Internationales Flair

26. Kunstmesse arteBA vom 24. bis 27. Mai im Messezentrum La Rural

Von Susanne Franz

Vom 24.5. bis einschließlich 27.5. zelebriert die wichtigste Messe Zeitgenössischer Kunst Argentiniens, arteBA, ihre 26. Ausgabe. Von den 91 teilnehmenden Galerien aus 20 Ländern kommen diesmal mehr als die Hälfte aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Portugal, dem Kosovo, Japan, Uruguay, Brasilien, Bolivien, Chile, Peru, Mexiko, Kolumbien, Ecuador, der Dominikanischen Republik, Venezuela, Puerto Rico und den USA.

Der Hauptsektor der Messe umfasst “Special Projects”‚ “Cabinet” sowie das “Junge Viertel” (Barrio Joven Chandon), daneben gibt es wieder spezielle, eigens kuratierte Sektoren wie “U-TURN Project Rooms by Mercedes-Benz”, “Solo Show” und “Dixit” sowie die “Isla de Ediciones” mit den Veröffentlichungen der Messe. Die seit dem 13.5. parallel in Buenos Aires an verschiedenen Orten stattfindende Performance-Biennale “BP.17” ist auf arteBA mit der von Rodrigo Alonso kuratierten “Performance Box” dabei.

Das Nebenprogramm “Open Forum” bietet bei freiem Eintritt – es gibt einen Extra-Eingang zu dem Messebereich – Diskussionen und Rundtischgespräche mit führenden Experten der Kunstszene. Insbesondere soll, wie auch in anderen Messebereichen wie “Dixit”, über “die Zukunft der Kunst” nachgedacht werden.

Adresse: Messezentrum La Rural, Blauer und Grüner Pavillon, Av. Sarmiento 2704. Zeit: 24.-27. Mai. Eröffnung: 23.5., 18.30 Uhr (nur mit Einladung). Öffnungszeiten: 14-21 Uhr. Eintritt: 160 Pesos, Rentner und Studenten mit Ausweis 80 Pesos. Für 2 Tage 250 Pesos, für 4 Tage 320 Pesos. 2×1 mit Club La Nación (gilt nur bis zu einer festgesetzten Grenze).

Internationale Buchmesse von Buenos Aires

43. “Feria Internacional del Libro de Buenos Aires” wird am Donnerstag eröffnet

Von Susanne Franz


Drei Wochen, eine Million Besucher, 12.000 Experten aus der Buchbranche, 45.000 Quadratmeter Fläche, 1500 Aussteller aus 40 Ländern: Die Internationale Buchmesse von Buenos Aires ist ein Mammut-Event, das von vielen als das wichtigste Kulturereignis des Jahres gewertet wird. Die 43. Ausgabe der größten Buchmesse Lateinamerikas wird am Donnerstag, den 27. April, um 18.30 Uhr im Jorge Luis Borges-Saal im “Pabellón Frers” eröffnet. Die renommierte argentinische Schriftstellerin und Journalistin Luisa Valenzuela wird die Eröffnungsrede halten. Die Messe geht bis zum 15. Mai.

Zahlreiche Gäste aus dem Ausland haben ihr Kommen angesagt, darunter der deutsche Autor Bernhard Schlink, Carlos Ruiz Zafón, nach Cervantes der am meisten gelesene Spanier; der italienische Schriftsteller, Journalist und Dramaturg Alessandro Baricco, der US-Bestsellerautor John Katzenbach und die irische Romanschriftstellerin Cecelia Ahern. Aus der Gaststadt Los Angeles kommen Gregg Hurtiz, Jim C. Hines und Héctor Tobar.

Zum “Festival Internacional de Poesía”, das zum 12. Mal innerhalb der Buchmesse veranstaltet wird – vom 28. bis 30. April – kommen unter anderem der chilenische Dichter Raúl Zurita und die spanischen Poeten Luis García Montero und Andrés Sánchez Robayna. Das von der Jugend heiß geliebte Internationale Booktuber-Treffen – am 12. und 13. Mai – kann dieses Jahr im Rahmen seiner 3. Ausgabe den berühmten spanischen Booktuber Sebastián García Mouret als Stargast begrüßen.

Geöffnet ist die Messe montags bis freitags von 14 bis 22 Uhr, samstags, sonntags und am 1. Maifeiertag von 13 bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet an Wochentagen 70 und am Wochenende und Feiertagen 100 Pesos. Es gibt zahlreiche Vergünstigungen. Zugänge zur Messe sind auf der Av. Santa Fe 4201, Av. Sarmiento 2704 und Av. Cerviño 4474. An der Av. Santa Fe stehen Rollstühle für Gehbehinderte bereit. Alle Infos hier.

Buenos Aires im Filmfieber

Die 19. Ausgabe des Filmfestivals BAFICI ist gestartet

Von Michaela Ehammer


“Klappe zu, Vorhang auf und Film ab!”, heißt es seit Mittwoch für alle Kinoliebhaber in Buenos Aires. Die 19. Ausgabe des Filmfestivals für Independent-Filme BAFICI begeistert bis zum 30. April mit über 400 Filmen und vereint 56 Länder von fünf Kontinenten.

“Lassen Sie sich von einem grandiosen BAFICI überraschen”, freut sich Direktor Javier Porta Fouz und verspricht gleichzeitig ein noch nie dagewesenes Festival – vollgepackt mit Filmperlen, namhaften Stars und attraktiven Premieren.

Der deutsche Beitrag “Casting”, eine Komödie von Nicolas Wackerbarth, war am Mittwoch eindrucksvoller Auftakt des diesjährigen Festivals im Espacio INCAA Gaumont. Der improvisierte Fernsehfilm feierte auf der diesjährigen Berlinale seine Premiere. Wackerbarth, der gemeinsam mit Johannes Held auch für das Drehbuch verantwortlich war, begibt sich in “Casting” (2017) hinter die Kulissen einer Filmproduktion und hat daraus einen ebenso klugen wie unterhaltsamen Film gemacht, der von spannenden Wendepunkten und einer gehörigen Portion Humor geprägt ist.

Das Werk “La vida de Calabacín” (Ma vie de Courgette/Mein Leben als Zucchini) von Claude Barras leitete zudem am Mittwochabend an der Plaza Francia die an Kinder und Familien gerichtete Festivalsektion BAFICITO ein. Die Open-Air-Veranstaltung war trotz des unschönen Wetters gut besucht, und alle Zuschauer, die der Kälte trotzten, wurden durch die Präsenz des Regisseurs belohnt. Barras hat mit seinem Film, der in der Kategorie “Bester Animationsfilm” für den diesjährigen Oscar nominiert war, ein wahrhaftes Meisterwerk geschaffen. Nicht nur für Kinder erhält der Film das Prädikat “Sehenswert”. “La vida de Calabacín” (Frankreich/Schweiz 2016) erzählt auf einfühlsame Art und Weise die Geschichte des Waisenkindes Zucchini, das nach familiären Schicksalsschlägen in einem Kinderheim landet und sich dort gemeinsam mit seinen neuen Freunden auf die Suche nach Geborgenheit, Akzeptanz und Liebe begibt.

Jahr für Jahr hat sich das BAFICI zu einer bedeutenden Ausstellung der weltweiten Filmindustrie etabliert und ist heutzutage zu einem Muss für unabhängige Filmemacher, Schauspieler, Produzenten und Filmliebhaber geworden. Dies wird vor allem auch durch die Präsenz von Filmen berühmter Regisseure wie Alex de la Iglesia (El Bar), Walter Hill (The Assignment) oder Raúl Perrone (Cínicos) deutlich.

Zahlreiche Gespräche mit Filmkünstlern, diverse Ausstellungen rund um die Film- und Kinowelt sowie interessante Workshops bereichern Groß und Klein, Jung und Alt, angehende Filmemacher sowie alle Kinobegeisterten und laden dazu ein, gemeinsam mit nationalen wie internationalen Filmgrößen ein Stück zu wachsen. Auf der Gästeliste der Stars fallen in diesem Jahr vor allem Namen wie Alex Ross Perry, Heinz Emigholz, Stéphane Brizé, Johannes Nyholm oder Gabriel Abrantes auf.

Im Bereich “Focos y Homenajes” liegt der Schwerpunkt vor allem auf dem Italiener Nanni Moretti, dessen Werke schon bei der allerersten Ausgabe des Filmfestivals im Jahre 1999 zu sehen waren. Seine Kurz-, Mittel- und Langfilme, darunter etwa “Bianca” (1985), “Caro Diario” (1993) oder “Habemus Papa” (2011) stellt er alle persönlich in Buenos Aires vor. Zudem lädt der Regisseur, Produzent, Schauspieler und Schriftsteller zu spannenden Gesprächen ein.

In diesem Jahr gibt es neben den musikalischen Zyklen “La Mar en Coche” und “La Mar en acción” in der Usina del Arte noch einen ganz besonderen Schwerpunkt: “Britannia Lado B: 40 Años de Punk”. Ein Filmzyklus des britischen Punk, der vom British Council unterstützt wird und ein “Must-See” für alle ehemaligen sowie anhaltenden Punk-Fans ist. Der Zyklus umfasst Filme wie “The filth and the fury” von Julien Temple, der sich auf die Spuren der erfolgreichen Karriere der Sex Pistols begibt, oder den mystischen Film “Jubiliee” von Derek Jarman, der zu Hochzeiten des Punk entstanden ist. So wird dem Festival für Independent-Filme gehörig Leben eingehaucht!

Eintrittskarten sind zum Preis von 45 Pesos erhältlich. Studenten und Rentner dürfen sich über einen ermäßigten Preis von 30 Pesos freuen. Die Gespräche im Auditorio El Aleph des Centro Cultural Recoleta sowie alle Filmvorführungen im Freien sind gratis und erfordern keine Anmeldung. Für alle weiteren kostenlosen Vorführungen muss man sich registrieren.

Unsere BAFICI-Tipps:

  • “The Wedding Ring” von Rhamatou Keïta (Niger/Burkina Faso/Frankreich 2016)
  • “Keep that Dream Burning” von Rainer Kohlberger (Österreich/Deutschland 2014)
  • “Take me Home” von Abbas Kiarostami (Iran 2016)
  • “Cantar con sentido, una biografía de Violeta Parra” von Leonardo Beltrán (Chile 2016)
  • “New Voices in an Old Flower” von Quino Piñero (Äthiopien/Spanien 2016)
  • “The Other Side of Hope” von Aki Kaurismäki (Finnland/Deutschland 2017)
  • “KFC” von Lê Bình Giang (Vietnam 2016)
  • “La Vida de Calabacín” von Claude Barras (Frankreich/Schweiz 2016 – BAFICITO)
  • “Aprile” von Nanni Moretti (Italien 1998)
  • “The Clash: Westway to the World” von Don Letts (Großbritannien 2000 – Teil des Punk-Zyklus)

Alle Infos hier.

Foto:
Claude Barras mit seinem Filmhelden Zucchini.

¿Quién está dónde? Who is where?

Proyecto artístico argentino-suizo en Basilea


Proyecto coordinado por dos curadores independientes Monika Dillier (Basel) y Santiago Bengolea (Buenos Aires); el cual consiste en el trabajo en conjunto de artistas y curadores de Basilea y Buenos Aires durante 15 días produciendo in-situ una muestra en colaboración donde también se realizarán charlas, debates, comidas, música, proyecciones, etc. El programa completo se desarrollará del 16 al 30 abril de 2017.

“¿Quién está dónde? Who is where?” se basa en la investigación y desarrollo de la práctica del dibujo en todas sus manifestaciones y variaciones, siempre desde el trabajo en colaboración, las experiencias grupales, la potencia de la no individualidad, la horizontalidad y el replanteo de los límites (los roles, el lenguaje, la geografía, etc) y como funciona exponencialmente el trabajo conjunto, las distintas miradas fundidas en una obra o en una actividad en común.

El proyecto tendrá lugar en Villa Renata, Basel, del 16 al 26 de abril, y la exposición se abrirá al público del 27 al 30 de abril, ocupando todas las instalaciones del Centro Cultural y los alrededores de la ciudad de Basel.

Los artistas y curadores participantes de Basel y Buenos Aires son Monika Dillier, Santiago Bengolea, Birgit Kempker, Gaspar Acebo, Chris Hunter, Melina Berkenwald, Mariano Ferrante, Julia Geröcs, Guido Nussbaum, Mónica Giron, Antonio Panno, Maria Magdalena Z’Graggen, Julim Rosa, Andrea Saemann y Augusto Zanela.

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Panno, Ferrante, Giron, Bengolea, Berkenwald, Zanela.

Hommage an Rodolfo Walsh

Nationalbibliothek in Buenos Aires erinnert mit Ausstellung an den Journalisten

Von Marcus Christoph


Er gilt als Begründer des investigativen Journalismus: Rodolfo Walsh. Vor 40 Jahren, am 25. März 1977, wurde der kritische Journalist und Schriftsteller von Schergen der Militärdiktatur auf offener Straße in Buenos Aires erschossen. In der Nationalbibliothek in Buenos Aires erinnert in diesen Wochen die Ausstellung “Los oficios de la palabra” (Das Handwerk des Wortes) an Walsh.

Dargestellt wird das Werk des Autors in allen seinen Facetten. Beispielsweise Materialien und Manuskripte für Bücher wie “¿Quién mató a Rosendo?” (Wer erschoss Rosendo G.?), in dem Walsh über den Mord an dem Gewerkschaftsführer Rosendo García im Jahr 1966 schreibt.

Eine nachgestellte Müllkippe in einem Gang der Ausstellung erinnert an die Erschießungen auf der Müllhalde in José León Suárez (Provinz Buenos Aires) in der Nacht des 9. Juni 1956, veranlasst durch die damalige Militärregierung von Pedro Aramburu. Walsh traf einen Überlebenden des Massakers und begann zu recherchieren. Das daraus resultierende Werk “Operación Masacre” wurde zu einem Meilenstein der lateinamerikanischen Literatur und zu einem Vorläufer des New Journalism, der sich in den USA entwickelte. 1972 wurde “Operación Masacre” von Jorge Cedrón verfilmt. Am Drehbuch wirkte Walsh mit. Auf einer Wandprojektion kann man den Film in der Ausstellung sehen.

Walsh wirkte auch außerhalb von Argentinien. 1959 gründete er mit anderen Kollegen im revolutionären Kuba die Nachrichtenagentur “Prensa Latina” mit. Später kehrte er in sein Heimatland zurück und schrieb für die Zeitschriften “Primera Plana” und “Panorama”. 1973 schloss er sich der Guerrillabewegung “Montoneros” an, die er aber zwei Jahre später wieder verließ.

Nach dem Staatsstreich der Militärs 1976 gründete Walsh das Informationsnetzwerk ANCLA. Am 24. März 1977 verfasste er seinen “Offenen Brief eines Schriftstellers an die Militärjunta”, in dem er die Verbrechen des Militärregimes anprangerte. Diesen sandte er an argentinische Tageszeitungen und Auslandskorrespondenten. Die Machthaber veranlassten daraufhin die Verhaftung des Autors. Als dieser sich widersetzte, kam es zu einem Schusswechsel, bei dem Walsh ums Leben kam. Dies ereignete sich an der Straßenecke San Juan und Entre Ríos. Die dort befindliche U-Bahnstation der Linie E trägt heute den Namen “Entre Ríos – Rodolfo Walsh”.

Die Ausstellung in der Nationalbibliothek (Aguero 2502) ist noch bis Juli 2017 montags bis freitags von 9 bis 21 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 12 bis 19 Uhr zu sehen.

Filmperlen und neue Spielstätten

Kinofestival BAFICI 2017 vom 19. bis 30. April / Vorverkauf hat begonnen

Von Michaela Ehammer und Susanne Franz


Die 19. Ausgabe des “Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente” (BAFICI) findet in diesem Jahr vom 19. bis 30. April statt. Vollgepackt mit über 400 Filmen bietet das diesjährige Programm eine große Auswahl an Filmperlen für jeden Geschmack und jedes Alter, wie Festivaldirektor Javier Porta Fouz vor wenigen Tagen bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Festivals in der Usina del Arte in Buenos Aires betonte. Das Festival glänzt mit über 100 internationalen Filmpremieren und mehr als 100 Lateinamerikapremieren und bietet im Nebenprogramm zahlreiche Workshops, Ausstellungen sowie Gespräche mit Größen aus dem Filmbusiness, wie dem Italiener Nanni Moretti.

Mit insgesamt 32 Spielstätten zeigt das BAFICI, dass es von Jahr zu Jahr durch die Liebe der Kinobegeisterten wächst und gedeiht. Neue Ausstrahlungsorte befinden sich in diesem Jahr beispielsweise im Stadtteil Chacarita (die Kultureinrichtung Carlos Gardel), in Paternal (Resurgimiento) oder in Boedo (Julián Centeya und Nicolás Olivari).

Auch das Freilichtkino erhält in der diesjährigen Ausgabe einen höheren Stellenwert. Zum bereits etablierten Kino im Amphitheater des Parque Centenario kommen nun auch Leinwände an der Plaza Martín Fierro und im Patio Salguero. Zudem finden an der Plaza Francia täglich kostenlose Filmvorführungen im Freien statt – ideal für Familien, Freunde oder Verliebte.

Eröffnet wird das Filmfestival im Cine Gaumont mit der deutschen Komödie “Casting” von Nicolas Wackerbarth, die bei der diesjährigen Berlinale Premiere feierte. Weitere deutsche Filme im Programm sind u.a. die Dokumentation “Beuys” von Andres Veiel, die als Lateinamerikapremiere gezeigt wird, und “Goodbye Berlin” von Fatih Akin (Foto). Akins Film basiert auf dem Bestseller “Tschick” (2010) des deutschen Schriftstellers Wolfgang Herrndorf (1965-2013).

Der Kartenvorverkauf läuft seit dem 10. April im Village Recoleta oder online.

Wunderschön, subtil und tragisch

Dostojewskis “La mansa” in César Bries Adaptation und Inszenierung

Von Susanne Franz

Die Adaptation des argentinischen Theatermachers César Brie der Novelle “Die Sanfte” (1876) von Fjodor Dostojewski kommt mit sparsamsten Mitteln aus und verlässt sich vor allem auf die Darstellungskunst der beiden Hauptpersonen. Das Ergebnis ist eine meisterhafte Inszenierung (César Brie führt auch Regie).

Eine junge Frau liegt auf einem Tisch, sie ist tot, und ein schon älterer Mann versucht, Gründe dafür zu finden, warum sie sich umgebracht hat. Er erzählt die Geschichte der beiden, und die Darstellerin spielt die Frau, an die er sich erinnert und die noch vor wenigen Stunden neben ihm geatmet hat.

Der Mann, ein Pfandleiher, entdeckt das 16-jährige Mädchen, als es bei ihm Familienerbstücke versetzt, um eine Stellenanzeige in der Zeitung aufgeben zu können. Sie ist Waise und lebt seit drei Jahren bei ihren tyrannischen Tanten, die sie nun mit einem alten, reichen Kaufmann verheiraten wollen, der bereits zwei Ehefrauen im Suff totgeschlagen hat. Als der Pfandleiher sie um ihre Hand bittet, sieht sie in ihm einen Retter in der Not.

Doch die Ehe der beiden ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, denn der Mann will das Mädchen beherrschen, und er erzählt ihr nichts von seinen Schwächen und Ängsten. Nach einem Streit bricht sie aus und trifft sich mit einem Offizier, der Mann holt sie zurück, und in der Nacht fühlt er, wie sie eine Pistole an seine Schläfe hält. Er rührt sich nicht, und sie gibt den Wunsch, ihn zu töten, nach einer Weile auf. Dies ist das Ende ihrer Beziehung, denn er wertet das Ereignis als Sieg, sie aber verachtet ihn für seine Feigheit. Als der Mann schließlich Monate später seine Liebe zu ihr gesteht, ist es zu spät.

Während das Stück einerseits die patriarchalischen Verhältnisse im Russland des 19. Jahrhunderts widerspiegelt, ist es zugleich universell gültig: Für alle, deren Notsituation oder Schwäche ausgenutzt werden und die sich dennoch eine innere Freiheit bewahren, und sollte sie den Tod bedeuten. Für diejenigen, die in der aussichtslosen Spirale des Schweigens in der Liebe gefangen sind, in der man sich immer weiter voneinander entfernt, obwohl man sich anscheinend nicht losgelassen hat. Und für alle, die einen geliebten Menschen verloren haben und angesichts des Todes alles Ungesagte und Ungelebte bereuen. “Liebt einander”, sagt die Sanfte im Augenblick ihres Todes zum Publikum gewandt, und jedem wird bewusst, wie kostbar das Leben ist.

César Bries Inszenierung ist wunderschön, subtil und stimmig in jedem Detail: Angefangen bei der Kostümierung im Stil der Epoche von Carolina Ferraioulo über die Originalmusik und die Arrangements von Pablo Brie bis zu Bühnenbild und Beleuchtung (Duilio della Pittima). Aber das Beeindruckendste ist die Schauspielkunst der beiden Protagonisten: Abril Piterbarg als die Sanfte, deren ausdrucksvolle Bewegungen die Tänzerin verraten und die auch als Sängerin brilliert, aber besonders Iván Hochman, der erst Anfang 20 ist, aber den 40-jährigen Pfandleiher ebenso brillant verkörpert wie den schleimigen fetten Kaufmann und den lüsternen Offizier: Hier sieht man ein Schauspielertalent, vor dem man sich nur verneigen kann.

“La mansa. Un cuento ruso” kann man nur noch bis zum 21. April sehen: im Teatro El Extranjero, Valentín Gómez 3378, freitags um 21 Uhr. Eintritt: 200 Pesos. Es wird empfohlen, zu reservieren: 4862-7400 oder bei Alternativa Teatral.

Foto:
Abril Piterbarg und Iván Hochman in “Die Sanfte”.

Warte, warte nur ein Weilchen

Hamburger Kunsthalle zeigt Ausstellung “WARTEN. Zwischen Macht und Möglichkeit”

Von Nicole Büsing & Heiko Klaas


Fünf Minuten, zehn Minuten, eine Viertelstunde. Warten gehört zum Alltag. Egal ob im Feierabendstau, an der Bushaltestelle, beim Check-in am Flughafen oder – der Klassiker – beim Hausarzt im Wartezimmer voller schniefender und dauerhustender Patienten. Wir alle kennen dieses enervierende Gefühl, diesen unproduktiven Zwischenzustand im minutiös durchgetakteten Tagesablauf.

Doch halt: Bedeutet Warten wirklich immer nur etwas Negatives? Lässt sich der vermeintliche Zeitverlust nicht auch produktiv oder kreativ nutzen? “Wer es aushalten kann, zu warten, der gewinnt immer!”, diese Erkenntnis gab schon Robert Musil seinem “Mann ohne Eigenschaften” mit auf den Weg.

Die Galerie der Gegenwart in der Hamburger Kunsthalle geht dem ambivalenten Phänomen des Wartens jetzt genauer auf den Grund. 23 internationale Künstler präsentieren in der groß angelegten Ausstellung “WARTEN. Zwischen Macht und Möglichkeit” Videoarbeiten, Installationen, Skulpturen, Fotografien und Performances zum Thema.

Brigitte Kölle, die Kuratorin der Schau, will mit ihrer Auswahl aber auch zeigen, dass es sich durchaus lohnen kann, sich dem Warten wieder ganz bewusst auszusetzen: “Geduld und Langmut geraten in unserer Zeit, in der alles jederzeit und überall verfügbar erscheint, vermehrt aus dem Blick. Pausenfüllender Konsum und der minütliche Kontrollblick aufs Smartphone vertreiben das Warten und damit auch eine mögliche Zeit der Reflexion und des Bei-Sich-Seins.”

Genau das scheinen sich auch die unter einer Autobahnbrücke in Nigeria verharrenden Ölarbeiter in einer Videoinstallation des Belgiers David Claerbout zu Herzen zu nehmen. Einen kurzen, aber heftigen Regenschauer nutzen sie, um sich mit ihren Sinnen ganz dem Naturereignis auszusetzen.

Was gibt es noch zu sehen? Gleich im Lichthof der Galerie der Gegenwart hat das dänisch-norwegische Künstlerduo Elmgreen & Dragset ein Rollgerüst aufgebaut. Oben drauf sitzt ein barfüßiger blonder Junge mit Jeans und Kapuzenjacke, neben sich eine Cola-Dose. Seine Turnschuhe liegen auf dem Boden. Worauf wartet er? Auf das Heranwachsen, die Erkenntnis der Welt? Oder nur auf seine Kumpel, die gleich um die Ecke biegen?

Der Düsseldorfer Fotograf Andreas Gursky ist mit vier Aufnahmen aus seiner frühen Serie “Pförtner” (1982-1987) vertreten. Gursky porträtiert hier Empfangsmitarbeiter in den Respekt einflößenden Lobbys von Industrieunternehmen und Versicherungskonzernen. In ihrer statuarischen Ernsthaftigkeit erinnern sie an den unerbittlichen Wächter aus Franz Kafkas Türhüter-Parabel “Vor dem Gesetz”.

Dass uns das Warten, insbesondere an Bushaltestellen, immer wieder heimsucht, stellen gleich mehrere Künstler unter Beweis. Von der Berliner Fotografin Ursula Schulz-Dornburg sind Schwarz-Weiß-Aufnahmen von modernistischen Bushalte-stellen in Armenien zu sehen – im Überschwang sozialistischer Utopien haben die Architekten ihrer Phantasie und dem Sichtbeton hier freien Lauf gelassen.

Gleich gegenüber der Kunsthalle auf dem Glockengießerwall hat Michael Sailstorfer ein Wartehäuschen der besonderen Art aufgebaut: Der ursprünglich aus dem ländlichen Bayern stammende Künstler transferiert eine ausgediente Bushaltestelle aus seiner Heimat nach Hamburg und richtet sie mit dem Nötigsten ein: Bett, Küche, Wasser, Strom und WC – genau die richtige Grundausstattung, falls der Bus dann doch mal später kommt.

Wundern sollten sich Besucher der Hamburger Kunsthalle in den nächsten Monaten auch dann nicht, wenn sie hier und da auf eine sich plötzlich bildende Warteschlange stoßen: Der slowakische Konzeptkünstler Roman Ondák erzeugt mit unangekündigten Performances beim Betrachter Neugier, aber auch das nagende Gefühl, von etwas ausgeschlossen zu sein.

Auch wenn es dem Einzelnen gelingen mag, das Warten hin und wieder als kreative Auszeit zu nutzen – am Ende spiegelt es immer auch gesellschaftliche Machtverhältnisse wider. Eine ernüchternde Erkenntnis von Brigitte Kölle lautet denn auch: “Privilegierte und Menschen mit Macht warten nicht; sie lassen warten.”

  • Ausstellung: WARTEN. Zwischen Macht und Möglichkeit
  • Ort: Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart
  • Zeit: 17. Februar bis 18. Juni 2017. Di-So 10-18 Uhr. Do 10-21 Uhr
  • Katalog: zu dieser Ausstellung erscheint keine Publikation
  • Internet

Fotos von oben nach unten:
Tobias Zielony (*1973), “Lee + Chunk”, 2000.
(Zielony)

Ursula Schulz-Dornburg (*1938), “Erevan-Parakar”, 2004.
(Schulz-Dornburg)

Roman Ondak (*1966), “Good Feelings in Good Times”, inszenierte Warteschlange, 2003.
(Tate/Riechers)

Magier der Farbe

Yves Klein-Retrospektive in der Fundación Proa

Von Susanne Franz


Der französische Avantgarde-Künstler Yves Klein (1928-1962) gilt als Vorläufer der Pop Art und der Konzeptkunst. Erverfasste Essays, komponierte Musik und drehte Filme. Bekannt sind aber vor allem seine monochromen Bildkompositionen, insbesondere diejenigen, die er in einem von ihm entwickelten und unter dem Namen “International Klein Blue” (IKB) patentierten Ultramarinblau anfertigte. In Buenos Aires wird am morgigen Samstag in der Fundación Proa eine bedeutende Retrospektive des visionären Künstlers eröffnet, die bis zum 31. Juli zu sehen sein wird.

Kuratiert von Daniel Moquay von den Yves Klein Archives – er ist heute mit Rotraut Klein, der Witwe Yves Kleins und Schwester von Günter Uecker verheiratet – und unter der Schirmherrschaft der Französischen Botschaft in Argentinien, vereint die Ausstellung die wichtigsten Werke Yves Kleins – 70 an der Zahl. Zum ersten Mal wird sein Werk so ausführlich in Lateinamerika gewürdigt.

Neben den ersten monochromen Werken von 1955, den Gemälden in seinem berühmten Blau und den Feuergemälden sind auch seine Schwammreliefs und Werke in Gold ausgestellt. Einige der wegweisenden Performances Yves Kleins sind anhand von Dokumenten und Fotografien aus dem umfangreichen Archiv des Künstlers zu sehen.

Die Ausstellung in der Fundación Proa (Av. Pedro de Mendoza 1929) ist vom 18. März bis 31. Juli 2017 dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr zu sehen, der Eintritt kostet 50 Pesos. Es gibt zahlreiche Angebote im Umfeld der Schau – einen Kurs über Yves Klein, eine Aufführung eines seiner Konzerte, Butoh-Tanz, Performances, die sein Werk zum Thema haben, und im Juni ein internationales Yves Klein-Kolloquium.

Foto:
Sein erstes Werk schuf Yves Klein 1946, als er – in Nizza am Strand liegend – den blauen Himmel signierte.

Künstler zwischen den Welten

Argentinier Scasso eröffnet Pollock-Jahr in Mülheim/Ruhr

Von Susanne Franz


Der argentinische Künstler Alejandro Scasso, der 20 Jahre in Köln gelebt und dort eine Familie gegründet hat, hat zwar vor vier Jahren seinen Hauptwohnsitz wieder nach Buenos Aires zurück verlegt, verbringt aber weiterhin mehrere Monate im Jahr in Deutschland. Diesmal ist der Doppelstaatsbürger seit kurz vor Weihnachten im kalten Europa. Schlittenfahren an den Wochenenden gehört dabei genauso zu seinem Programm wie ausgedehnte Streifzüge durch die Museen und Galerien in Köln und Umgebung. Und es läuft gerade eine erfolgreiche Ausstellung des Künstlers in Mülheim an der Ruhr.

Frage: Du hast am 4. Februar eine Ausstellung in der “Galerie an der Ruhr” (Ruhr Gallery) eröffnet. Wie war die Resonanz des Publikums/der Medien?

Alejandro Scasso: Die Ausstellung war sehr gut besucht, und besonders erfreulich war es, dass viele Freunde aus den verschiedensten Ecken Deutschlands angereist sind. Es sind einige Artikel in verschiedenen Zeitungen erschienen und in dem Fernsehmagazin WDR lokal wurde ein kurzer Beitrag über die Ausstellung gesendet.

Frage: Mit deiner Ausstellung wurde in der “Galerie an der Ruhr” das “Pollock-Jahr” eröffnet. Siehst du Parallelen zwischen deiner Arbeit und der des US-amerikanischen abstrakten Expressionisten?

Alejandro Scasso: Ja, in meinen Arbeiten setze ich mich sehr intensiv mit den Elementen und der Grammatik des abstrakten Expressionismus und seinem Einfluss auseinander, wobei ich über Sinn und Bedeutung der menschlichen Geste nachdenke und wie diese im Kontext des digitalen Zeitalters überleben kann.

Frage: Konntest du neue Kontakte knüpfen, haben sich Gelegenheiten zu weiteren Ausstellungen ergeben?

Alejandro Scasso: Ja, ich nehme an der Pollock-Ausstellung der “Galerie an der Ruhr” im Mai teil, und gleichzeitig habe ich eine große Ausstellung im Hauptgebäude der “Banco Ciudad” in Buenos Aires (Florida / Ecke Sarmiento), welches gerade renoviert wurde. Damit wird das Einzelausstellungsprogramm dieses Ortes eröffnet.

Frage: Wie gefällt dir die Kunstszene in Köln und im Ruhrgebiet, sind momentan besonders interessante Ausstellungen zu sehen?

Alejandro Scasso: Köln ist eine Stadt, wo man im Umkreis von 50 Kilometern viele verschiedene Museen und Galerien besuchen kann. In Köln ist beispielsweise das Museum Ludwig, wo momentan die 26 neuen abstrakten Gemälde von Gerhard Richter ausgestellt werden, die alle 2016 entstanden sind. Dies ist seinem 85. Geburtstag gewidmet. Ein weiteres spannendes Museum, welches die Kultur Asiens gut in einer großen Sammlung repräsentiert, ist das Museum für Ostasiatische Kunst. Ein Museum, welches ich letztens zum ersten Mal besucht habe, war das Max Ernst-Museum in Brühl, es hat mich aufgrund seiner umfangreichen Sammlung der Arbeiten des Künstlers sehr beeindruckt. Am Dienstag war ich in Essen und habe den neuen, erstaunlichen Anbau des Museums Folkwang bestaunen können.

Frage: Fährst du nächste Woche auf die spanische Kunstmesse Arco, wo Argentinien in diesem Jahr Gastland ist?

Alejandro Scasso: Ja, da möchte ich einige Sammler treffen, und die Gelegenheit nutzen, um Kontakte für weitere Ausstellungen zu knüpfen. Demnächst kann ich gerne über die Eindrücke der Messe berichten.

Vielen Dank für das Gespräch!

(Alejandro Scassos Ausstellung in der “Galerie an der Ruhr”, Ruhrstr. 3 / Ecke Delle, Mülheim an der Ruhr, ist noch bis zum 24. Februar geöffnet.)

Foto:
Die Chemie stimmt zwischen Argentinien und Deutschland: Alejandro Scasso (links) mit Galerist Ivo Franz bei der Eröffnung in der “Galerie an der Ruhr”.
(Foto: Stephan Wirges)

Begegnungen auf Augenhöhe

Künstlerporträts von Angelika Platen im Willy-Brandt-Haus in Berlin

Von Nicole Büsing und Heiko Klaas


Ob Joseph Beuys, Christo, Man Ray oder Walter de Maria. Die Ausstellung “Künstlern auf der Spur – Portraits 1968-2008”, die am 26. Januar mit einer launigen Eröffnungsrede von Krist Gruijthuijsen, dem frischgebackenen neuen Leiter der Kunst-Werke Berlin – KW Institute for Contemporary Art, im Willy-Brandt-Haus in Berlin eröffnet wurde, versammelt ikonische Schwarz-Weiß-Aufnahmen der bekanntesten Künstler der letzten fünf Jahrzehnte.

Ob bei der 4. Documenta in Kassel 1968, in Künstlerateliers, im Stadtraum oder bei den damals überall stattfindenden Happenings und Aktionen im Rheinland, in Hamburg oder Berlin: Die Frau mit der Kamera war um 1968 fast überall dabei. Die Fotografin Angelika Platen machte über viele Jahre einfühlsame Künstlerporträts von Andy Warhol bis Blinky Palermo, von Sigmar Polke über Günther Uecker bis Gerhard Richter. Sie war ihnen stets auf den Fersen, ob bei der Arbeit im Atelier, beim Installieren im Ausstellungsraum oder der Auszeit irgendwo in der Natur.

Ihre Schwarz-Weiß-Fotos entwickelte sie ganz klassisch in der Dunkelkammer und veröffentlichte sie in Zeitschriften und Magazinen. Heute lebt Angelika Platen, die auch als Journalistin für die Wochenzeitung “Die Zeit”, als Galerieleiterin in Hamburg und Kommunikationsleiterin eines Automobilunternehmens in Paris tätig war, in Berlin und Cannes.

Nach 20 Jahren Pause hat sie seit den späten 1990er Jahren ihre alte Tätigkeit wieder aufgenommen. Zu den “Platen Artists” der zweiten Phase zählen Julian Rosefeldt, John Armleder, Jeff Koons oder Jonathan Meese. Aber auch gealterte, von Krankheit gezeichnete Künstler wie Hanne Darboven hat sie kurz vor ihrem Tod noch einmal besucht. Im Willy-Brandt-Haus hängt jetzt eindrucksvoll das Foto von der jungen Konzeptkünstlerin neben der Aufnahme der alten Grande Dame aus Hamburg.


Angelika Platen macht unermüdlich weiter. Stets auf der Suche nach jungen Künstlern der nächsten Generation, den neuen charismatischen Köpfen. Die diesjährige Documenta wird ihr dafür sicherlich viel Futter liefern.

  • “Künstlern auf der Spur. Portraits 1968-2008” von Angelika Platen
  • Willy-Brandt-Haus Berlin
  • Bis 5. März 2017, Di-So 12-18 Uhr.
  • Parallel dazu: “Angelika Platen. Dialog.digital.analog”.
  • Galerie Michael Schultz, Berlin.
  • Bis 18. März 2017, Di-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr.

Fotos von oben nach unten:
Angelika Platen: bpk, Günther Uecker, Düsseldorf, 1971.
© Angelika Platen

Angelika Platen: bpk, Julian Rosefeldt, Berlin, 2001.
© Angelika Platen