strand genehmigen konnten, aber auch nach der Rückkehr noch vom Urlaubsgefühl zehren möchten. Kino, Rock-, Reggae- und Tangokonzerte sowie Tanzvorführungen sind ebenso im Angebot wie Theateraufführungen, Veranstaltungen mit Dichtung und Musik, und ein Sonderprogramm für Familien mit Kindern.

Der Startschuss in die Sommersaison der Stadt fällt am heutigen 14. Januar um 21 Uhr im Autokino des Rosengartens im Palermo-Park. Kinofreunden wird hier der argentinische Film “Los Marziano” von Ana Katz vorgeführt, eine Geschichte über zwei Brüder, die sich nach einer langen Sendepause wieder annähern. Ausnahmsweise gibt es heute um 22.45 Uhr eine weitere Vorstellung. Am Sonntag um 21 Uhr kommen Fans der schrillen Komödie auf ihre Kosten: “Torrente 4″ des Spaniers Santiago Segura ist ein neues Abenteuer des politisch äußerst unkorrekten Polizeibeamten.

Das Autokino im Rosengarten erweckt ein kultiges Filmerlebnis aus einer vergangenen Epoche wieder zum Leben. Für viele junge Leute ist es ein Spaß, mal auf so altertümliche Art Kino zu genießen. Mit dem Wagen hat man ab 19.30 Uhr Zufahrt an der Einmündung der Avenida Iraola in die Avenidas Sarmiento und Libertador, wo man von Parkhelfern an den Standort vor der Großleinwand gelotst wird. Raus fährt man nach dem Film über die Av. Infanta Isabel. Man darf auch ohne Auto kommen – Fußgänger können auf einer Freitreppe Platz nehmen, die mit einem eigenen Audiosystem ausgestattet ist.

Insgesamt stehen bis zum 5. Februar acht Filme auf dem Programm, die samstags und sonntags jeweils um 21 Uhr gezeigt werden. Nach “Los Marziano” und “Torrente 4″ an diesem Wochenende folgen “El estudiante” von Santiago Mitre (21.1.), “Amateur” von Néstor Frenkel (22.1.), “Medianeras” von Gustavo Taretto (28.1.), “Vaquero” von Juan Minujín (29.1.), “Balada triste de trompeta” von Alex de la Iglesia (4.2.) und “Las acacias” von Pablo Giorgelli (5.2.).

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“Tage des Friedens und der Würde”

Festival im Rahmen der “Jornadas de Paz y Dignidad”

Von Mirka Borchardt

Am Mittwoch, dem 11. Januar, findet im Teatro SHA in der Sarmiento 2255 im Rahmen der “Jornadas de Paz y Dignidad” ein buntes Festival statt, mit Tanz, Musik, Künstlern und traditionellen Gebeten. Auch die über Argentinien hinaus bekannten Bands “Arbolito” und “Karamelo Santo”.sind eingeladen und versprechen einen bewegungsreichen, unvergesslichen Abend. Das Festival beginnt um 20 Uhr, der Eintritt kostet 70 Pesos.

Die “Tage des Friedens und der Würde” sind ein weltweit einmaliges Ereignis: In Erinnerung an die Prophezeiungen der indigenen Völker Amerikas sollen sie die Einigung des Nordens und des Südens vorantreiben, in einem symbolischen Lauf, der gleichzeitig im Norden Nordamerikas und im Süden Lateinamerikas startet und über tausende von Kilometer führt, bis sich die Läufer in Teotihuacán in Zentralmexiko treffen. Das Festival wie die “Jornadas” feiern die Verbindung des Menschen mit der Natur und wollen an die kulturelle Herkunft der Einwohner Amerikas erinnern. Am 5. März werden die Läufer in Argentinien eintreffen. Mehr Informationen hier.

Eine Stadt erwacht zum Leben

Omar Panosettis Ausstellung “Territorio” im Centro Cultural Borges

Von Susanne Franz


Vieläugige, verschachtelte Hochhäuser, aus denen seitlich Gebäudeteile wie Nasen herauswachsen, Fabrikanlagen, aus deren Schornsteinen schwarzer Rauch in den Himmel steigt – die monumentalen Gebäudekomplexe, die in den Werken des argentinischen Künstlers Omar Panosetti allgegenwärtig sind, sind auf beeindruckende Weise düster und bedrohlich – und zugleich wirken sie wie drollige und rührende Steinchen in Bauklötzchenwelten. Das liegt an dem Umfeld, in das ihr Schöpfer Pano – so nennt sich der 1960 geborene Künstler selbst – sie gestellt hat. In dem Werk “La División de Poder” (Die Aufteilung der Macht) beispielsweise stehen die Häuserschluchten wie in so vielen Bildern Panosettis auf einem Berg, nur ist der in diesem Fall der Kopf eines Monsters. Links und rechts von den Häusern stehen sich zwei große Hunde gegenüber, von denen einer im Begriff ist, einen der nasenartigen Gebäudeflügel abzubeißen. Oder vielleicht will er die Häuser festhalten, denn sie scheinen über die Stirn des Monsters nach unten abzustürzen. Ein Schriftband zieht sich unterhalb der Häuser über den Monsterkopf, der Titel des Werks in Großbuchstaben und verkehrt herum geschrieben. Auch dieses Element findet sich in vielen der verspielt-ironischen, aber immer sozialen Zündstoff und kritische Betrachtungen enthaltenden Werke Omar Panosettis.

Wer kämpft hier um die Macht? Karikaturistisch sind die Hunde mit weiblichen bzw. männlichen Geschlechtsmerkmalen ausgestattet – ist es ein Kampf der Männer gegen die Frauen? Stellen die Häuser Institutionen der (staatlichen) Macht dar, die solide Fundamente zu haben scheinen, die jedoch von dem zwielichtigen Grund, auf dem sie gebaut sind, verschlungen zu werden drohen?

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Götter, Rituale und Professionen

Eine Zeitreise durch Mexiko in der Fundación Proa

Von Maike Pricelius

Bis zum 21. Februar ist in der Fundación Proa, Buenos Aires, mit ihrem Programm für zeitgenössische und moderne Kunst eine für den Ort ungewöhnliche Ausstellung zu sehen. 150 Stücke aus archäologischen Sammlungen unterschiedlicher Kulturen, die am Golf von Mexiko beheimatet waren, sind in den vier Sälen zum ersten Mal außerhalb ihrer Heimat zu besichtigen.

Die künstlerischen Erzeugnisse, wie Götterstatuen, Werkzeuge, Schalen, Schmuck und Musikinstrumente aus der Gegend um Veracruz erwecken das Imaginäre einer anderen Welt zum Leben. Die Rituale und ihre künstlerischen Erzeugnisse, die Götter und ihre Repräsentationen haben das Leben der Menschen damals in einer Weise bestimmt, wie sie heute nur noch schwer nachvollziehbar ist. Einen ungewöhnlichen Einblick gibt die Ausstellung “Dioses, Ritos y Oficios del México Prehispánico”, die Stücke aus 14 Museen Institutionen, zwei Kulturzentren und einer archäologischen Fundstätte zeigt. Sie spannt einen Bogen zwischen den profanen Aktivitäten, wie die des Töpfers, des Steinmetzes oder der Landwirtschaft, und dem von Göttern geprägten Weltbild dieser Zeit.

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Berlín en RED Verano

Salió RED Verano


Salió RED Verano, la edición número 9 de la revista virtual de RedGalería, con dos foto ensayos sobre Berlín de Marula Di Como y Maria Martha Pichel.

Recomendamos también “Advenimiento Agro Pop”, nota poética de Ernesto Arellano sobre la obra de Marcela Mouján, con fotos de Ezequiel Suranyi; y el foto ensayo de Suranyi “¿Fútbol para todos?”.